Prügeln, Bestechen und zurück in den Dienst

Wie die Süddeutsche vom Donnerstag berichtet, kehrt ein Münchner Prügel-Bulle wieder zurück in den Dienst. Er hatte einen 14-Jährigen geprügelt, eine Kollegin bestochen und ansonsten mehrere Disziplinarverfahren. Dennoch sah die Justiz ein „gewisses Restvertrauen“ in den Beamten.

„Alter“ hatte der 14-Jährige zu dem Polizisten während eines Verhörs gesagt. Eine „Beleidigung“ sei das nach Auffassung der Dienststellenleiterin, aber sie hätte nicht dazu führen dürfen, dass der Beamte dem Jugendlichen auf den Hinterkopf schlägt. Viel schwerwiegender als Gewaltanwendung freilich war, dass er versucht hatte, eine Kollegin dazu zu bringen, nicht wegen Zuschnellfahrens gegen ihn zu ermitteln. Deshalb – so die Dienststellenleiterin – müsse der Polizeihauptmeister aus dem Dienst entfernt werden.
Neben diesen strafrechtlich geahndeten Vorgängen hatte der Polizist auch schon einmal bei einer Personenkontrolle 8000 Mark in seine eigene Schublade beschlagnahmt. Weiter war er intern durch Zuspätkommen, das Zuparken der Dienststelle und beleidigende Äußerungen aufgefallen.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sieht dennoch ausreichen „Restvertrauen“ in den Prügelbullen, um ihn als Polizeimeister wieder in den Dienst zurückkehren zu lassen. Damit trägt die Justiz weiter dazu bei, das „gewisse Restvertrauen“ der Menschen in die bayerische Polizei abzuschmelzen; eigentlich sollten wir dazu gratulieren, besser könnten wir das auch nicht. Aber dafür sind die Vorgänge zu widerlich.