Kinder an Waffen kein Einzelfall bei der Gebirgstruppe

RABATZ: „militaristische Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen ist kein Einzelfall“
– Fotos zeigen: Kinder hatten bereits 2009 Zugang zu realistisch anmutenden Waffen (beim Tag der offenen Tür in Brannenburger Kaserne am 11.07.2009)
– Fotos zeigen: Kind an Panzerabwehrwaffe (beim Tag der offenen Tür der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall am 28.5.2011)
– Aufgetauchtes Video zeigt Kinder mit Handfeuerwaffen an Bundeswehrstand (beim Tag der offenen Tür der General-Konrad-Kaserne in Bad Reichenhall)
– RABATZ-Bündnis fordert Auflösung der Gebirgstruppe

Mit ihrem Tag der offenen Tür haben die Reichenhaller Gebirgsjäger einen bundesweiten Skandal ausgelöst. Nun zeigen neue Bilder, dass der aktuelle Skandal kein Einzelfall ist. Auf ihnen ist zu sehen, wie ein Kind an einem schweren Geschütz liegt. Schon damals ließen Bundeswehr-Gebirgspioniere Kinder mit Waffen spielen.

Ein mittlerweile im Internet kursierendes Video vom Tag der offenen Tür in der Kaserne in Bad Reichenhall zeigt ebenfalls, wie dort Kindern Zugang zu verschieden Waffentypen ermöglicht wurde.

Das RABATZ-Bündnis spricht der Bundeswehr die Kompetenz im Umgang mit Heranwachsenden ab und fordert daher ein Ende der Kooperation von Schulen mit der Bundeswehr, sowie die grundsätzliche Beendigung von Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Dazu erklärt Anna Jade, Sprecherin der RABATZ-Bündnis:

„Es ist im Sinne einer Erziehung zu Demokratie und Gewaltfreiheit vollkommen unverantwortlich, dass die Bundeswehr Lehreinheiten an Schulen gestalten darf. Die Kooperationsvereinbarungen zwischen Kultusministerien einzelner Länder und der Bundeswehr müssen deshalb aufgehoben werden.Das Militär muss einen Platzverweis für Schulhöfe erhalten.“

In der aktuellen Debatte verweist die Bundeswehr darauf, dass Kinder in ihren den Kasernen prinzipiell nicht mit Waffen in Kontakt kommen sollen. Das RABATZ-Bündnis bekräftigt, dass sich diese Behauptung mit dem Auftauchen neuer Bilder nicht aufrecht erhalten lässt. Militaristische und kriegsverherrlichende Einstellungen prägen die Gebirgstruppe ganz grundsätzlich. Dies zeigt sich z.B. an der Benennung der Bad Reichenhaller Kaserne nach dem Wehrmachtsgeneral Rudolf Konrad oder an der Verklärung des deutschen Überfalls auf Kreta. Vor einigen Wochen beteiligten sich Bad Reichenhaller Gebirgsjäger an den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestags der deutschen Invasion auf Kreta. Reichenhaller Gebirgsjäger waren dort in Kriegsverbrechen, wie z.B. die Ermordung von 148 Einwohner der Ortschaft Skines, verwickelt.

Anna Jade:

„Ob Kinder an Gewehren, ekelerregende Mutproben mit rohen Innereien, Leichenschändungen oder NS-verherrlichende Gedenkpolitik – die Gebirgstruppe produziert einen Skandal nach dem anderen. Es wäre besser, sie würde vollständig aufgelöst.”