1.Mai: Soziale Revolution – Das ist das Mindeste!

Wir dokumentieren an dieser Stelle unseren Redebeitrag auf der gestrigen Demo zum Ersten Mai. Einen kurzen Bericht dazu findet ihr hier.

Kolleginnen und Kollegen,
Genossinnen und Genossen!

Wir sind der Meinung, Faire Löhne, Gute Arbeit und Soziale Sicherheit sind sinnvolle Forderungen. Aber das ist nicht genug! Als infogruppe rosenheim meinen wir:
Soziale Revolution, der Umsturz der Herrschenden Zustände, das ist das Mindeste!

Das gilt auch für Bildungsfragen. Denn die kapitalistische Bildung dient vorrangig dazu, die Menschen so zuzurichten, dass ihre Arbeitskraft möglichst effizient ausgebeutet werden kann. Dadurch werden Klassenunterschieden erzeugt. Diese teilen uns bereits im Schulalter in arm und reich.

Die schulische Selektion entspricht einer gesamtgesellschaftlichen. Es sind rassistische und sozialchauvinistische Rollenbilder, die hier reproduziert werden. Aber nicht nur das: Die kapitalistischen Verhältnisse werden weiter verfestigt durch die Einteilung in Geschlechter und Nationalitäten und staatlich legitimierter Herrschaft von Menschen über Menschen.

Im Alter von zehn Jahren werden mit der Zuweisung in Gymnasium, Real- und Hauptschule die biographischen Chancen der Kinder vorsortiert. Für ganze Lebenswege werden dann entweder die Tore geöffnet oder eben verbaut. Daneben existiert mit der „Sonderschule“ eine Restkategorie, in die junge Menschen abgeschoben und für einfachste Tätigkeiten zugerichtet werden.

Die Zuteilung auf die unterschiedlichen Schulformen folgt dabei der Bewertung durch Noten. Diese Bewertung kann nicht den Anspruch der Objektivität erfüllen und sie sage auch nichts über die individuell angeeigneten Fähigkeiten aus. Leistungsdruck und Konkurrenz verhindern auch den Erwerb von sozialen Kompetenzen im Sinne eines solidarischen Zusammenlebens. Diese Solidarität fehlt uns, um für ein besseres, selbsbestimmtes Leben kämpfen zu können.

Wir müssen die Grenzen, die wir zwischen uns aufbauen, überwinden. Das gilt auch für unsere politischen Kämpfen. So wichtig die verschiedenen einzelnen Themen sind, egal ob Arbeitskämpfe, Bildungspolitik, Anti-Atom-Proteste oder Flüchtlingssolidarität – unser Widerstand darf sich nicht nur auf einzelne Bereiche beschränken. Er muss sich gegen den Kapitalismus als Ganzes richten.

Emanzipatorische Bildung könnte für uns der Schlüssel sein, die gesellschaftlichen und natürlichen Abläufe in der Welt zu verstehen und sie mit diesem Wissen auch zum Besseren verändern zu können. Von der herrschenden Klasse und von den Verteidigern des Bestehenden haben wir nichts zu erwarten. Lass uns unsere Bildung deshalb gemeinsam selbst organisieren und in die eigenen Hände nehmen.

Dafür brauchen wir ein linkes, soziales Zentrum! Einen Raum, in dem wir uns als emanzipatorische Gruppen, als Gewerkschafter_innen, Initiativen und Einzelpersonen treffen können.

Solche Zentren gibt es in vielen Städten, jedoch nicht in Rosenheim. Es liegt an uns einen solchen Freiraum zu schaffen, in dem wir diskutieren, uns vernetzen und sozialrevolutionäre Aktionen aushecken können.

Ein solcher Raum ist keine befreite Insel innerhalb der kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Darüber brauchen wir uns keine Illusionen machen. Aber lasst uns einen Raum zu schaffen, in dem wir uns zumindest nicht selbst durch Gewalt und Hierarchien einschränken!

Eine Passende Immobilie steht quasi bereit. Jetzt geht es darum, über die Bedingungen und Anforderungen einer gemeinschaftlichen Nutzung zu sprechen.

In diesem Sinne:

Her mit dem Autonomen Zentrum, sonst scheppert’s dass’s kracht
Gegen Kapital, Staat und Nation
Für die Soziale Revolution!