Capitol: Bonzenwohnungen statt Kultur

Seit rund zwei Wochen ist bekannt, dass die Firma Quest Immobilien das alte Capitol-Kino gekauft hat und dort hochwertige Luxuswohnungen entstehen lassen will. „Ideal“ nennt Klaus Werndl (Quest) im ovb die Lage für Wohnungen, die aufgrund der gehobenen Ausstattung zwar „ihren Preis“ haben werde, dafür aber der Anlage die „besondere Note“ geben solle.Die Fima Quest hat bereits dafür gesorgt, dass die „Kunstmühle“ und die „Alte Spinnerei (Kolbermoor)“ luxussaniert (oder gentrifiziert ??) wurden. Es entsteht also in Rosenheim ein weiteres Prestigeprojekt für Wohlhabende, die Kulturszene hat das nachsehen. Unter der Überschrift „Der Geist war willig, die Stadt war’s nicht …“ erschien in der Pressewoche ein Artikel zu den Capitolideen des Theatermachers Gerry Mierbeth („Cammerspiel Rosenheim“) und wie er im Rosenheimer Rathaus abblitzte. In dem Artikel heißt es:

„Und zunächst schien die Idee auf fruchtbaren Boden zu fallen. Rasch waren Investoren gefunden, die Regierung von Oberbayern für das Projekt begeistert. Mierbeths Konzept für das „Capitol“ war ein durch und durch integratives: Kino, Kleinkunst, Probenräume, eine kleine Gastronomie für die Künstler und kunstbegeisterten Rosenheimer – das alles hätte er unter ein Dach bringen wollen. (…) Die Regierung war so begeistert, dass Zuschüsse in Aussicht gestellt wurden. (…)Also tingelte Mierbeth mit seiner Idee durch die Stadtratsfraktionen und fand viele Befürworter. Viele, aber nicht genug. `Irgendwie hatte ich bei der Oberbürgermeisterin von Anfang an keine Chance. Ich bekam in der entscheidenden Phase nicht einmal mehr Termine bei ihr. Das ganze Rathaus hat dann nur mehr von der Landesgartenschau gesprochen, für andere Themen war kein Platz mehr.`“

Mit dem Kauf von Quest sind nicht nur die Ideen zur Capitolnutzung von Gerry Mierbeth sondern auch von der Interessengemeinschaft „Kinokultur Rosenheim“ zerstört, welche das Capitol-Kino retten wollte.