22.000 hatten es satt – Tierfabriken im Abschwung?

„22.000 Menschen forderten am Samstag, den 22.01.2011 in Berlin einen Richtungswechsel in der Agrarpolitik – weg von Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten, hin zu bäuerlich-ökologischer Landwirtschaft,“ resümiert die Kampagne Wir haben es satt. Auf indymedia haben wir dazu zwei Erfahrungsberichte gefunden (1 | 2). Auch graswurzel.tv hat dazu einen Clip gedreht.

Sicherlich zur Mobilisierung beigetragen haben dürfte der Lebensmittelskandal rund um Dioxin verseuchtes Tierfutter. Zwischenzeitlich spielte darin auch das Land Niedersachsen eine beachtliche Rolle, in dem das Agrarministerium nach dem Rücktritt von Astrid Grotelüschen wochenlang verwaist war. Tierschützer_innen melden aus dem Norden nun einen zweiten Zwischenerfolg:

[Mittlerweile] geht es auch dem ethisch degenerierten Massenschlächter Rothkötter nicht mehr gut, es finden sich kaum Landwirte die als Zulieferbetriebe für seinen Großschlachthof herhalten wollen, wie die HAZ berichtet versucht er daher schon auf „Strohmänner“ zurückzugreifen. Rothkötter braucht für die Auslastung seiner Mordfabrik mindestens 400 Hühnermastanlage im Umkreis von 100 Kilometern um Wietze. Bisher haben sich aber nur 5 Landwirte zum Bau einer Mastanlage bereit erklärt. Eine Tatsache die auch dem konsequenten Widerstand von Tierbefreiungsaktivist_innen und Bürgerinitiativen zu verdanken ist.

In diesem Zusammenhang verweisen die Aktivist_innen auch auf eine militante Aktion, in deren Rahmen ein Zulieferbetrieb kurz vor Inbetriebnahme abbrannte. Daneben wurde das Haus eines Bauern, der mit Rothkötter kooperieren wollte, mit Farbe verziert und ein Feld, auf dem eine Mastanlage geplant war, besetzt.

Das Landwirtschaftsministerium in Niedersachsen ist mittlerweile auch wieder besetzt – mit dem ehemaligen Staatssekretär der Bundesministerin Aigner. Und auch sie hat das Amt nun neu besetzt – wie könnte es anders sein – mit einem Vertreter der Futtermittelindustrie.

Bravo, Ilse! Du hast es verstanden.

Bildquelle: Fotos for social change