Solidarität mit Guttenberg?!

Etwa 200 Menschen kamen heute auf die Rosenheimer Pro-Guttenberg-Kundgebung, die von der JU angemeldet worden war. Doch die Solidarität mit KTG kann nicht nur den Konservativen überlassen werden – dachten sich von etwa 30 Anhänger_innen des Kommunistischen Bündnisses Pro Guttenberg.

Sie hoben heraus, dass Guttenberg auf 85% der Seiten seiner Dissertation abgeschrieben habe. Damit durchbrach er bewusst den kapitalistischen Normalzustand von Leistungszwang und Verwertungslogik Er schaffte es erfolgreich zu sein ohne sich, wie es für normale Menschen an der Tagesordnung ist, dieser Logik zu unterwerfen.

Auch die Hedonistische Internationale forderte Uneingeschränkte Solidarität! Guttenberg muss zurück! Sie prokamierte: Beifall kann nie von der falschen Seite kommen! Kein Plakat ist fehl am Platze, kein Spruch zu doof, kein Gesang zu blöd – wenn es nur für unseren Guttenberg wirbt. Auch die wirrsten Parolen sind willkommen – wenn sie denn für unseren Guttenberg werben.

So – oder so ähnlich kam es denn auch in Rosenheim. Indymedia berichtete:

In Rosenheim versammelten sich heute gut 200 Teilnehmer_innen einer KTG-Kundgebung. Unter ihnen auch etwa 30 Genoss_innen des kommunistischen Bündnisses pro Guttenberg und der Freiherr himself. Es handelte sich nicht um ein Plagiat! Leider wurden ihre Solidaritätsbekundungen nicht vollständig gewürdigt, es kam mehrfach zu tätlichen Angriffen.
Dennoch kann dieses als die beste Karnevalsveranstaltung in Oberbaiern betrachtet werden.
Mit wunderbaren Plakaten des Ex-Kriegsministers, die diesen mit einem Stück rohen Fleisch im Mund zeigten (keiner hat die Truppe so gut verstanden wie er…) huldigten die Fans ihr Idol. Auf Transparenten forderten sie: „Solidarität mit Gutti – Eigentum kollektivieren – auch geistiges“.
Ein Flugblatt hob heraus, dass Guttenberg auf 85% der Seiten seiner Dissertation abgeschrieben habe. Damit durchbrach er bewusst den kapitalistischen Normalzustand von Leistungszwang und Verwertungslogik Er schaffte es erfolgreich zu sein ohne sich, wie es für normale Menschen an der Tagesordnung ist, dieser Logik zu unterwerfen.
Leider waren nicht alle Kundgebungsteilnehmer_innen so solidarisch. Nein, sie griffen den Helden, der extra in den Landkreis zurückgekommen war, wo er in der Schule nicht das Zitieren gelernt hat, sogar dreimal handgreiflich an. Von Beleidigungen ganz abgesehen. Ein Ordner wollte einem Polizeibeamten sogar 50€ dafür geben, dass er den Baron entfernt. Eine Personalienfeststellung wegen des Anfangsverdachts der Bestechung erfolgte nicht.
Auch andere KTG-Anhänger_innen berichten davon, dass ihre Plakate von Wilden, die bestimmt von der sozialistischen Presse aufgestachelt worden waren, fast zerissen worden wären. Dabei bildeten sie das jugendliche Rückgrat der ansonsten von der Ü-70-Fraktion geprägten Kundgebung.
Highlight des Tages war, dass ein karnevalistischer Stoßtrupp vorbeikam und Bonbons (zu bairisch: Guttis) in die Menge warf.

Hinweis für Journalist_innen: Die Bilder stehen zur freien Verfügung. Ein Hinweis auf uns und eine Benachrichtigung (infogruppe.rosenheim@gmail.com) wäre wünschenswert.