Brot, Böller und Gentechnik

„Brot statt Böller“. Seit den 80iger Jahren eine Forderung der Aktion Brot für die Welt. Jedes Jahr während des nahenden Jahreswechsels wird unter diesem Motto dazu aufgerufen sein Geld anstelle für Böller und Co. an Straßenkinder Afrikas (zum Stichwort Afrika sei mal wieder auf die Ausgabe 15/2010 der Hinterland vom Bayerischen Flüchtlingserat verwiesen) zu spenden. Schön und gut: Aber warum gerade Silvester und Böller? Was ist mit Autos und Benzin, Fussball, Christbaumschmuck, Makeup, Rollrasen inklusive selbstmähendem Rasenmäher oder aber Dekosachen für die Wohnung? Auch Fernseher sind zum Großteil überflüssig, oder? Naja, wie auch immer: Wenn wir nur genug Geld spenden, kümmern sich die beiden großen christlichen Jugendverbände darum, dass die hungernden Kinder in afrikanischen Ländern gerettet werden. Das ist doch eigentlich ganz toll, oder? Nein ist es so nicht, meint dazu Roland Röder der Aktion 3. Welt Saar: „Der Appell ‚Brot statt Böller‘ sollte aufhören. Denn er trägt sehr viel Lustfeindlichkeit zur Schau.“ Und damit hat er unserer Meinung gar nicht so unrecht: Verteilungsprobleme werden ausgeblendet zugunsten einer christlichen Wohltätigkeit. Den Rest wird dann schon unser großer Gott, den wir alle lieben, erledigen. Das Ganze erinnert stark an die im Sommer von Gates und Buffett angestoßene großzügige Spendenorgie der Superreichen…
Aber nun mal zurück zu den Böllern und dem Brot: Auch zu recht, wird bei telepolis darauf verwiesen, dass der Hunger kein Schicksal darstellt, dass durch Spenden abgewendet werden könne, sondern mit Hilfe einer rein materialistischen Betrachtungsweise angegangen werden müsste. Auch andere haben mehr oder weniger merkwürdige Vorstellung über das Problem Hunger: So will die „UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) […] den Hunger auf der Welt mit Insekten – gegrillten und gekochten Termiten, Grashüpfern oder Bienenlarven – stillen.“ Mehr dazu hier
Auch wenn sich das alles wir ein „böllert drauf los“-Aufruf ließt, ist das Böllern gar nicht so ohne: Allerdings weniger wegen des deswegen verloren gegangenen Geldes, sondern vielmehr aufgrund des in den Böllern enthaltenen Saatgutes: Ja genau, in den Knallkörpern befindet sich u.a. Raps für den tollen „Sterneffekt“. Und dieser wiederum kann durchaus genmanipuliert sein und jetzt kommt´s: 5-30 Prozent des eventuell genmanipulierten Rapses ist auch nach dem Knall und Feuerregen nachwievor keimfähig und landet irgendwo auf den Feldern. Den Rest könnt ihr euch selber denken oder aber <a href="http://is.gd/jXsBL" <nachlesen
Was ist nun das Fazit? Spenden und Böllern oder nicht Böllern und Spenden oder aber beides sein lassen? Für diejenigen, die das Unnötige zelebrieren und ein iPhone anbeten: Wie wär´s im nächsten Jahr mit einem virtuellen Feuerwerk ?