Gegen Nazi-Terror und Geheimdienste

Die Morde der mutmaßlichen Neonazi-Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund (NSU)“ schockieren weltweit vielem Menschen, auch in Rosenheim. Die vermutliche Verwicklung des Verfassungsschutzes wird zusätzlich als skandalös empfunden. Als Reaktion zeigt die infogruppe rosenheim am Sonntag (27.11.11) den Film „Gladio – Geheimarmeen in Europa“ und unterstützt eine antifaschistische Demonstration am 26.11.11 in München unter dem Motto „Nazis morden, der Staat lädt nach….“.

„Die Nachrichten bezüglich des Neonaziterrors haben uns schockiert, aber leider nicht wirklich überrascht. Dass Nazis morden und der Verfassungsschutz vermutlich davon wusste und vielleicht sogar indirekt daran beteiligt war, macht nur ein weiteres Mal deutlich, dass wir uns bei unserem Kampf gegen Nazis und andere rechten Ideologien nicht auf staatliche Organisationen und Institutionen verlassen können.“ so kommentiert Michael Kurz von der infogruppe die Geschehnisse der letzten Tage.
Welche Gefahr auch von Neonazis aus der Region Rosenheim ausgeht wurde spätestens 2006 deutlich, als lokalen Neonazis über 100 Kurz- und Langwaffen, darunter Gewehre, Revolver, Maschinenpistolen, Maschinengewehre, und Flak-Munition wurden in insgesamt 26 Gebäuden gefunden wurden.
Je mehr Informationen nun über die ursprünglich aus Jena stammenden Nazi-Terroristen des NSU ans Licht befördert werden, desto stärker wird nicht nur bei der infogruppe die Vermutung, dass der Verfassungsschutz die Gruppe unterstützte. Er soll die rassistischen Mörder bei ihrer Verdunklung mit neuen Pässen1 ausgestattet haben und nach Informationen der FAZ2 soll ein Geheimdienstmitarbeiter sogar bei einem Anschlag dabei gewesen sein. Die Tatsache, dass der ehemalige Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz inzwischen für einen rechten Verlag publiziert3 passt für die Rosenheimer Antifaschisten in dieses Bild.
Für Kurz erinnert die Affäre etwas an die als Gladio bekannt gewordene Zusammenarbeit von Geheimdiensten und Neonazis4 zu Zeiten den Kalten Krieges und er ist der Meinung, dies verdeutlicht abermals wie gefährlich staatliche Organe werden können, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen. Aus diesem Grund zeigt die infogruppe rosenheim am Sonntag, den 27.11.2011 die Dokumentation „Gladio – Geheimarmeen in Europa“(2010, 85min) im Rosenheimer Z, der ehemaligen Buchhandling Irrlicht (Innstr.45a). Beginn der Filmvorführung ist um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.
Bereits für Samstag, den 26. November 2011 mobilisiert die infogruppe rosenheim zu einer antifaschistischen Demonstration nach München. Unter dem Motto „Nazis morden, der Staat lädt nach…“ soll dort gegen „Naziterror“ und „für die Auflösung des Verfassungsschutzes“ demonstrieren werden. Die Auftaktkundgebung startet um 14:30 Uhr am Mahnmal für die Opfer des Oktoberfestattentats an der Theresienwiese. Weitere Informationen, Aufrufe etc. gibt es auf: http://26november11.blogsport.de/

1 Vgl. u.a. http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/2011/11/14/verfassungsschutz­im­zwielicht_7487
2 http://www.faz.net/aktuell/politik/nationalsozialistischer­untergrund­verfassungsschuetzer­womoeglich­in­doener­
mord­involviert­11528741.html
3 Helmut  Roewer wurde 2000 aufgrund einer Reihe von Affären suspendiert, inzwischen  publiziert er im  rechten
Ares­Verlag
4 Vgl. http://www.nadir.org/nadir/periodika/aib/archiv/82/46.php