Schmutziger Donnerstag in München – Starkes Zeichen gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik

Am Donnerstag, den 25.11.2010, fand in Obersendling vor dem Gebäude der Regierung von Oberbayern und vor dem Erstaufnahmelager in der Baierbrunner Str. eine große Protestaktion für Flüchtlingsrechte statt.
Die Aktion im Rahmen der «Schmutziger Donnerstag»-Kampagne des Netzwerks Deutschland Lagerland war ein voller Erfolg und setzte ein starkes Zeichen gegen die restriktive und inhumane Behandlung von Flüchtlingen durch Gesetze und Behörden.
Hauptthema der Aktion war die willkürliche Altersfestsetzung, bei der Beamte minderjährige Flüchtlinge nach irgendwelchen äußerlichen Merkmalen «erwachsen» machen, um ihnen Maßnahmen der Jugendhilfe verweigern zu können. Dazu wurde ein satirisches «Älter-Mach-Büro» in der Boschetsrieder Straße eröffnet, wo Passenten sich je nach den Drehungen eines Glücksrads und der Einschätzung des «Beamten» ebenfalls älter machen konnten.Die Pressemitteilung der Karawane München (incl. Bilder) gibt es hier: http://carava.net/2010/11/28/bericht-schmutziger-donnerstag-25-11-munchen/

Pressemitteilung, 26.11.2010
Schmutziger Donnerstag in München – Starkes Zeichen gegen die unmenschliche Flüchtlingspolitik

Am Donnerstag, den 25.11.2010, fand in Obersendling vor dem Gebäude der Regierung von Oberbayern und vor dem Erstaufnahmelager in der Baierbrunner Str. eine große Protestaktion für Flüchtlingsrechte statt.
Die Aktion im Rahmen der «Schmutziger Donnerstag»-Kampagne des Netzwerks Deutschland Lagerland war ein voller Erfolg und setzte ein starkes Zeichen gegen die restriktive und inhumane Behandlung von Flüchtlingen durch Gesetze und Behörden.
Hauptthema der Aktion war die willkürliche Altersfestsetzung, bei der Beamte minderjährige Flüchtlinge nach irgendwelchen äußerlichen Merkmalen «erwachsen» machen, um ihnen Maßnahmen der Jugendhilfe verweigern zu können. Dazu wurde ein satirisches «Älter-Mach-Büro» in der Boschetsrieder Straße eröffnet, wo Passenten sich je nach den Drehungen eines Glücksrads und der Einschätzung des «Beamten» ebenfalls älter machen konnten. «Genau so fühlte ich mich bei meiner Befragung – die Regierungsangestellten machen mit einem, was sie wollen.» gab einer der anwesenden Flüchtlinge an, der von dieser unrechten Behandlung durch die Behörden betroffen ist.
Danach begab sich der Zug von ca. 50 teilnehmenden Flüchtlingen und Unterstützern zum Erstaufnahmelager in die Boschetsrieder Straße. Dort schlossen sich den Demonstranten weitere 100 Flüchtlinge an, die in dem Lager unter unmenschlichen, unhygienischen Bedingungen leben müssen. Sie machten dem Unmut über ihre untragbare Situation spontan Luft, und demonstrierten lautstark auf offener Straße, bis die bekannte Band «Irie Revoltes», die sich mit dem Kampf der Flüchtlinge solidarisiert, ihr Solidaritätskonzert begann. Im Anschluss folgten weitere Proteste – am offenen Mikrofon waren viele Flüchtlinge froh, endlich ein Sprachrohr für ihre Verzweiflung gefunden zu haben. Sie prangerten die katastrophalen Zustände im Lager, die unzureichende Versorgung mit Essenspaketen, die Arbeitsverbote und die inhumane Behandlung durch deutsche Behörden an. «So geht es nicht weiter, so können wir nicht leben!», lautete der Grundtenor.
Die «Schmutziger Donnerstag»-Aktion verdeutlicht, dass die Flüchtlinge sich nicht mit ihrer unzumutbaren Situation abfinden. Sie wollen für ihre Rechte kämpfen, wie sowohl dieser laute Protest, als auch der aktuelle Hungerstreik in Augsburg und anderen Lagern zeigen.

Die Karawane München und das Netzwerk «Deutschland-Lagerland» fordern die Behörden dazu auf, endlich auf die Forderungen der Flüchtlinge einzugehen und ihnen – was eigentlich selbstverständlich sein sollte – ihre Menschenwürde zuzugestehen, sowie ein menschwürdiges Leben zu ermöglichen!