Kurzbericht vom Antifa Actionday

Heute, am 13.11.2010, fand zum zweiten Mal nach 2009 der Antifa Actionday in München statt. Den Auftakt bildete eine Demonstration durch die Innenstadt, die im weiteren Verlauf auf über 1000 Menschen anwuchs. Diese richtete sich sowohl gegen den „Heldengedenkmarsch“ von Nazis aus dem Südbayerischen Raum, als auch gegen Militarismus, Nationalismus und Kapitalismus. Diese hohe Teilnehmer_innenzahl ist ein klarer Erfolg für eine dezidiert antikapitalistische und linksradikale Mobilisierung, zumal diese eigenständig von den Aktionen zivilgesellschaftlicher und bürgerlicher Spektren (mit 2000- 3000 Teilnehmer_innen) stattfand.

Anders als am 8. Mai diesen Jahres konnte die Route der Nazi-Demo nicht effektiv blockiert werden, da nahezu die komplette Route der Nazis mit Tretgittern und Stoßstange an Stoßstange geparkten Autos abgeriegelt war. Überall im Viertel gab es Kontrollpunkte der Bullen, die die Bewegungsfreiheit der Gegenprotestierenden ebenfalls einschränkten.

Mindestens zweimal wurden kleine Blockaden umgehend von Bullen abgeräumt oder an den Rand gedrängt. Zumindest konnte durch eine Massenblockade hunderter Leute auf Höhe Prinzregentenstraße, Ecke Franz-Josef-Strauß-Ring dafür gesorgt werden, dass die Nazi-Demo umgeleitet werden musste. Während die Nazis ihre Abschlusskundgebung vor der Bayerischen Staatskanzlei abhielten, kam es zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen mit den Bullen. Hierbei gab es Flaschen- und Steinwürfe auf die Polizei, die massiv auf Leute einprügelte, großflächig Pfefferspray einsetzte und in mehreren Wellen mit Greiftrupps Leute festnahm.

Die 1800 eingesetzten Polizist_innen die zum Schutz der um die 100 Neonazis eingesetzt wurden, zeigen deutlich, dass es der Münchner Polizeiführung vor allem darum ging, Stärke zu zeigen und Widerstand gegen Neonazis zu be- bzw. zu verhindern. Am heutigen Tag kamen damit auf jeden aufmarschierenden Neonazi rund 20 Polizeibeamte. Dies lässt den deutlichen Willen der Polizei zur gewaltsamen Durchsetzung des Naziaufmarsches erkennen. Trotz regelrechter Prügel-Orgien von Spezialeinheiten der Polizei, massivem Pfefferspray-Einsatz und weiträumigen Absperrungen gelang es nicht den antifaschistischen Protest zu unterbinden. Viele Leute haben sich gegen Übergriffe gewehrt, konnten teilweise mit Erfolg einige Festnahmen verhindern und ein paar Zivis wurden handfest überzeugt die Demo zu verlassen. Bis dato sind dem EA 32 Fest- und Ingewahrsamnahmen bekannt. Die Münchner Polizei kündigte an, nach Sonntag hierzu offizielle Zahlen zu liefern.

Quelle: http://linksunten.indymedia.org/de/node/28572