Demo “Gerechtigkeit für die Überlebenden” in Nürnberg (04.12.

Am 04.12. um 12.30 Uhr startet am Hauptbahnhof Nürnberg die bundesweite Demonstration “Gerechtigkeit für die Überlebenden”  Von 15.00 bis 18.30 Uhr wirdes in Nürnberg ein Kulturprogramm geben. Weitere Informationen und der Demoaufruf auf der Homepage des „Zugs der Erinnerung“ : http://www.zug-der-erinnerung.eu/

Aus der Ankündigung:

Am 7. Dezember 2010 wird in Nürnberg der “Höhepunkt und Schlusspunkt“ des Jubiläumsjahres “175 Jahre Eisenbahn in Deutschland“ stattfinden. An einer Festveranstaltung im Nürnberger DB-Museum werden Bundeskanzlerin Merkel und andere Prominente aus „Kultur, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft“ teilnehmen. Gemeinsam werde man “auf die faszinierende Erfolgsgeschichte der Eisenbahn zurückblicken und nach vorne schauen: in die Zukunft eines Verkehrsträgers, der wie kein anderer in der Lage ist, den Widerspruch zwischen wachsender Mobilität und den Erfordernissen des Klimaschutzes aufzulösen“, so eine Veröffentlichung der Deutschen Bahn (DB) vom Mai 2010.

Auf den Widerspruch zwischen dieser geschichtsblinden Selbstinszenierung der DB AG und dem Verhalten den ehemals mit Hilfe der Nazi-Reichsbahn Deportierten gegenüber weist eine bundesweite Demonstration in Nürnberg am Samstag, 4. Dezember 2010 hin: Gerechtigkeit für die Überlebenden

Ohne die Nazi-Reichsbahn wären z.B. die Transporte zu den deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagern nicht möglich gewesen. Die „Deutsche Reichsbahn“ verdiente kräftig an diesen Transporten, die die Verschleppten zum Teil auch noch selbst bezahlen mussten. Profite aus diesen „Geschäften“ zahlte die Bahn nie zurück. Ganz im Gegenteil profitierte die Bundesbahn als Rechtsnachfolger auch noch davon. Opferverbände fordern daher seit Längerem eine angemessene Entschädigung für die noch – vor allem in Osteuropa – lebenden ehemals Deportierten. Die DB AG und die Bundesregierungen bieten den Überlebenden derzeit pro Kopf maximal 25 Euro an. Die 25 Euro werden von der DB AG auf mehrere Jahre verteilt, so dass pro Jahr und Person nur 5 Euro abgegeben werden. Eine individuelle Auszahlung soll es nicht geben; stattdessen soll eine deutsche Stiftung „Projekte“ entwickeln.