Rabatz ruft zu Protesten gegen Homophobie auf

Wie bereits in den vergangenen Jahren gibt es auch heuer Wirbel um homphobe “Künstler“ auf dem Chiemsee Reggae Summer. Anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie1 am heutigen 17.Mai kritisiert das RABATZ­Bündnis den 2011 geplanten Auftritt von Capleton am Festival und ruft für den Fall, dass dieser zustande kommt, zu „dezentralen, kreativen Aktionen“ auf.

 

Letztes Jahr hatten die bislang stärksten Proteste aus zivibürgerlichen und linksradikalen Spektren zur Absage des homosexuellenfeindlichen Interpreten Sizzla geführt. Dennoch soll mit Capleton2 auch 2011 ein „Hasssänger“ auf dem Chiemsee Reggae Summer auftreten. Er hat zwischen 1991 und 2005 mindestens 22 Songs, in denen offen zur Gewalt und zum Mord an Schwulen aufgerufen wird veröffentlicht. Auch nach der Unterschrift des Reggae Compassionate Act (RCA) im Mai 2007 hetzte Capleton weiter, weshalb unter anderem seine USA Tour 2010abgesagt wurde.

Laut dem RABATZ­Bündnis hätten die Veranstalter, trotz Proteste aus zivibürgerlichen und linksradikalen Spektren im letzten Jahr nichts dazu gelernt. Mit der Absage der Band Frittenbude bahnt sich allerdings in diesem Jahr eine neue Qualität des Widerstands an. „Wir werden das konsequent vorantreiben und rufen schon jetzt zu kreativen und dezentralen Aktionen auf für den Fall, dass Capleton tatsächlich spielt“, kündigt RABATZ­Sprecherin Anna Jade an. In einer Stellungnahme moniert das Bündnis linker Gruppen aus Oberbaiern, Salzburg und Tirol zudem, dass die Veranstalter_innen bislang kein Konzept gegen sexualisierte Übergriffe am Festival vorgelegt haben.

Erneut homphober Musiker auf Chiemsee Reggae Summer

Aufruf zu dezentralen, kreativen Aktionen während des Festivals

Der Chiemsee Reggae Summer machte in der Vergangenheit schon öfter durch die Einladung homophober „Künstler“ unrühmliche Schlagzeilen1. Trotz Protesten aus zivilbürgerlichen und linksradikalen Spektren, die im letzten Jahr anlässlich des ankündigten Auftritts von Sizzla ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten, haben die Veranstalter_innen des Chiemsee Reggae Summer nichts dazu gelernt.

Erneut soll mit Capleton, der schon 2007 Gast des CRS war, ein homophober „Künstler“, der für

seine antihomosexuelle Propaganda bekannt ist, auftreten. Weder der Forderung nach einer anderen Bookingpraxis ohne homophobe Acts noch der nach einer Auseinandersetzung mit häufigen sexualisierten Übergriffen wurde damit seitens der Veranstalter_innen nachgekommen. Im Gegenteil. Laut soulrebells.org2 hat Capleton zwischen 1991 und 2005 mindestens 22 Songs, in denen offen zur Gewalt und zum Mord an Schwulen aufgerufen wird veröffentlicht. Auch nach der Unterschrift des Reggae Compassionate Act (RCA) im Mai 2007 hetzte Capleton („Battyman fidead di yuth em right bout that“) weiter. Aufgrund neuer Hass-Videos 3wurde unter anderem dieUSA Tour 2010 abgesagt.

Positiv hervorheben möchten wir das Statement der Band Frittenbude,die ihren Auftritt am Chiemsee Reggae wegen Capleton abgesagt hat. Auf der Bandhomepageist zu lesen: „Solange Capleton oder irgend ein anderer homophober ‚Künstler‘ auf dem Chiemsee Reggae Summer spielt, ist unser Auftritt dort gecancelled. Wir haben unseren Gig explizit nur unter der Bedingung zugesagt, das auf dem kompletten Festival kein Battymantues-Sänger seine idiotische Propaganda verbreiten wird…“4 Wir würden uns wünschen, dass mehr Künstler_innen diesem Beispiel folgen.

Als RABATZ-Bündnis fordern wir die Veranstalter_innen erneut auf, homophobe Acts keine Bühne zu bieten und endlich aktive Maßnahmen gegen sexualisierte Übergriffe auf dem ChiemseeReggae Summer zu ergreifen. Sollte Capleton auf dem CRS 2011 auftreten dürfen, so rufen wir dieses Jahr zu dezentralen, kreativen Aktionen während des Festivals und besonders beimAuftritt von Capleton auf.

Pro Homo – Für eine befreite Gesellschaft

Rabatz-Bündnis, 17.05.2011

1 2008 und 2000 war das beispielsweise Beeny Man (I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“), 2007 Capleton („Fire bun batty bwoy!“ „Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“), 2000 und 2004 Buju Banton, der im Juli 2004 auf Jamaika an einem schwulenfeindlichen Übergriff persönlich beteiligt war und 2009 t.o.k. („from dem a par inna chi chi man car Blaze di fire mek we bun dem!!!! [Bun dem!!!!] From dem a drink inna chi chi man bar Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)“ „Sollten sie zusammen in einem Schwulen­Auto sitzen, Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen! [verbrennt sie!] Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken Entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen! [fertig machen]“)

2 Quelle: soulrebels.org/dancehall.htm

3 (http://www.reitschule.ch/reitschule/stopmurdermusic/Texte/08­11­01­capletonviolatesRCA.html)

4 http://frittenbude.blogsport.de/2011/05/03/chiemseereggaesummer­2011/#comments