Punkkonzert in Schwaz verboten

Am morgigen Samstag 22.01.11 hätte die Punkband RAWSIDE in Schwarz (Tirol) auftreten sollen. Kurz vor dem Auftritt bekamen die Veranstalter_innen des Konzerts eine plötzliche Absage seitens der Stadtregierung, mit der Begründung die Band sei „zu extrem“. Das Konzert wurde nun nach Innsbruck verlegt. Wir dokumentieren hier ein Stellungnahme der grauzone (Innsbruck)

WEITERE VERBOTE UND REPRESSION FORDERN MEHR WIDERSTAND!!!

Am Samstag 22.01.11 hätte die legendäre Punkband RAWSIDE in dem Schwazer Jugendzentrum Yunit auftreten sollen. Wenige Tage vor dem Auftritt bekamen die Veranstalter_innen des Konzerts eine plötzliche Absage seitens der Stadtregierung, mit der Begründung die Band sei „zu extrem“. Angenommen, dass sich die Band selbst dem anarchistischen Gedankengut zuordnet und radikale Texte vermittelt, kann eine solche unzureichende Begründung vom Schwazer Bürgermeister nicht ausreichen, um ein Punkkonzert zu verbieten.

Wie schon bekannt befindet sich in Schwaz der Kleiderladen Windstärke 10, der die bei Rechtsextremen sehr beliebte Marke Thor Steinar vertreibt. Die Eröffnung dieses Lokals vor einigen Monaten verursachte nur eine kleine Empörung bei einem Teil der Presse und bei verschiedenen politischen Gruppierungen, doch wurde nie von der institutionellen Stadtpolitik versucht, die Eröffnung eines solchen Ladens zu verhindern. Das Geschäft, das mittlerweile als Treffpunkt der rechtsextremen, rassistischen und neonazistischen Szene dient, wurde von den städtischen Institutionen nie als extrem beurteilt. Doch passierte genau das mit einem Konzert, das ein klares Zeichen gegen Faschismus, Rassismus und Intoleranz setzen wollte.
Wir, als autonomes Kollektiv, solidarisieren uns mit den Veranstalter_innen des Konzerts und akzeptieren nicht die gewöhnlich autoritäre Entscheidung der Stadtpolitiker_innen.

Wir stellen uns gegen die immer wachsende Verbote und Repression gegenüber politischen kulturschaffenden Menschen und Gruppierungen und werden unsere Plätze immer erkämpfen, gerade in Zeiten in denen rechtsradikale Jugendliche auf türkische Kulturvereine Brandanschläge verüben und Hakenkreuz-Sprayereien das städtische Bild „schmücken“ (Wie gerade eben in Schwaz passiert!).
Wir wollen eine „extreme“ Bereitschaft gegen jegliche Form von Autoritarismus, Faschismus, Sexismus, Rassismus und Hierarchie unterstützen!

Wütend,

die Grauzone