Lesung: Spuren des NS im Oberland

Reinhold Friedrich liest aus seinem Buch „Spuren des Nationalsozialismus im bayerischen Oberland – Schliersee und Hausham zwischen 1933 und 1945 „.
Schliersee war in den Jahren des Nationalsozialismus keine gewöhnliche Landgemeinde. Schon 1938 konnte die dortige Ortsgruppe der NSDAP ihr fünfzehnjähriges Bestehen feiern und der zuständige Kreisleiter stolz eine nationalsozialistische Mustergemeinde präsentieren. Wie es wirklich war und dass Vieles unter der offiziellen Decke verborgen blieb, zeigt ein Blick in die Spruchkammerakten und anderes Archivmaterial: Das Spektrum reicht vom still duldenden Zeugen Jehovas über opponierende Trachtenvereinsmitglieder bis hin zu parteiinternen Intrigen. Opposition regte sich vor allem in der benachbarten Bergbaugemeinde Hausham, die immer ein »roter« Dorn im Fleisch der NSDAP blieb. Der braune Kult um das Gefallenendenkmal des Freikorps Oberland und der Betrieb in der Schule der SA-Gruppe Hochland sorgten schon früh für eine überregionale Ausstrahlung Schliersees im nationalsozialistischen Bayern. Als sich dann noch die prominenten Reichsminister Hans Frank, Heinrich Himmler und Otto Meißner hier mit Landsitzen und Jagdhäusern niederließen, war auch die Verzahnung mit der großen nationalsozialistischen Welt Berlins gegeben. In diesem Kosmos fehlten nicht die Schattenseiten, denn den Herren folgten die Knechte. In diesem Fall waren das die Häftlinge der Außenkommandos, die das Konzentrationslager Dachau hier betrieb. Ergänzt wird diese Studie durch eine fotografische Dokumentation der behandelten Bauten der NS-Zeit sowie exemplarische archivarische Materialien.
Kartenvorverkauf über Bücher-Oase Schliersee, Tel. 08026/6904
Ort: Pfarrheim St. Sixtus, Schliersee

Quelle:
http://annaberg.blogsport.de/2011/09/12/lesung-spuren-des-nationalsozialismus-im-bayerischen-oberland-2/