Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken – Lob für die Bundesregierung

Nachdem eine sichere Einreise nach Europa für viele Menschen aufgrund der restriktiven Abschottung unmöglich ist, versuchen viele Flüchtlinge aus Nordafrika es mit schrottreifen Karren, die meist vollkommen überladen sind. 41 Menschen sind dabei alleine diese Woche wieder im Mittelmeer ertrunken.

Nach dem Zusammenbruch der Regime in Ägypten und Tunesien hat die EU wichtige nordafrikanisch Bündnispartner zur Migrationsabwehr verloren. Ihr wichtigster aber kämpft weiter und zunehmend erfolgreicher um sich an der Macht zu halten. Die Bundesregierung, die ansonsten bei militärischen Interventionen in Afrika nicht zimperlich ist, lehnt es ab, die von den Aufständischen geforderte Flugverbotszone zu unterstützen – und erhält dafür Lob von Gaddaffi. Pro Asyl thematisiert seit längerem die Zusammenarbeit der EU mit dem selbsternannten „Revolutionsführer“ und hat eine eMail-Aktion „Fluchtwege nach Europa öffnen – Flüchtlinge aufnehmen!“ aufgelegt. Zur aktuellen Situtation im Mittelmeer berichtet Pro Asyl auch, dass einer Fähre, die von Libyen aus 1.800 Passagiere nach Marokko transportieren wollte, das zwischenzeitliche Auftanken in Sizilien verweigert wurde.

In den letzten Tagen haben sich erneut Flüchtlinge aus Nordafrika auf den Weg nach Europa gemacht. Für 35 Menschen war die Reise am vergangenen Sonntag tödlich. Ihr Boot kenterte kurz nachdem es von der tunesischen Hafenstadt Zarzis aus in See gestochen war. Nur fünf Männer überlebten das Unglück und trieben die Nacht über im Wasser, bevor sie ein anderes Flüchtlingsboot an Bord nahm und nach Lampedusa brachte.

Besonders besorgniserregend ist eine weitere Meldung: Danach versuchte eine marokkanische Fähre mit Ägyptern, Libyern, Marokkanern sowie Algeriern an Bord auf ihrem Weg von Misurata (Libyen) nach Marokko einen Zwischenhalt in Sizilien einzulegen, um aufzutanken. Der italienische Innenminister wies das Verteidigungsministerium sogleich an, das Schiff von einem Eindringen in italienische Gewässer abzuhalten. Solange Unklarheit über die 1.800 Passagiere bestehe, sollten diese nicht in italienisches Hoheitsgebiet gelangen. Berichten zufolge verweigerte auch Malta der Fähre einen Zwischenstopp. Nach Angaben der Küstenwache könnte das Boot nun wieder in Richtung Libyen unterwegs sein. UNHCR-Sprecherin Laura Boldrini führte Italiens Abweisung auf die Paranoia der südlichen EU-Staaten vor einer Massenflucht aus Nordafrika zurück. „Diese Nordafrikaner könnten in das Land zurückgeschickt werden, aus dem sie geflohen sind“, mahnte sie. Die Bestätigung dieser Befürchtungen wäre fatal.

Links: