Infomail Februar 2012

Werte Freund*innen der Arbeitsverweigerung und des guten Geschmacks!
Das ansonsten übliche Vorwort entfällt diesesmal, nicht zuletzt, um euch, ihr lieben Leser*innen des Rosenheimer Infomails, all die Lesezeit zu ersparen, die das lesen eines Vorworts verschlingen würde, sondern auch, weil sich das ZK der Infomail-Redaktion in einer Kampfabstimmung einig wurde, dass
-a) so ein Vorwort mehr Arbeit bedeutet
-b) Arbeit scheiße ist und
-c) Vorworte kleinbürgerliches Klimbim sind.

Schließlich wollen wir euch nicht vom lesen des Hauptteils abhalten, wo ihr erfahrt, was ihr zu erwarten habt, wenn ihr die Blockwärter*innen der Rosenheimer Sicherheitswacht als Kasperln bezeichnet – unsere Solidarität. Dann gibts einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen: Wir haben eine Esoterik-Kritische Reihe im Z geplant. Was bei den Naziaufmärschen in Mühldorf und München passiert, ob der NS-Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber doch noch an Holland ausgeliefert wird und was am 13. Februar in Dresden abgeht erfahrt ihr ebenfalls…

Aber seht selbst:

Inhaltsverzeichnis

1.Repression
1.1.Schluss mit dem Kasperltheater!
2.Bildungskollone Rosenheim
Veranstaltungsreihe zur Entbarbarisierung Rosenheims
3.Antifa-News
3.1. Naziaufmärsche in Mühldorf und München blockiert
3.2. Münchner Neonazis im Waffengeschäft?
3.3. Doch noch Auslieferung von NS-Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber?
3.4. 13. Februar 2012 – Naziaufmarsch in Dresden blockieren!
4. Antira
4.1. Hungerstreik in der Bayernkaserne
4.2. Repression gegen Ouri Jalloh Gedenken
5. Auf die Straße gegen die Nato-Sicherheitskonferenz 2012!
6. Hans Baimler zum 75. Todestag
7. Termine

1.Repression

1.1.Schluss mit dem Kasperltheater!

Am Dienstag, 31.01.2012, wird dem stadtbekannten (Lebens-)Künstler Josef am Amtsgericht Rosenheim der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe Angehörige der sogenannten »Sicherheitswacht« beleidigt – wir meinen, dass Josef freigesprochen und die Sicherheitswacht abgeschafft gehört und rufen unter dem Motto »Schluss mit dem Kasperltheater« dazu auf dem Prozess ab 10:00 Uhr im Zimmer 112 als kritische Öffentlichkeit beizuwohnen.
Seit 1994 gibt es in mittlerweile 114 bayerischen Städten Sicherheitswachten. Die Polizei erklärt auf ihrer Homepage, dass es sich dabei um Bürger_innen handelt, die „Zuverlässigkeit und Verantwortungsbereitschaft bewiesen haben und einen guten Ruf besitzen“ sowie „die Arbeit der Polizei in vorbildicher Weise [..] unterstützen“. Denn „Innere Sicherheit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch auf die Mitwirkung und das Engagement der Bürger angewiesen ist.“
Blockwartmentalität ist es, die mit der Sicherheitswacht zur Geltung kommen soll: In unverhohlenem Rassismus empfiehlt die bayerische Polizei als Einsatzgebiete der Sicherheitswacht nicht nur „größere Wohnsiedlungen“ und „öffentliche Parks und Anlagen“, sondern auch „das Umfeld von Asylbewerber-Unterkünften“. Auch ansonsten handelt es sich um praktizierten Sozialchauvinismus. So geht die Sicherheitswacht gegen Menschen vor, die in der Öffentlichkeit Alkohol trinken oder (vermeintlich) betteln.
Dabei ist die Sicherheitswacht vorrangig nicht zur Aufklärung oder Verhinderung von Straftaten gedacht, sie hat keinerlei polizeiliche Befugnisse. Vielmehr soll ihre Präsenz ein »Sicherheitsgefühl« herstellen. Die gefühlte Sicherheit ist dabei besonders »abstrakt«, weil sie in keinerlei Zusammenhang mit der tatsächlichen Häufigkeit von Straftaten oder so genannter »Straßenkriminalität« stehen muss. Es ist auch nur die gefühlte Sicherheit eines bestimmten Ausschnitts der Bevölkerung, beispielsweise der Einzelhändler_innen oder des gehobenen Bürger_innentums.
Ganz anders für diejenigen, die als soziale Randgruppen gelten oder zu solchen gemacht werden, also zum Beispiel Wohnungslose, Jugendliche, Flüchtlinge oder Migrant_innen. Für sie wird die Anwesenheit der Sicherheitswacht, die in Rosenheim meist mit uniformartiger Kleidung auftritt, zu einem Faktor der Verunsicherung. Sie sollen in Rosenheim – so scheint es – aus dem Stadtbild entfernt werden, um die kleinbürgerlich wie kleinstädtische Romantik nicht zu stören.
Das funktioniert dadurch, dass ambitionierte Möchtegern-Polizist_innen ausgestattet mit Funkgerät, 7,16 Stundenlohn, einem uniformartigen Blouson sowie Reizgas durch die Innenstadt patroullieren. Ihre schärfste rechtliche Handhabe ist dabei ihr Mundwerk, denn für die meisten darüber hinausgehenden Handlungen müssen sie zuerst die richtige Polizei herbeirufen. Ein wahrliches Kasperltheater!
Josef soll nun laut Anklage in Gegenwart zweier eifriger Sicherheitswachtler „Kasperln von der Sicherheitswacht“ gesagt haben. Die beiden empfanden das als beleidigend. Zumal sie ihn bezichtigen bezichtigen, er hätte in einem anderen Zusammenhang auch „euch hätte man auch zu Hitlers Zeiten oder bei der Stasi brauchen können“ gesagt. Auf Nachfrage, wie das gemeint sei, soll er ergänzt haben „Da bist du selbst schuld, wenn deine geistigen Fähigkeiten nicht ausreichen“. Auch fühlen sich die Sicherheitswachtler beleidigt und in ihrer Ehre gekränkt. Es könnte sich darin aber auch ein entlastendes Indiz finden: Hat es sich bei „Kasperln“ vielleicht doch um eine Tatsachenbehauptung gehandelt?
Der Staatsanwaltschaft war es aber nicht zu dumm Anklage gegen Josef zu erheben. Von mehreren Möglichkeiten, das Verfahren einzustellen und beispielsweise als Bagatelle fallen zu lassen hat sie nicht Gebrauch gemacht. In Traunstein gibt man sich hart – ähnlich wie im Fall einer Pfaffenhofener Familie, die im November 2010 von einem knappen Dutzend Polizist_innen verprügelt wurde und von 17.02.2012 an wegen “Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte” auf der Anklagebank des Rosenheimer Amtsgerichts sitzen wird. Wenn die Staatsanwaltschaft meint, dass sie damit im öffentlichen Interesse handelt, soll sie auch auf eine kritische Öffentlichkeit stoßen. Unsere Solidarität gegen ihre Härte!
Solidarität mit Josef – Kommt zum Prozess am Dienstag, 31.01.!
Schluss mit dem Kasperltheater – Sicherheitswacht abschaffen!

