Antifaschistische Demonstration in Bad Reichenhall angekündigt

Antifaschitsche Gruppen aus Österreich und Oberbayern kündigen für Samstag Sa. 21.05.2011 eine „Demonstration für die Entnazifizierung und Entmilitarisierung Bad Reichenhalls“ an. In einem Aufruf, der unter anderem auf der Internetseite badreichenhall.rabatz-buendnis.org publiziert wurde, heißt es wörtlich: „Anlässlich des 70. Jahrestags der deutschen Invasion auf Kreta rufen wir dazu auf am Samstag den 21.05.2011 in Bad Reichenhall gegen rechte Traditionspflege, Nazis und den militaristischen, nationalistischen, deutschen Normalzustand zu demonstrieren. Bad Reichenhall ist ein Ort der symbolisch für die geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz steht.“

Die Antifaschist_innen wollen so unter anderem gegen das jährliche „Kreta-Gedenken“ protestieren,das sie als geschichtsrevisionistisch kritisieren, weil Täter zu Opfer verklärt werden. Laut dem Rabatz-Bündnis sei es skandalös, dass in Bad Reichenhall bis heute die Kriegsverbrechen der Gebirsjäger auf Kreta verschwiegen werden. „In Bad Reichenhall erinnert zum Beispiel nichts an das Gebirgsjägermassaker vom 01.08.1941, als das Gebirgsjägerregiment 100 die Ortschaft Skines zerstörte und 148 kretische Zivilist_innen erschoss,“ so Anna Jade eine Sprecherin des Bündnisses. Auch wird die Traditionspflege der Bundeswehr kritisiert, die in der Kasernenbenennung nach dem Nazigeneral Konrad gipfle. Des weiteren stören sich die Antifaschist_innen auch am zivilgesellschaftlichen Umgang mit der rechten Szene des Berchtesgadner Landes: „Ohne Proteste kann sich zum Beispiel die NPD zum monatlichen Stammtisch im lokalen Gasthaus treffen. Nazis organisieren neben Stammtischen und (Horst-Wessel-)Feiern auch Kundgebungen und sogar jährlich zum 08. Mai eine SS-Gedenkfeier (in Karlstein/Bad Reichenhall).“

Eine Pressemitteilung vom Rabatz-Bündnis.