Junge Union Rosenheim disqualifiziert sich für Atom-Debatte!

Die infogruppe rosenheim weist die Forderung der Jungen Union Rosenheim nach einer Fortsetzung der Atomenergie entschieden zurück. Die pietätlosen Störungen einer Mahnwache für die Opfer von Erdbeben und Reaktorkatastrophe in Japan am vergangenem Montag disqualifizieren den CSU-Nachwuchs ohnehin für die Debatte.

Am vergangenem Montag versammelten sich im Bundesgebiet mehr als 110.000 Menschen in über 400 Städten und Gemeinden, um ihre Trauer und Wut über die Geschehnisse in Japan zu bekunden. Während in Rosenheim Atomkraft-Gegner_innen ein würdiges Gedenken für die Opfer der Katastrophe im Rahmen der Mahnwache vorbereitet hatten, pöbelten JU-Aktive Teilnehmer_innen an. Die Störungsversuche gipfelten nach Augenzeug_innenberichten darin, dass einer von ihnen just in dem Moment wahrnehmbar lachte, als die gut 200 Teilnehmer_innen zu einer Schweigeminute innehielten.

„Der CSU-Nachwuchs hat sich so für die Debatte nachhaltig disqualifiziert,“ erklärt Michael Kurz, Pressesprecher der infogruppe. Deren inhaltliche Argumentation sei zudem „windig“. Denn Isar I ist nicht mehr und nicht weniger als ein Schrottmeiler, der deutlich schlechter gesichert ist als Fukushima I. Dort brauchte es einen Tsunami, um den sogenannten station blackout, den gefährlichen Stromausfall im AKW selbst, herbeizuführen. In dessen Folge fiel dann die Kühlung aus, was die Reaktorkerne schmelzen ließ. In Deutschland braucht es keinen Tsunami – hier genügt ein simples Unwetter: Achtmal zwischen 1977 und 2004 führten Blitz oder Sturm in einem westdeutschen Atomkraftwerk zum Ausfall wichtiger Instrumente, zum gefürchteten Notstromfall oder gar, wie am 13. Januar 1977 im Atomkraftwerk Gundremmingen A, zum Totalschaden. Weiter ist die Bodenwanne des Sicherheitsbehälters in Isar I nur aus Stahl. Der Reaktorkern kann sie bei einem Unfall binnen Minuten durchschmelzen. Für eine Evakuierung bliebe dann überhaupt keine Zeit. „Rosenheim kann für diesen Fall nur auf günstigen Wind hoffen,“ so Michael Kurz.

Im übrigen werde in der Bundesrepublik mehr Strom produziert als benötigt und viele Reaktoren waren bereits monatelang vom Netz, ohne dass es zu Engpässen gekommen wäre. Bis zu sieben Atom-Anlagen sind demnach schon jetzt vollkommen überflüssig und blockieren den Ausbau dezentraler und erneuerbarer Energiegewinnung.

Die Andeutung in der Pressemitteilung der JU Rosenheim, Deutschland müsse im Falle einer Abschaltung hiesiger AKWs Strom aus womöglich noch unsichereren ausländischen Reaktoren zukaufen, wertet die infogruppe vor diesem Hintergrund als reine Panikmache. Kurz dazu wörtlich: „Mit solch manipulativen Äußerungen spielt die Junge Union bewußt mit den Ängsten der Menschen, um im Sinne der Atomindustrie eine sofortige Abkehr von dieser unbeherrschbaren Technologie zu verzögern.“

„Wir glauben nicht, dass das pietätlose Agieren der Jungen Union in Rosenheims Partnerstadt Ichikawa auf große Freude stößt. Die Oberbürgermeisterin ist jetzt aufgefordert, diesen Saustall gründlich auszumisten,“ erklärt Michael Kurz abschließend.

Teile der Pressemitteilung zum technischen Hintergrund sind einer
Erklärung von Jochen Stay für .ausgestrahlt übernommen.