Bild dir deine Truppe

Kiegsminister Guttenberg stand in der vergangenen Woche unter scharfer Kritik, weil weite Teile seiner Dissertation abgekupfert sind. Und er dabei den Eindruck vermittelt, er wüsste selbst gar nicht so genau, wer was da eigentlich reingeschrieben wurde. Für Menschen, die sich selbst dem Diktat des wissenschaftlichen Arbeitens gebeugt haben in der Hoffnung Titel, höhere Entgeltgruppen und Karrierechancen zu bekommen, wirkt das wie Betrug.
Auch Journalist_innen haben diese harte Schule meist durchlaufen und nächtelang Zitate zusammengetragen, Absätze aneinandergestückelt und endlose Mengen an Fußnoten produziert. Insofern wundert es nicht, dass Medien – auch die konservativen – und Bürgertum schäumen vor Wut. Nur ein Medium blieb in der gesamten Debatte treu an der Seite des Wehrministers. Und mit ihm weite Teile der Bevölkerung, glaubt mensch den dubiosen Umfragen des deutschen Leitmediums.

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Diese Schützenhilfe könnte sich für den Springer-Konzern nun in barer Münze bezahlt machen: Die Bundeswehr wird dieser Tage – frei nach dem Motto „das Eine tun, das Andere nicht lassen“ – zur Berufsarmee mit Wehrpflicht nach Bedarfslage umgebaut. Deshalb müssen Soldat_innen zunächst auf anderen Wegen rekrutiert werden. Intern warnen die Militärplaner bereits davor, dass infolge des demografischen Wandels und der Konkurrenz um Fachkräfte die Einsatzbereitschaft der Truppe in Gefahr geraten könnte, so Financial Times Deutschland (FTD).
Um diese anzuwerben plant das Kriegsministerium eine Werbekampagne ausschließlich beim Springer-Konzern. Schwerpunkte sind dabei

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Das legt – angesichts der vermuteten sozialen Stellung und dem Bildungsniveau, das der Leser_innenschaft unterstellt wird – nahe, dass der adelige Minister im Moment verstärkt nach proletarischem Kanonenfutter und weniger nach Akademiker_innen sucht. Oder wie FTD es ausdrückt: Darüber hinaus will das Ministerium künftig auch verstärkt um Geringqualifizierte werben, um den Bedarf bei den Mannschaftsdienstgraden zu decken.

Interessantes zum Verhältnis Guttenberg / Bild ist in diesem Kontext auch bei der Tagesschau zu lesen:

Der Politikberater und ehemalige „Bild am Sonntag“-Chefredakteur bezeichnet das Verhältnis von Guttenberg und der Springer-Bouelevardpresse als „Win-win-Situation“. „Guttenberg hat sich selbst immer gut verkauft, und mit Guttenberg verkauft man gut“, so Spreng in einem Interview mit dem Deutschlandradio. Hinzu komme, dass sich die „Bild“ als Sprachrohr der Mehrheitsmeinung der Deutschen sehe und offenbar davon ausgehe, dass Guttenberg noch immer sehr beliebt sei. Zwischen dem Hause Guttenberg und der „Bild“ gebe es enge Verbindungen. „Die ‚Bild‘-Zeitung ist Teil des Hauses zu Guttenberg oder zu Guttenberg ist Teil des Hauses ‚Bild'“, so Spreng in dem Interview.

Bildquelle: Stupidedia.org