Kasperl-Prozess wegen Sicherheitswacht

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2.Bildungskollone Rosenheim – Veranstaltungsreihe zur Entbarbarisierung Rosenheims

2.1. Filmvortrag „Mondverschwörung

Am Sonntag den 05. Februar feiert der Film „Die Mondverschwörung“ Rosenheimprimäre. Im Rahmen der Filmreihe „der politische Film“ (jeden ersten Sonntag im Monat) ist es der infogruppe rosenheim gelungen die Vorführrechte für diesen aktuelle Kinofilm zu erhalten.
In der “Mondverschwörung” entlockt ein amerikanischer Reporter, namens Dennis R.D. Mascarenas, den Jüngern hanebüchener Esoteriktheorien unglaubliche Geschichten über die sagenumwobenen Kräfte des Mondes.
Naiv und erkenntnishungrig lässt er, immer noch staunend, nicht locker, wenn ihm z.B. Sonderlinge, der neofaschistisch geprägten Esoterik-Szene, ihre Version vom Verscheiden Hitlers erzählen. Hinter allem sollen die Aldebaraner, eine außerirdische Zivilisation stecken…
Wer sich schon immer mal über verschwurbelte Esoterik-Spinner*innen amüsieren wollte ist herzlich eingeladen, zur Filmvorführung zu kommen. Der Eintritt ist wie immer frei. Ab 18:00 gibt’s Volxküche, vegetarische Non-Demeter-Kost gegen Spende. Aber passt auf, dass euch angesichts der hannebüchenen Interviews des Films das Essen nicht im Halse stecken bleibt…

2.2. “Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur”

Vortrag mit Dr. Claudia Barth am So, 19.02 im Rosenheimer „Z“
Am Sonntag den 19. Februar referiert im Rosenheimer „Z“ (Innstr.45a) Dr. Claudia Barth1 über die die wichtigsten Aspekte esoterischer Ideologien. Einen besonderen Augenmerk legt die Esoterikexpertin auf die, für Deutschland spezifische, Spielart der Esoterik mit ihrem völkischen Einschlag. In Deutschland ist Esoterikvor etwa 150 Jahren, zeitgleich mit der Reichsgründung, entstanden. Sie transportiert nationale Mythen, rassistisch-völkisches Gedankengut und bietet sich als adäquate Religionsform der Moderne an. Nach einem Einblick in Geschichte und Grundlagen esoterischen Denkens geht es im zweiten Teil der Veranstaltung um Gründe für dessen enorme Verbreitung.
Diese Veranstaltung der infogruppe rosenheim voraussichtlich in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein beginnt um 18:30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Die Referentin, Dr. Claudia Barth, Diplom-Sozialpädagogin (Doktorarbeit zur subjektiven Verarbeitung esoterischer Theorien im Fach Reflexive Sozialpsychologie an der Ludwigs-Maximilians-Universität München. )ist in der freien Jugendhilfe tätig. Sie bietet Vorträge, Seminare und Workshops im Bereich Esoterikkritik und NS-Gedenkstättenpädagogik an. Veröffentlichungen u.a.: Esoterik – die Suche nach dem Selbst (Dez 2011, Transcript Verlag); Über alles in der Welt. Esoterik und Leitkultur (2006, alibri Verlag)

