Von Fischstäbchen, Sicherheitsüberprüfungen und Briefbombenanschlägen

In Japan wird eine völlige Sperrung der Zone um Fukushima von der für diesen Bereich zuständigen Präfektur gefordert, während „im Grundwasser an der Anlage […] jetzt eine 10.000-fach erhöhte Strahlung gemessen“ wurde, mittlerweile auch Rindfleisch belastet ist, „in der Sperrzone […] wegen der Strahlengefahr Hunderte Leichen nicht geborgen werden“ können und die Kontamination des Meeres weiter steigt. Die Fischforschungsanstalt Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut weiß jedoch zu beschwichtigen und betont, dass die hohen Belastungen des Meeres deutsche Fischstäbchen nicht gefährden. Vielen dank dafür!
Zur selben Zeit sind in der BRD mittlerweile neun AKWs abgeschaltet und nicht mehr am Netz, jedoch teilweise, wie betont wird, nicht wegen der Tragödie in Japan und dem derzeit gültigen Moratorium, sondern wegen einer „jährlichen Revision und dem Wechseln von Brennelementen“ . Gleichzeitig macht RWE nun ernst und will am kommenden Freitag Klage beim Verwaltungsgerichtshof einreichen.
Auch wurden heute von Röttgen die neuen und schärferen Kriterien für neue Sicherheitsüberprüfungen der Atomkraftwerke präsentiert. Im Vordergrund stehen dabei, wie die taz berichtet, vor allem potentielle „Terrorangriffe mit großen Passagierflugzeugen“, sowie stärkere als bisher erwartete Erdbeben und Hochwasser.
In der Schweiz ist die Atomkraft ebenso wie hierzulande Thema: Entgegen den Plänen der Energiewirtschaft drei neue AKWs zu erbauen, lehnt ein Großteil der Menschen diese Pläne, ebenso wie die Atomkraft generell ab. Ein Briefbombenanschlag auf ein Büro der Schweizer Atomlobby swissnuclear setzt dabei eindeutige Signale. U.a. aufgrund der Befürchtung, dass die derzeitige Stimmung gegen Atomkraft kippen könnte, wird dieser von Greenpeace und den Schweizer Grünen deutlich verurteilt, wie u.a. telepolis berichtet.