Gentechnik & Tierfabriken – Wir haben es satt!

Aus dem Aufruf:
Während der Messe „Grüne Woche“ in Berlin treffen sich am 22. Januar 2011 Landwirtschaftsminister_innen aus aller Welt und internationale Agrarkonzerne auf Einladung der Bundesregierung. Das Ziel von Monsanto, Müller Milch, BASF und Co.: die Industrialisierung der Landwirtschaft voran zu treiben. Das heißt: Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte. Die Agrarkonzerne wollen für Gen-Saat, Agro-Chemie und Industrie-Food grenzenlose Märkte und weitere Milliarden-Subventionen. Sie wollen Agrarfabriken statt Bauernhöfe – überall. Dies alles unter dem Deckmantel den Welthunger und den Klimawandel zu bekämpfen. Unterstützt werden sie dabei von Kanzlerin Merkel und ihrer Bundesregierung.

Ab Rosenheim hatte der Bund Naturschutz eine Demofahrt über das ganze Wochenende mit zwei Übernachtungen in Berlin angeboten. Rückmeldefrist war bereits der vergangene Freitag. Interessent_innen können es aber auf gut Glück noch einmal in der Geschäftsstelle probieren: Tel. 08031/12882.

Etwas seltsam mutet allerdings an, dass die Demo unter anderem vom antroposophischen Vermarktungsetikett „demeter“ getragen wird und Firmen wie Rapunzel dabei Protest-Sponsoring betreiben, wie der Youtube-Clip oben eindrucksvoll belegt. Das konterkariert den politischen Gehalt der Forderungen, denn der Protest scheint damit für verbesserte Vermarktungsbedingungen kapitalistischer Unternehmen und esoterische Halsabschneiderei instrumentalisiert zu werden.
So ist es außerordentlich begrüßenswert, dass es für die Demonstration auch einen Aufruf des Erwerbslosennetzwerks gibt, der die ökologische mit der sozialen Dimension verknüpft. Doch wenn es am Ende heisst „Zu wenig Hartz IV ist schlecht für alle“, dann ist das erstens falsch, denn es ist prinzipiell gut für den Standort Deutschland und die Ausbeuter-Klasse. Und zweitens wirkt die Forderung nach 80€ mehr im Regelsatz für eine gesunde Ernährung bizarr, wenn auf der Downloadseite darunter die Firmenlogos prangen, für die das Geld dann ausgegeben werden soll.

By the way: Eine Woche vor Weihnachten ist die Niedersächsische Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) zurückgetreten. In Unternehmen, an der sie und ihr Mann direkt und indirekt beteiligt sind, wurden mehrere Fälle heftiger Tiermisshandlungen und Dumping-Lohn-Skandale aufgedeckt. Im August wurde versucht, auf dem Gelände der Mastputenbrüterei ihres Mannes ein wärmendes zu Feuer zu entzünden.