2.3. Entschwörungstheorie

Vortrag mit Daniel Kulla am Fr, 30.03 im Rosenheimer „Z“
Am Freitag den 30. März referiert im Rosenheimer „Z“ (Innstr.45a – www.z-rosenheim.net) Daniel Kulla über “Entschwörungstheorie” und stellt sein Buch mit demselben Titel vor.
“Entschwörungstheorie” ist ein ironisches Label. Ziel ist nicht die Einheitliche Feldtheorie zur Widerlegung sämtlicher Verschwörungstheorien. Vielmehr geht es darum, das Thema für eine kritische Diskussion überhaupt zugänglich zu machen und die dafür wichtigen Fragen aufzuwerfen. Motiv ist die Unzufriedenheit mit der bisherigen Beschäftigung mit Verschwörungsdenken, die besonders in Deutschland vorwiegend in unkritisches Durch-winken einerseits und akademisch-elitäres Bashing à la Wolfgang Wippermann andererseits zerfällt.
In dem Buch „Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt“ ( 2007, Verlag: Werner Pieper & The Grüne Kraf) betont Kulla die Besonderheit des modernen Verschwörungsdenkens gegenüber früheren Formen; es werden nicht mehr hauptsächlich aufgrund unzureichender Informationen wilde Spekulationen angestellt, sondern es findet eine Reduktion trotz verfügbarer Informationen statt. Dabei kleidet sich moderne Verschwörungsideologie ins Gewand etablierter Autoritäten (Wissenschaftler, Historiker, Politiker) und übertrifft diese in der Wirkung beim Publikum in vielen Fällen. Dieser als “Travestie” bezeichnete Mechanismus gehört zu den wichtigsten Verbreitungsweisen des Verschwörungsdenkens und sollte nicht durch die üblichen Reaktionen bestärkt werden.
Wichtig ist dem Autor auch die Unterscheidung in offenes und geschlossenes bzw. ideologisches Verschwörungsdenken. Ersteres zeichnet sich durch offene Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Realität von Verschwörungen (klandestine Machtstrukturen, Geheimdienste) aus, während zweiteres als geschlossene Ideologie daherkommt, in der die Antworten immer schon vorher feststehen, mittels derer Vorverurteilungen, Opfer- und Feindmarkierungen vorgenommen werden und somit Brennstoff für die Politik von Ausschluss, Verfolgung und Massenmord geliefert wird.
Der „Entschwörungstheorie“ -Vortrag am Freitag den 30. März wird von der infogruppe rosenheim in Zusammenarbeit mit der Petra Kelly Stiftung organisiert. Die Veranstaltung beginnt pünktlich um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.
„Daniel Kulla, 34, ist ein Ostberliner Autor, Sänger und Blogger. Er war kurz Chefredakteur des Jugendmagazins Spiesser, schrieb eine Biographie über einen Gründer des Chaos Computer Clubs, singt Lieder über den Kommunismus und schreibt im Moment ein Buch über Drogen und Räusche. Kulla hat sich ausführlich mit Verschwörungstheorien beschäftigt. In seinem Buch “Entschwörungstheorie. Niemand regiert die Welt” beschreibt er, was offene Verschwörungstheorien sind: Sie fragen, ob Terrorgruppen, Geheimdienste oder Konzerne hier tatsächlich etwas Fieses ausgeheckt haben. Dagegen stellen geschlossene Verschwörungstheorien nur Fragen, die sie vorher schon beantwortet haben – das könne gefährlich werden.“ (Süddeutsche Zeitung, 10. September 2011, http://www.sueddeutsche.de/politik/krude-theorien-um-verschwoerungsglaube-eine-ideologie-aus-der-mitte-der-gesellschaft-1.1141196)

2.4. “Regionalgeld, Tauschringe und die braune Menschenzucht-Utopie des Silvio Gesell”

Am Sonntag, den 22. April referiertimRosenheimer „Z“ (Innstr.45a, www.z-rosenheim.net) der Journalist Peter Bierl. In seinem Vortrag wird Bierl die ökonomischen und politischen Aspekte der Lehre Gesells kritisch analysieren.
In Krisenzeiten finden Vertreter obskurer Heilslehren, von Esoterik und antisemitischen Verschwörungstheorien besondere Resonanz. Das gilt auch für die so genannte Freiwirtschaftslehre des Kaufmanns Silvio Gesell (1862-1930), auf denen die aktuellen Regionalgeld-Projekte und Tauschringe basieren. Gesell behauptete, alle Übel dieser Welt, insbesondere ökonomische und soziale, seien darauf zurückzuführen, dass Geldbesitzer Zinsen „hecken“. Gesells Vorschlag lautete, darum rostendes Geld, Freigeld oder Schwundgeld auszugeben, Geld also, das in regelmäßigen Abständen an Wert verlöre, so dass es sich nicht lohnt, es zu horten. Diese Lehre ist unsinnig, weil Geld weder wertbeständig ist noch in nennenswertem Umfang zuhause unter der Matratze versteckt wird. Gefährlich ist Gesells Sozialdarwinismus. Er wollte – so ist in seinem Hauptwerk mit dem Titel „Die natürliche Wirtschaftsordnung“ nachzulesen – einen ungehemmten „Manchesterkapitalismus“, in dem Frauen als Gebärmaschinen und reiche Männer als Samenspender fungieren sollten. Frauen sollten sich in einer Art seriellen Monogamie mit wirtschaftlich erfolgreichen Männern paaren, deren ökonomischen Erfolg er als Ausweis hervorragenden biologischen Erbguts deutete – und mit diesen möglichst viele Kinder zeugen. Die von ihm als minderwertig angesehenen Menschen würden verschmäht, ihr Erbgut im Lauf der Zeit ausgemerzt und dadurch eine „Hochzucht der Menschheit“ erreicht werden.
Der Vortrag ist eine Veranstaltung der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V.. Der Eintritt zu der Veranstaltung, welche pünktlich um 19:00 Uhr beginnt, ist frei. Das „Z“ hat bereits ab 18:00 Uhr geöffnet.

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3.Antifa-News

3.1. Naziaufmärsche in Mühldorf und München blockiert
3.1.1. Mühldorf

Am Samstag, den 14.Januar 2012 wollten die im “Freien Netz Süd” (FNS) organisierten Neonazis in Mühldorf am Inn aufmarschieren und gegen die lokale Flüchtlingsunterkunft hetzen. Doch für die Nazis dürfte der Tag anders verlaufen sein als erhofft. Die ursprünglich geheime Nazimobilisierung wurde am Donnerstag durch das a.i.d.a. Archiv aufgedeckt und am Samstag blockierten dann Antifas gemeinsam mit Einwohner_innen an zwei Stellen die Altstadtzugänge. Nach einer langen Wartepause vor den Toren Mühldorfs mussten die 60-70 Nazis von der Polizei zum Bahnhof zurück geleitet werden. Die Nazi- Abschlüßkundgebung ging in dem Lärm der 3-400 Gegendemonstrant_innen unter. Hier einige Links zu Presse und Polizeiberichten:
http://www.chiemgau-online.de
http://www.sueddeutsche.de
http://www.pnp.de
http://www.innsalzach24.de
http://www.wochenblatt.de
http://www.polizei.bayern.de (Bullenseite!)
In der Chronologie des aida-Archivs findet sich eine ausführliche Zusammenfassung vom 14.Januar:
http://www.aida-archiv.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2723:14-januar-2012&catid=220:2012-januar&Itemid=1362

