Tödliche Mackerei [update]

Der Kriegsminister wollte es am liebsten verschweigen. Von Selbstmord gar war anfangs die Rede, später von einem Unfall beim Waffenreinigen. Nun ist es aber amtlich: Der im Dezember in Afghanistan ums Leben gekommene Gebirgsjäger starb an einer Mackerei unter Kameraden. Von „Waffenspielen“, „Posing“, also dem Zelebrieren preußischer Männlichkeitsphantasien, spricht die ARD-Militärexpertin Sabine Rau.

Andernorts ist eine Kadettin des Marine-Ausbildungsschiffs Gorch Fock bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Der NDR berichtet in diesem Kontext auch über sexuelle Übergriffe. Nach dem Unfall verweigerten von den übrigen Offiziersanwärter_innen einige offenbar den Dienst und wurden abgezogen.
Die Eltern einer 2008 von Bord gegangenen und verstorbenen 18-jährigen Soldatin vermuten nun auch sexuelle Übergriffe als möglichen Hintergrund des bislang ungeklärten Todes. Die ARD berichtete.

Tödliche Mackerei gibt’s aber nicht nur bei der Bundeswehr. In Hannover begann dieser Tage der Prozess gegen einen 42-jährigen Biodeutschen (SpOn), der zwei italienische Staatsangehörige ermordet hat. Zunächst hatte er sie zu einer Schlägerei aufgefordert, und dann mit einem extra herbeigeholten Revolver erschossen (vgl. SpOn, 05.07.10). Anlass der vorangegangenen Streiterei: Welche Nation hat öfter die Männer-Fußball-Weltmeisterschaft gewonnen?

Zum Weiterlesen über den Zusammenhang zwischen Patriarchat und Militarismus empfiehlt sich der Text „Antipatriarchale Perspektiven gegen jeden Krieg“ des Antipatriarchal-Feministischen Netzes Berlin.