Oktoberfest-Attentat – Ermittlungen wiederaufnehmen!

Am Montag, den 26.09. jährt sich das faschistische Attentat auf das Münchner Oktoberfest zum 31. Mal. DGB Jugend hält aus diesem Anlass um 9.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Haupteingang der Theresienwiese ab, während die SPD-Fraktion zu einer Abendveranstaltung im Bayerischen Landtag unter dem Motto „Ermittlungen wieder aufnehmen, Rechtsextremismus bekämpfen“ um 19.00 Uhr im Saal 3 einlädt. Die Abendveranstaltung erfordert eine Anmeldung bei Barbara Thörner-Höck.

Aus einem Flyer der DGB Jugend:

Vor [..] 31 Jahren fand das schwerste Bombenattentat in der Geschichte der Bundesrepublik statt. Am Haupteingang des Festplatzes detonierte eine Bombe. 13 Menschen wurden getötet, darunter drei Kinder im Alter von sechs, acht und elf Jahren. 211 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten war auch der Täter, der 21-jährige Gundolf Köhler.
Die Opfer des Attentats, ihre Angehörigen und diejenigen die damals für die Versorgung der Verletzten und die Bergung der Toten verantwortlich waren, leiden zum Teil bis heute an den psychischen und physischen Folgen.
Die Tat hatte einen rechtsextremen Hintergrund. Der Täter stand in Verbindung zu der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. Die Hintergründe des Attentats wurden bis heute nicht richtig aufgearbeitet. Das offizielle Ermittlungsergebnis wurde immer wieder angezweifelt. So ist bis heute nicht bewiesen, ob es sich um einen Einzeltäter handelte oder einer Gruppe von Tätern. Verschiedene Gruppen und Parteien versuchen jetzt eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu erwirken. Zusammen mit der Landeshauptstadt München erinnert die DGB Jugend München seit 1983 mit einer Kranzniederlegung an diese schreckliche Tat.
Wir wollen der Opfer gedenken und die kritische Auseinandersetzung mit dem Attentat wach halten. Verbunden mit diesem Gedenken ist für uns auch weiterhin die Aufgabe, sich rechtsextremem Gedankengut in diesem Land entgegenzustellen.

MdL Florian Ritter (SPD) ergänzt in der Einladung zur Abendveranstaltung:

Als mutmaßlicher Täter wurde der damals 21-jährige Geologiestudent Gundolf Köhler, der Verbindungen zur neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann unterhalten hatte und bei dem Anschlag selbst ums Leben kam, identifiziert. 1982 stellte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen gegen mögliche unbekannte Mittäter ein.

Seit dieser Zeit sind Forderungen nach einer Wiederaufnahme der Ermittlungen nicht verstummt. Von Anfang an gab es Zweifel an der Einzeltätertheorie. Doch Wiederaufnahmeanträge wurden 1984 und 2008 vom Generalbundesanwalt abgelehnt. 1997 waren die letzten Asservate vernichtet worden. Es ist höchste Zeit, aus Respekt vor den Opfern und im Interesse des Rechtsstaats, durch erneute Ermittlungen die Hintergründe und Zusammenhänge der Tat vom 26. September 1980 aufzuklären.

Die Veranstaltung soll der Forderung nach einer Wiederaufnahme der Ermittlungen Nachdruck verleihen. Gleichzeitig wollen wir das schreckliche Ereignis vom 26. September 1980 zum Anlass nehmen, auch angesichts aktueller Umfragen und der europaweiten Entwicklung vor einer Verharmlosung des Rechtsextremismus und rechtsextremistischen Gedankenguts zu warnen.

Bildquelle: stadt-muenchen.net.