Eine Viertelmillion auf der Straße

Über 250.000 Menschen demonstrierten am vergangenem Samstag unter dem Motto „Fukuhima mahnt – Alle AKWs abschalten!“. Übereinstimmend bewerten die Organisator_innen dies als den größten Anti-Atom-Aktionstag der Geschichte der Bundesrepublik. Vierzig- bis Fünfzigtausend waren es in München, wo sich am frühen Abend noch ein linksradikal geprägter, spontaner Demonstrationszug zur e.on Zentrale bildete. Die Polizei bezifferte diesen auf 700 Teilnehmer_innen, ein indymedia-Bericht spricht von knapp 1.000.

In Rosenheim hatten sich frühmorgens um 10.00 Uhr relativ wenige Menschen am Max-Josefs-Platz eingefunden. Überpropertional stark war dabei die SPD vertreten. Diese möchte nach derzeitigem Stand allerdings AKWs bis 2020 weiterlaufen lassen. Ihr derzeitiger Aufruf hat allerdings erst 1.700 Unterstützer_innen, während der campact-Apell „Abschalten: Jetzt und endgültig“ bspw. 300.000 Mitzeichner_innen zählt. Die Genoss_innen an der Basis haben ihr Transparent „Hände weg vom Atomausstieg“ bereits auf „Atomausstieg“ gekürzt. Ob und ggf. wie sich hier noch eine innerparteiliche Diskussion entwickelt, wird sich zeigen.
Michael Müller, früherer SPD-Staatssekretär im Bundesumweltministerium und Vorsitzender der Naturfreunde Deutschlands erklärte beispielsweise: „Auch der Atomkonsens aus dem Jahr 2001 war kein Konsens mit der Umweltbewegung, er war ein Konsens mit den Betreibern, die mit milliardenschweren Entschädigungsklagen gedroht hatten. Mit Demokratie hat das nicht zu tun, aber viel mit Macht und Rücksichtslosigkeit.“ Sein Verband fordert denn auch, die acht unsichersten Reaktoren unmittelbar stillzulegen und danach alle zwei Monate einen weiteren Meiler abzuschalten.

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Riesentransparent: Atomausstieg ist Handarbeit: Demonstrieren - Blockieren - Sabotieren. Jetzt