Filmvortrag: „Sobibor, 14.10.1943, 16 Uhr“ – Selbstbefreiung aus dem Vernichtungslager

Am 14.Oktober 1943 befreiten sich die KZ-Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor selbst. Mit einem Filmvortrag im selbstverwalteten Zentrum Z möchte die infogruppe rosenheim am kommenden Freitag den jüdischen Widerstand würdigen und erinnert daran, dass mit John Demjanjuk einer der Täter von Sobibor im Landkreis verweilt.

Gezeigt wird ab 19.00 Uhr die Verfilmung „Sobibor, 14.Oktober 1943, 16 Uhr“ von Claude Lanzmann. Diese basiert vor allem auf dessen Interview mit Yehuda Lerner, der den Aufstand überlebte und maßgeblich daran mitwirkte.

In hebräisch schildert Lerner zunächst seine Vorgeschichte als Inhaftierter, der achtmal aus Konzentrationslagern geflohen war, und den Alltag im Vernichtungslager Sobibor. Angesichts der andauernden Massenermordungen entwickeln einige Häftlinge einen minutiösen Plan, wie sie Waffen erlangen und das Lager befreien können. Schlüsselszene des Films sind die Schilderungen Lerners, wie er einem SS-Aufseher mit einer Axt den Schädel spaltet.

Lanzmann, selbst Untergrundkämpfer in der Résistance, geht davon aus, „dass sich viele mit Lerner identifizieren. Denn Lerners Tat verkörpert das Recht und die Pflicht zu töten.“ Heute lebt Lerner in Israel und ist zu einer Symbolfigur des jüdischen Widerstandes und Überlebenswillen geworden.

In Bad Feilnbach hingegen residiert John Demjanjuk. Er wurde im Mai wegen Beihilfe zum Massenmord an geschätzten 28.060 Menschen in einem international beachteten Prozess zu fünf Jahren Haft verurteilt, anschließend aber von der Haft verschont.

Die Zahl der insgesamt in Sobibor ermordeten Menschen wird auf bis zu eine Viertel Million geschätzt. Nach dem Aufstand schlossen die Nazis das Lager.

Der Filmvortrag beginnt am Freitag, 14.10., um 19.00 Uhr im selbstverwalteten Zentrum Z (Innstr. 45a). Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.

 

Leseempfehlung zum Fall Demjanjuk: Der aida. Artikel „ NS-Täter John Demjanjuk aus der Haft entlassen“, vom 12.05.2011