Autoren Lesung „Mutterkorn“

Auf Einladung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) liest Autor Leonhard F. Seidl am Samstag, 24.09.11, in Rosenheim aus seinem Roman „Mutterkorn“, erschienen im Verlag Kulturmaschinen. Die Kunstkarawane untermalt die Veranstaltung musikalisch mit Gitarre, Querflöte und vielem mehr.

Am 9. November 2003 wollten Neonazis bei der Grundsteinlegung des jüdischen Kulturzentrums in München eine Bombe zünden. Der Roman greift die Ereignisse von damals auf. In Mutterkorn begibt sich der Altenpfleger Albin O. aufgrund einer drogeninduzierten Psychose in eine Klinik für suchtkranke junge Männer. Er stößt auf die Pläne einer rechten Terrorgruppe, die ein Bombenattentat plant. Einer der Attentäter ist dort ebenfalls Patient.

„Mutterkorn ist die Geschichte einer Befreiung“, sagt Leonhard F. Seidl über sein Debüt, „aber auch eine Geschichte über Gewalt und Abhängigkeit.“ „Er vermittelt eine Ahnung von der Existenz einer Parallelwelt, in der Angst, Hilf- und Perspektivlosigkeit, aber auch heillose Wut die Menschen beherrschen. Das ist das Milieu, in dem dumpfer Rassismus und faschistoide Gewalt gedeihen,“ ergänzen ihn die Nürnberger Nachrichten vom 11.08.11.

Wie der Protagonist in seinem Roman war auch der Krankenpfleger Seidl mit den Zuständen in der Altenpflege konfrontiert. Mittlerweile ist der 35-jährige als Sozialpädagoge, Journalist sowie Autor tätig und als solcher in der Gewerkschaft VerDi aktiv. Nicht nur dadurch lernte er mit Sucht und Drogen gepflasterte Lebensläufe kennen. Ausgezeichnet wurde er unter anderem 2005 mit dem Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden und 2007 für seine Arbeit „Beschriebene Blätter – Kreatives Schreiben mit straffälligen Jugendlichen.“

Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr in der Gaststätte Ocakbasi im Schützenhaus (Küpferlingerstr. 62). Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht.