Bash Back – Gegen den Festkommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft

Presserklärung des Bündnis „Bash Back – Gegen den Festkommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ zur Kooperation des „Sudetendeutschen Haus“ und der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ (BG)

Am 15. und 16. Juli findet in München ein Festkommers zum 50jährigen Bestehen der rassistischen, sexistischen und deutschnationalistischen Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) statt. Die Burschenschaftliche Gemeinschaft ist ein 1961 in München gegründeter Zusammenschluss verschiedener rechter Burschenschaften aus Österreich und Deutschland. In ihrem völkischen Nationalismus begreift die BG Österreich sowie einige Gebiete in Polen und Tschechien als Teile eines Großdeutschlands. In der BG ist unter anderem die Burschenschaft Olympia Wien, zu deren Mitgliedern auch der 3. Nationalratspräsident Martin Graf (FPÖ) gehört.

Erst gestern wurde bekannt, dass Mitglieder der BG als Aufnahmekriterium in ihrem Dachverband „Deutschen Burschenschaft“ (DB) einen „Ariernachweis“ einführen wollten. Selbst in der ohnehin schon konservativen DB sorgte das für Zündstoff, der auf dem bevorstehenden „Burschentag“ in Eisenach sogar zur Spaltung führen könnte.1

Das Bündnis „Bash Back – Gegen den Festkommers der Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ hält es für einen untragbaren Zustand, dass extrem rechten Burschenschaften öffentliche Räume wie das „Sudetendeutsche Haus“ in der Hochstraße (München-Haidhausen) zur Verfügung gestellt werden. Besonders skandalös ist für uns, wenn es sich bei diesen um Rassist_innen und Antisemit_innen wie der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ handelt.

Wir fordern:

 

  • die sofortige Kündigung der Verträge der „Burschenschaftlichen Gemeinschaft“ mit dem „Sudetendeutschen Haus“
  • einen konsequenten Antifaschismus und eine generelle Absage an rassistische, nationalistische und sexistische Veranstaltungen

Dazu Ina Reiter (Pressesprecherin des „Bash Back“-Bündnis):

„Für uns ist es untragbar, dass sich rassistische und antisemitische Gruppierungen 66 Jahre nach der Niederschlagung des Nationalisozialismus ungestört in öffentlichen Räumen versammeln können. Gerade in München als ehemalige ‘Hauptstadt der Bewegung’ empfinden wir es als Verhöhung der Opfer des Nationalsozialismus, wenn der Freistaat Bayern solchen extrem rechten Organisationen öffentlichen Räumen zur Verfügung stellt . Sollte der Kommers stattfinden, rufen wir zu Protesten auf!“

 

Über die Thematik berichtet heute auch luzi-m: http://www.luzi-m.org/nachrichten/artikel/datum/2011/06/18/468/