Bye bye, Stadtwerke! Hello Ökostrom…

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Trotz des aktuellen Geredes von einem Atom“ausstieg“ sind nach wie vor 9 der 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz und liefern Strom. Von diesen kann täglich die nächste Katastrophe ausgehen, was viele Menschen nicht weiter dulden wollen. Deshalb wird der Anti-Atom-Widerstand auch weitergehen, beispielsweise gegen den Castor im November. Auch dann sind viele Menschen bereit Regeln zu brechen, weil sie die Lagerung von Strahlenmüll für ein Unrecht halten, vor dem sie der Staat offenbar nicht schützt.

Atomstrom bei den Rosenheimer Stadtwerken

In Rosenheim gibt es zwar kein Atomkraftwerk, weil der Standort Marienberg durch den Widerstand verhindert werden konnte. Doch neben den großen Energiekonzernen E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW liefern auch die Stadtwerke Rosenheim Strom, der zu einem erheblichen Teil aus Kernenergie stammt. Auch wenn der Bundesdurchschnitt mit 22,6% über dem Anteil der SWRo, je nach Quelle von 14,5% – 18,3%, liegt, tragen auch diese ihren Teil zu den mit Atomkraft verbundenen Problemen bei:

  • Der Uranabbau vergiftet Boden, Wasser und Luft mit radioaktiven Stoffen.
  • Für die Anreicherung des Urans und die Herstellung der Brennelemente für AKW werden hochgiftige, radioaktive und sogar waffenfähige Materialen quer durch Europa und über die ganze Weltkugel transportiert.
  • Atomkraftwerke und andere Atomanlagen geben schon im Normalbetrieb radioaktive Stoffe an die Umgebung ab. Die Krebsrate bei Kindern ist im Umkreis von Atomkraftwerken deutlich erhöht.
  • Der Super-GAU kann jeden Tag passieren. Er bedroht Leben und Gesundheit von Millionen von Menschen und würde riesige Gebiete auf Dauer unbewohnbar machen. Das Risiko eines schweren Unfalls nimmt mit steigendem Alter der Atomanlagen zu.
  • Die sichere Endlagerung des strahlenden Atommülls für Hunderttausende von Jahren ist weltweit völlig ungelöst. Niemand weiß, was mit diesen Hinterlassenschaften passieren soll. Die sogenannte „Wiederaufarbeitung“ abgebrannter Brennelemente vergrößert den strahlenden Müllberg noch.
  • Atomstrom ist nicht CO2-frei. Er verursacht im Gegenteil schon heute mehr Treibhausgas-Emissionen als Strom aus Windkraftanlagen und sogar mehr CO2 als erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke.
  • Atomkraft verträgt sich nicht mit Erneuerbaren Energien. Atomkraftwerke sind viel zu unflexibel, um das schwankende Energieangebot von Wind, Wasser und Sonne zu ergänzen. Schon heute müssen etwa Windkraftanlagen abgeschaltet werden, weil Atomstrom die Netze verstopft. Längere Laufzeiten von Atomkraftwerken blockieren den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien.
  • Atomkraft deckt nur gut zwei Prozent des Weltenergiebedarfs, Tendenz weiter sinkend. Eine solche Nischentechnik kann weder die Energieprobleme der Erde lösen noch das Klima retten.
  • Die Uranvorräte sind begrenzt. Wollte man den Anteil der Atomkraft am Weltenergieverbrauch auch nur auf 10 Prozent steigern, müsste man 1.600 neue AKWs bauen. Die Uranvorräte wären dann in etwa zehn Jahren aufgebraucht.
  • Atomkraft zementiert die Macht der Stromkonzerne. Das sorgt für stetig steigende Strompreise und verhindert den dringend nötigen Umbau unserer Energieversorgung. (Quelle: http://www.ausgestrahlt.de/)

Der persönliche Atomausstieg

Diesen Gefahren müssen wir uns nicht aussetzen: Der erste Schritt für eine Zukunft ohne Atomkraft kann im persönlichen Wechsel des Stromlieferanten liegen. Empfehlen können wir dabei Ökostromanbieter, die, im Vergleich zu Ökostromtarifen anderer Anbieter, unabhängig von Atomkonzernen sind. Dazu zählen die in der Region ansässige Rosenheimer Solargenossenschaft, die Elektrizitätswerke Schönau (EWS), Greenpeace Energy, LichtBlick und Naturstrom (nicht zu verwechseln mit der Strommarke NaturEnergie von EnBW). Ökostromlabel wie „OK-Power“ und „Grüner Strom“ bieten zwar die Garantie, dass der jeweilige zertifizierte Stromtarif aus erneuerbaren Energien stammt. Allerdings bekommt z.B. auch Vattenfall Zertifikate des OK-Power-Labels, weswegen auch hier Skepsis angebracht ist. Vermutete höhere Kosten lassen manche Menschen vor dem Wechsel zurück schrecken. Jedoch ist es so, dass der Strom eines Ökostromanbieters in der Regel nicht viel teurer als der eines herkömmlichen Anbieters ist, je nach Region ist er sogar günstiger.

Am einfachsten ist der Anbieterwechsel über das Internet. Auf der Seite http://www.atomausstieg-selber-machen.de/stromwechsel.html kann einer der vier genannten Anbieter ausgewählt und ein Vertrag ausgefüllt werden. Dazu wird die Stromzählernummer benötigt, die auf dem Gerät und der Stromrechnung zu finden, oder aber vom Vermieter, Hausmeister oder dem derzeitigen Stromanbieter zu erfahren ist. Das Ganze muss nur noch ausgedruckt und dann zur Post gebracht werden. Nach kurzer Zeit folgt eine Bestätigung des neuen Ökostromanbieters, der sich um alles weitere kümmert. Es müssen keine extra Gebühren bezahlt werden, auch muss beim alten Anbieter nicht gekündigt werden – im Grunde bleibt alles beim Alten, nur kommt der Strom nun aus erneuerbaren Quellen.
Wer kein Internet zur Verfügung hat oder andere Kommunikationsmittel bevorzugt, kann sich auch z.B. unter der kostenlosen Ökostrom-Hotline beraten und sich Unterlagen zusenden lassen: 0800-7626852

Für einen Preisvergleich gibt es diverse Preis- und Vergleichrechner, wie sie u.a. bei der Verbraucherzentrale aufgelistet sind.