3.1.2. München

Bereits eine Woche später planten die Nazis um das Freie Netz Süd einen erneuten Aufmarsch in München und wurden dabei schon wieder blockiert – Nach twitter nazis stoppen münchen wurden die Nazis um Norman Bordin, Karl-Heinz Statzberger und dem Freien Netz Süd (FNS) ordentlich mit Schneebällen eingedeckt und am Sendlinger Tor schlussendlich blockiert. Angepeilt war vor das selbstverwaltete Zentrum Kafe Marat zu ziehen. Dort war es in den Nächten davor zu Sachbeschädigungen gekommen. Eine Rückroute gab es an diesem Tag nicht und so mussten die Nazis geschlagen eine U-Bahn Station zurückfahren, zum Hauptbahnhof, also dahin, wo sie hergekommen waren.
Damit wurde auch der zweite Naziaufmarsch in Oberbayern innerhalb von einer Woche zum Desaster für die braune Brut. Mal sehen, ob sich hier ein Norman Bordin Wanderzirkus etabliert; der Ottobrunner fungierte auch in Mühldorf als Anmelder.
Ihr schier unfassbares Aggressionspotential haben die Faschist_innen dennoch unter Beweis gestellt. So wurde nach Twitter Angaben das Pink Panther Lied abgespielt. Das ist ein unverhohlener Bezug auf die Mordserie des sogenannen NSU, der auch zwei Münchner Migranten zum Opfer gefallen sind. Die Comic-Figur Paul Panther führt durch ein geschmackloses Bekenner_innenvideo.
Weiterlesen unter:
http://linksunten.indymedia.org/de/node/53837

3.2. Münchner Neonazis im Waffengeschäft?

„Schießübungen in Tschechien, eine ominöse Homepage und ein Video, das die Vorzüge einer automatischen Maschinen-Pistole demonstriert: Der Verdacht liegt nahe, dass Münchner Neonazis ins Waffengeschäft eingestiegen sind.“ so beginnt ein Artikel von Heiner Effern und Bernd Kastner in der Süddeutschen Zeitung (12.01.) über die “Jagdstaffel D.S.T. Der Artikel ist auch unter http://www.sueddeutsche.de/muenchen/rechtsextreme-unter-verdacht-muenchner-neonazis-im-waffengeschaeft-1.1255713 online.
Bereits am 10.01.2012 berichtete das ARD Magazin „report MÜNCHEN“ über diese Vorfälle. Video: http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/rechtsextreme-kameradschaften110.html

3.3. Doch noch Auslieferung von NS-Kriegsverbrecher Klaas Carel Faber?

Von Hans Holzhaider
http://www.sueddeutsche.de/bayern/ns-kriegsverbrecher-faber-aus-ingolstadt-der-letzte-auf-der-liste-1.1259741-2
Seit 1952 kämpfen die Niederlande, Klaas Carel Faber hinter Gittern zu bekommen – bislang vergeblich. Nun könnte der NS-Kriegsverbrecher, der in Ingolstadt lebt, doch noch eine Haftstrafe antreten müssen. Es ist allerdings ungewiss, ob der 89-Jährige das Ende des Verfahrens überlebt.

Der Journalist Arnold Karskens, 57, hat sich in den Niederlanden einen Namen als Kriegsberichterstatter gemacht. Er war in El Salvador und auf den Philippinen, in Nordirland und Angola, in Irak und in Afghanistan. Aber es gibt ein Thema, das ihn während all dieser Jahre immer begleitet hat: die Verfolgung niederländischer Kriegsverbrecher.

Landsleute, die in den Jahren 1940 bis 1945 mit den deutschen Besatzern kollaborierten und verantwortlich oder mitverantwortlich sind für die Deportierung niederländischer Juden in die Konzentrationslager, für die Rekrutierung von Niederländern zur Zwangsarbeit in Deutschland und für die Erschießung wirklicher oder angeblicher Mitglieder des niederländischen Widerstands.

Heute steht nur noch ein Name auf Karskens Liste: Klaas Carel Faber, 89 Jahre alt, wohnhaft in Ingolstadt.

Unermüdlich hat Karskens Archive durchforscht und mit Zeitzeugen gesprochen, hat mit Justizbehörden korrespondiert, und hin und wieder ist er auch nach Ingolstadt gefahren, hat in der Straße, wo Faber seit 1961 lebt, auf den alten Mann gewartet und versucht, mit ihm zu sprechen – immer vergeblich.

Aber jetzt, im Januar 2012, zeichnet sich doch die Möglichkeit ab, dass Faber noch einmal ins Gefängnis muss. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat beim dortigen Landgericht den Antrag gestellt, die Vollstreckung einer 1949 in den Niederlanden verhängten lebenslangen Freiheitsstrafe für zulässig zu erklären.

Der Abschnitt in Fabers Lebens, um den es dem Journalisten Karskens geht, liegt sehr weit zurück – 67 Jahre. Faber, damals 22 Jahre alt, war, wie auch sein älterer Bruder Piet, Mitglied im NSB, der niederländischen Nazipartei. Im Mai 1944 wurde sein Vater, der schon seit 1933 zu den niederländischen Nazis gehörte, von Widerstandskämpfern erschossen.

Kurz danach wurden die Brüder Piet und Klaas Carel zum deutschen SD (Sicherheitsdienst) in Groningen kommandiert, einer berüchtigten Einheit, in deren Hauptquartier, dem Scholtenhuis, viele Gefangene gefoltert wurden.

Die Brüder waren an mehreren Exekutionen beteiligt. Am 19. September 1944 wurden in einem Wald nahe der deutschen Grenze bei Odoorn fünf Männer durch Kopfschüsse hingerichtet, am 28. Oktober 1944 sechs Gefangene im Konzentrationslager Westerbork, im April 45 elf Männer in der Nähe der Ortschaft Norg.

Nur im Fall Westerbork hat Klaas Carel Faber zugegeben, selbst geschossen zu haben. Beim Prozess gegen die Brüder Faber im Juni 1949 vor einem Sondergerichtshof in Groningen nahm Piet in den meisten Fällen die Schuld auf sich und entlastete seinen Bruder. Piet Faber wurde hingerichtet, das Todesurteil gegen Klaas Carel später in lebenslange Haft umgewandelt.

Am ersten Weihnachtsfeiertag 1952 gelang Klaas Carel Faber die Flucht aus einem Gefängnis in Breda. Er schlug sich nach Deutschland durch. Seitdem kämpfen die Niederlande um die Auslieferung Fabers – bisher vergeblich. Denn Faber profitierte von einem Erlass Adolf Hitlers, der bestimmte, dass „deutschstämmige Ausländer“, die in die deutsche Wehrmacht, die Waffen-SS oder die deutsche Polizei aufgenommen wurden, die deutsche Staatsangehörigkeit erhielten.

An diesen Erlass fühlte sich die deutsche Justiz auch nach dem Krieg gebunden. So wurde aus Klaas Carel Faber ein deutscher Staatsbürger, der nach dem Grundgesetz nicht ausgeliefert werden durfte. Ein deutsches Ermittlungsverfahren gegen Faber wurde 1957 vom Landgericht Düsseldorf eingestellt – es fehle an Beweisen, hieß es zur Begründung, dass die Erschießungen, an denen Faber teilgenommen hatte, rechtswidrig gewesen seien.

Der Fall Faber löste in den Niederlanden erhebliche Verbitterung aus. Erst nach dem Schengener Abkommen kam wieder Bewegung in die Sache. 2003 – Faber war jetzt 80 – beantragten die Niederlande, die gegen Faber verhängte Haftstrafe in Deutschland zu vollstrecken.

Aber die Staatsanwaltschaft Ingolstadt beantragte, unter Verweis auf die Düsseldorfer Entscheidung von 1957, die Vollstreckung nicht zuzulassen, das Landgericht Ingolstadt folgte diesem Antrag. Im November 2010 unternahmen die Niederlande einen neuen Vorstoß und erließen einen europäischen Haftbefehl, dessen Vollstreckung wieder an Fabers deutscher Staatsangehörigkeit scheiterte.

Aber die Niederländer ließen nicht locker. Erneut beantragten sie, Fabers Haftstrafe in Deutschland zu vollstrecken, und diesmal traf die Staatsanwaltschaft Ingolstadt eine andere Entscheidung.

Durch die Ablehnung des Europäischen Haftbefehls sei möglicherweise eine neue Rechtslage entstanden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Walter – ein komplizierter juristischer Sachverhalt. Deshalb habe man jetzt beantragt, die Strafvollstreckung in Deutschland zuzulassen.

Die Entscheidung liegt jetzt beim Ingolstädter Landgericht. Das muss den Antrag jetzt zunächst Faber selbst zuleiten, gegebenenfalls einen Verteidiger bestellen und dann die Rechtslage prüfen. Ein langwieriges Verfahren. In der kommenden Woche wird Klaas Carel Faber 90 Jahre alt. Ob der Traum des Journalisten Karskens, den letzten Kriegsverbrecher auf seiner Liste hinter Gittern zu sehen, in Erfüllung geht, bleibt ungewiss.

3.4. Dresden
3.4.1. News zu Naziaktivitäten

Für Verwirrung sorgte die letzten Tage die Info, die Nazis würden am 18.2. nicht durch Dresden laufen wollen. Zunächst einmal können wir sagen:

Wollen tun die ganz sicher – nur scheint es so zu sein, dass sie aus den letzten Jahren gelernt haben. So mobilisiert die JLO regional auf den 13.2., wie die letzten Jahre auch.

Recherche in Nazikreisen hat ergeben, dass diese offiziell nicht für den 18.2. mobilisieren, was bundesweit für Unmut sorgt.

Intern warten Nazis nur auf den Startschuss für die Mobilisierung zum Großaufmarsch.

Wir wollen es darauf nicht ankommen lassen! Für den 13.2. konnten sie im letzten Jahr an einem Sonntag (!) 1300 „Kameraden“ nach Dresden karren.

An einem Montag wie in diesem Jahr kann nicht mit einem höheren Potential gerechnet werden. Ein Großaufmarsch wird am 13.2. also definitiv NICHT stattfinden.

Wie geplant rufen wir Leute aus der Region dazu auf, auch am 13.2. nach Dresden zu fahren und am Mahngang „Täterspuren“ des Bündnis „Dresden Nazifrei!“ teilzunehmen.

Unser Hauptaugenmerk liegt allerdings immer noch auf dem 18. Februar: Wenn wir jetzt einen Rückzieher machen könnten es die Nazis schaffen, bis dahin breit zu mobilisieren.

Den Großaufmarsch müssen wir ihnen nehmen! Lasst uns wie geplant am 18.2. nach Dresden fahren – auf dass der Naziaufmarsch Geschichte wird!

3.4.2. Spendenaufruf

Für den Druck von neuem Material, Repressionskosten des letzten Jahres und die örtliche Infrastruktur am 18.2. braucht das Bündnis Geld.

Kleiner Tipp: Bei der nächsten Infoveranstaltung einfach eine Spendendose rumreichen und für erfolgreiche Blockaden das Geld hierhin weiterleiten:

Empfänger: Bund der Antifaschisten e.V.
Konto: 7431721010
BLZ: 85095004
Volksbank-Raiffeisenbank Meißen
Kennwort: Dresden Nazifrei

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4. Antira

4.1. Hungerstreik in der Bayernkaserne

Über 30 Jugendliche in der Münchner Gemeinschaftsunterkunft Bayernkaserne in der Heidemannstraße im sind am 7. Januar in den Hungerstreik getreten, um gegen die menschenunwürdige Unterbringung dort und für eine kindgerechte Behandlung zu demonstrieren. „Viele Leute in der Bayernkaserne bekommen psychische Probleme. Die bekommen dann nur eine Tablette, aber die unerträgliche Situation wird nicht geändert. Deswegen sind wir in den Hungerstreik getreten.“ Die Jugendlichen haben eine Liste mit ihren dringendsten Problemen erarbeitet und sich damit zunächst an ihre Betreuer gewandt. Diese konnten ihnen jedoch nicht helfen und verwiesen an die verantwortlichen Stellen bei Regierung und Jugendamt. Die Jugendlichen fordern deshalb: „Wir möchten, dass die Verantwortlichen zu uns kommen und sich selbst ein Bild von unserer Situation machen. Wir wollen selbst mit ihnen über unsere Probleme sprechen!“
Am 10.01.2012 kamen Vertreter der Regierung von Oberbayern, des Jugendamtes, der Vormünder, das Betreuungspersonal der Inneren Mission in die Bayernkaserne, um mit den streikenden Jugendlichen zu sprechen. Die Verhandlungen blieben erfolglos, die Forderungen der Jugendlichen können und wollen nicht im Ansatz erfüllt werden. Am Abend schlossen sich bereits 30 weitere Jugendlichen dem Hungerstreik an. „Wir werden weiter streiken, bis sie unsere Forderungen ernst nehmen und handeln!“
Spätestens jetzt muss klar sein, dass dringender Handlungsbedarf besteht.
Die Karawane München für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen, Jugendliche ohne Grenzen Bayern, der Münchner Flüchtlingsrat, Nako! Stop Deportation to Afghanistan und der Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. solidarisieren sich mit den Jugendlichen in der Bayernkaserne und unterstützen deren Forderungen.
In der Bayernkaserne, einer ehemaligen Bundeswehrkaserne im Münchner Euro-Industriepark, kann eine kindgerechte Behandlung der minderjährigen Flüchtlinge in keinster Weise gewährleistet werden. Die Jugendlichen leben unter unerträglichen hygienischen Bedingungen, bekommen Essenspakete mit teilweise abgelaufenem Essen und müssen sich zu viert ein Zimmer teilen.
Der Transfer in eine Jugendhilfeeinrichtung innerhalb Münchens, der eigentlich innerhalb von drei Monaten vollzogen werden müsste, dauert oftmals bis zu einem Jahr. Die Jugendlichen bekommen auch keine deutlichen Antworten, was mit ihnen passiert und wann ihr Transfer in die Jugendhilfe vollzogen wird. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, da das Jugendamt verpflichtet ist, bei Jugendhilfebedarf, einen Platz in der Jugendhilfe in München bereitzustellen.
Die Jugendlichen, die meist eine lange und traumatische Flucht hinter sich haben, finden in der Freundschaft untereinander den einzigen Halt, der ihnen keinesfalls durch eine Umverteilung in ganz Bayern genommen werden darf. Den Jugendlichen muss eine klare Perspektive geboten werden, statt sie in dem Lager in der Bayernkaserne dahinsiechen zu lassen.
Weiterhin problematisieren die Jugendlichen das unzureichende Platzangebot für Deutschkurse, sowie den mangelnden Zugang zu Bildungsangeboten. Sie kämpfen für ihr Recht auf Bildung, konkret ein altersgemäßes und übergangsloses Angebot von Deutschkursen und den Besuch von normalen Schulen. Hinzu kommen viele weitere Probleme, wie zu wenig Betreuer und Vormünder, die schlechten Lebensbedingungen in der Bayernkaserne und natürlich auch der unsichere Aufenthaltstatus. Vor allem fordern die Jugendlichen einen respektvollen Umgang der Behörden mit ihnen.

Update: Am 16.01. haben die Jugendlichen den Hungerstreik beendet. Weitere Infos gibt es hier:
http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/pressebericht/items/jugendliche-beenden-ihren-hungerstreik-nach-gespraech-mit-verantwortlichen.html

4.2. Repression gegen Oury Jalloh Gedenken

Pressemitteilung der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. 04.01.2012 Donnerstag, 5. Januar 2012 von initiativeouryjalloh Polizisten morden, der Staat hilft beim vertuschen! Angeklagter Dienstgruppenleiter Andreas Schubert hält als Bauernopfer seinen Kopf hin s ist 7 Jahre her, dass Oury Jalloh im Dessauer Polizeigewahrsam an Händen und Füßen gefesselt, auf eine feuerfeste Matratze fixiert, angezündet wurde. Doch auch im Revisionsverfahren, welches seit dem 18. Januar 2011 vor dem Magdeburger Landgericht geführt wird, ist man von einer Aufklärung der Ermordung von Oury Jalloh weit entfernt.
Der Staatsanwalt beharrt auf der abstrusen „Selbstentzündungsthese“ für die es nicht einen halbwegs glaubwürdigen Beweis gibt. Nichteinmal Brandoberrat Steinbach ist von den in seinen, im Brandgutachten dargelegten Ergebnissen überzeugt:
Am 22. September 2011 erklärte er vor dem Magdeburger Landgericht: „Ich arbeitete nach Vorgabe. Aus meiner Sicht wäre es nötig gewesen, ungleich mehr Versuche mit verschiedenen Ansätzen zu machen.“ Er führt mehrmals aus, dass er unhinterfragt dem gefolgt sei, was ihm gesagt wurde. Nach Aussage von Steinbach erfolgten die Vorgaben zur Erstellung des Gutachtens in Abstimmung mit dem Innenministerium Sachsen-Anhalt. Das Innenministerium manipulierte aber nicht nur die Ausrichtung des Brandgutachtens indem es die Arbeitshypothese auf die Behauptung Oury Jalloh habe sich selbst angezündet beschränkte. Es nahm auch richtungsweisenden Einfluss auf die Erstellung des Untersuchungsauftrages der Stendaler Krimininalpolizei.
Bereits 3 Tage nach dem 07. Januar 2005 wurde die „Selbstentzündungsthese“ im Untersuchungsauftrag manifestiert und alle Ermittlungen wurden darauf ausgerichtet, diese Behauptung mit Beweisen zu untermauern. Polizist_innen aus Dessau wurden deshalb nzu keinem Zeitpunkt als mögliche Tatverdächtige, sondern als Kolleg_innen verhört.
Es besteht kein Zweifel daran, dass Staatsanwaltschaft, Polizeiapparat und Innenministerium Sachsen-Anhalt alles daran setzten und setzen werden, die Aufklärung der Ermordung von Oury Jalloh zu verhindern.
Ein nachweislich rassistisch motivierter Mord in Polizeigewahrsam wäre ein weiterer Skandal und würde dem Ansehen des Landes mehr als nur schaden. Es würde an die Öffentlichkeit gekommen, dass Sachsen-Anhalt nicht nur ein Problem mit Neonazis hat, sondern einen, von Rassisten unterwanderten Polizeiapparat schützt.
Im aktuellen Verfahren deutet alles darauf hin, dass Andreas Schubert bei der Urteilsverkündung am 19. Januar 2012 schuldig gesprochen werden wird. Die Anklage gegen ihn wurde sogar auf das Tatvorgeschehen ausgeweitet. Schubert ist nunmehr auch wegen „fahrlässiger Tötung“ angeklagt, weil im Zuge des Revisionsverfahren für das Gericht deutlich wurde, dass die Umstände der Ingewahrsamnahme von Oury Jalloh auf keiner Rechtsgrundlage basierten. Dafür muss Schubert als damaliger Dienstgruppenleiter nun die Verantwortung tragen.
Mit einem Schuldspruch von Schubert könnte das Gericht den Anschein erwecken, alles Erdenkliche im Fall Oury Jalloh getan zu haben. Doch aufgeklärt wurde gar nichts. Als Beweis für eine funktionierende Rechtsstaatlichkeit wird uns Schubert als Bauernopfer vorgeführt, während die Mörder von Oury Jalloh unbehelligt bei der Polizei ihre Arbeit fortsetzen können!
Einen derartigen Ausgang des Revisionsverfahren werden wir nicht hinnehmen. Wir fordern die Zulassung eines unabhängigen, internationalen Brandgutachters!
Oury Jalloh – Das war MORD !

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh fordert:
BREAK THE SILENCE! Brecht das Schweigen!
Wir wollen ein faires Verfahren, das Aufklärung des Falles, Gerechtigkeit und Wiedergutmachung für die Familie bringt!
Ein Ende der Schikanen und Repressionen gegen alle Aktivist_innen!
Ein Ende der Polizeibrutalität und Behördenrassismus!

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5. Auf die Straße gegen die Nato-Sicherheitskonferenz 2012!

Unter dem irreführenden Label „Münchner Sicherheitskonferenz“ (ursprünglich passender „Wehrkundetagung“) treffen sich am ersten Februarwochenende (3. bis 5. Februar 2012) wieder Regierungsvertreter*innen, Militärs, Kriegsstrateg*innen und Rüstungslobbyist*innen im Münchner Hotel „Bayerischer Hof“. Auf der privat organisierten Tagung, wird versucht militärischen Interventionen als Einsätze für „Frieden” und „globale Sicherheit” anzupreisen. Doch durch die Proteste in den vergangenen zehn Jahren ist es gelungen aufzuzeigen, dass es sich vielmehr um eine Kriegskonferenz handelt, bei der Militärstrateg*innen und Rüstungsmanager*innen versuchen ihre Interessen aufeinander abzustimmen, auch wenn mangels Legitimation dort keine verbindlichen zwischenstaatlichen Beschlüsse gefasst werden können. Trotz zum Teil berechtigter Kritik¹ am „Aktionsbündnisses gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ gibt es unserer Meinung nach weiterhin zahlreiche Gründe um gegen Militarismus im Allgemeinen und die „Sicherheitskonferenz“ im Besonderen zu agieren. Wer dies im Rahmen der „traditionellen Großdemonstration“ für richtig hält, soll Samstag, 4. Februar 2012 um 13 Uhr zum Münchner STACHUS (nicht Marienplatz) kommen, dort startet die Demo unter dem Motto „Kein Frieden mit der NATO – Kein Frieden mit dem Kriegsgeschäft!“

¹ Leider hat sich das Anti-Siko-Bündnis nach den Vorfällen im letzen Jahr (von Stalin-Verehrung bis zu antisemitische Übergriffen & Parolen wie u.a. „Israel zurück ins Meer“) bis heute nicht Eindeutig positioniert. Auch Teile des diesjährigen Aufrufes (http://sicherheitskonferenz.de/de/Aufruf-2012-gegen-die-SIKO), welcher die grundverschiedenen Militäreinsätze in Jugoslawien und Libyen in einem Atemzug nennt, sich populistischer antiamerikanische Ressentiments bedient und Ziegler zitiert sind unserer Meinung nach durchaus zu kritisieren.

Einige Links zu Mobilisierungsseiten gegen die Münchner -Sicherheitskonferenz, aber auch zu Blogeinträgen welche sich kritisch damit beschäftigen (die Artikel in den links geben z.T. nicht die Meinung der infogruppe wieder) finden sich auf unserer Homepage:

Still not loving militarism!

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6. Hans Beimler zum 75. Todestag

Do, 09.02.2012 | 19:00 Uhr | Hans Beimler zum 75. Todestag
Biographische Streiflicher aus dem Leben des Münchner Kommunisten
mit Friedbert Mühldorfer, Herausgeber der Neuerscheinung “Hans Beimler: Im Mörderlager Dachau”. Eine Öffentliche Veranstaltung der DKP Rosenheim:
Hans Beimler: geb. am 2.7.1985 in München, gefallen am 1.12.1936 vor Madrid als politischer Kommisar des “Thälmann-Batalaillons” der XI. Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg.
Er wurde 1930 kommunistischer Landtagsabgeordneter, 1932 Reichstagsabgeordneter der KPD und erhielt noch bei den Märzwahlen nach der Machtübergabe an die Hitlerfaschisten 60.000 Stimmen in München-Oberbayern.
Am 11. April 1933 wurde Beimler nach Wochen illegaler Arbeit verhaftet, im Münchner Polizeipräsidium gefoltert und nach 14 Tagen in das KZ Dachau  gebracht. In der Nacht vom 8. Mai zum 9. Mai 1933 gelang ihm die Flucht aus dem Lager. Kurz danach schrieb der schwer gefolterte Hans Beimler seine Erinnerungen an das “Mörderlager Dachau” nieder. Die Veröffentlichung war eine Sensation, weil hier erstmals ein Häftling schonungslos über den SS-Terror im Lager Dachau berichtete. Der Text wurde in mehrere Sprachen übersetzt, in internationalen Zeitungen zitiert — und in Deutschland illegal weiterverbreitet. Für die Naziregierung war die Veröffentlichung eine propagandistische Niederlage.
Hans Beimler wollte mit seinem Bericht aufrütteln und die Menschen in Deutschland und im Ausland zum Widerstand gegen die Nazidiktatur bewegen. Er selbst unterstützte diesen Widerstand zunächst durch illegale Arbeit von Frankreich, der Tschechoslowakei und der Schweiz aus, bevor er im Sommer 1936 mit den ersten Freiwilligen nach Spanien ging, um dort mit den Internationalen Brigaden gegen die Franco-Putschisten zu kämpfen. Am 1. Dezember 1936 fiel er vor Madrid im Alter von 41 Jahren. Bereits damals wurde er auch im Ausland zu einem Symbol für den Kampf gegen den Faschismus.
Anläßlich des 75. Todestags erscheint nun erstmals in der Bundesrepublik Hans Beimlers Erlebnisbericht in der Originalfassung, ergänzt um Anmerkungen zur Entstehungsgeschichte und zu zeitgeschichtlichen Hintergründen.
In einer umfangreichen biographischen Skizze wird außerdem der Lebensweg des Münchner Antifaschisten nachgezeichnet. Fotos und Dokumente ergänzen das Buch, das eine neue, längst überfällige Würdigung Hans Beimlers ermöglicht.

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7. Termine

Termine Ende Januar 2012

Di, 31.01. Zwischenstation „Judensiedlung“ – Vertreibung und Deportation der jüdischen Münchner_innen ( Veranstalter:Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V. ), Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung Regionalbüro Bayern 19 Uhr, www.luzi-m.org

Di, 31.01. Kranhalle (Feierwerk) München: Scream (Hardcore, Punk/Washington D.C.,USA), AD/AC Motörwelt (Hardcore/Metal/Punk; München), www.feierwerk.de

Termine im Februar

Mi, 01.02. Z Rosenheim: Treffen des Initiativkreis Migration Rosenheim: offen für alle, die Interesse am Thema Flucht, Migration, Abschiebung und vor allem der aktiven Flüchtlingssolidarität haben. Der Initiativkreis Migration Rosenheim trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Z. www.z-rosenheim.net

Mi, 01.02.12 Gewerkschaftshaus München: Film “Der Mann, der Eichmann jagte” , http://www.luzi-m.org/

Mi, 01.02.12 Kranhalle München: THE VIBRATORS [Punk | London, UK]
SPIKA IN SNÜZZ [Punk | München], www.feierwerk.de

Do, 02.02.12 Kafe Marat München: Antifa-Café: Neonazistische Strukturen und Akteure in München und Umgebung. Eine antifaschistische Analyse für das Jahr 2011. kafemarat.blogsport.de

Fr, 03.02.12 Asta-Kneipe Rosenheim: FIVA MC (Rapperin plus Wiener FM4-Dj Phekt), www.astakneipe.de

Fr, 03.02. Kranhalle (Feierwerk) München: Torsun/Kulla – Raven wegen Deutschland: Torsun (Literatur/Berlin), Daniel Kulla, www.feierwerk.de

Fr, 03.02 Sunny Red (Feierwerk) München: GET RID! Avon Rim (Synthie-Pop/München), Get rid DJ-Team (Trash/Indie/Elctropop/ München), www.feierwerk.de

Fr, 03.02. Kranhalle (Feierwerk) München: Break it down presents Allied: Allied (Sinuous / DSCI4 / Rise Audio, London), La Loakai (Drum´n´Bass/München), Kit Curse (Dubstep/Drun´n´Bass/München), Cyklos ( Drum ’n‘ Bass | The Drum and Bass Issue /München), Casco, Zebster, www.feierwerk.de

Sa, 04.02.12 Glockenbachwerkstatt: Department of volxvergnuegen präsentiert Lektionen in Kultur XXI: Arkestral Maneuvers in the DreamCamEra, www.glockenbachwerkstatt.de

Sa, 04.02.12 59to1 München: RebelYell präsentiert JANCEE PORNICK CASINO + Support MAJESTIC 5 ***NACHHOLTERMIN***, Beginn und Einlass 20 Uhr, www.59to1.net

Sa, 04.02. München: Demonstration gegen die NATO-Kriegskonferenz 2012, 13 Uhr, Stachus/Karlsplatz, www.sicherheitskonferenz.de , www.al-m.org

So, 05.02. Silo 1 Töging: live im silo1: the moon invaders, the steadytones+ super bowl finale, 21 Uhr, www.silo1.de

So 05.02.12 Z Rosenheim: Der politische Film: „Die Mondverschwörung“ (vgl.Punk 2.1). Das Montagsplenum organisiert die „Volxküche“ um euch ab 18:30 Uhr mit vegetarischem Essen zu versorgen.

Mo, 06.02. Orangehouse (Feierwerk) München: Elcasette (Lofi Pop/München), Jolly Goods (Indie-Noise/Berlin), www.feierwerk.de

Mo, 06.02. Z Rosenheim: Open Monday Das Z hat jeden Montag geöffnet. Sich zusammensetzen,
sich austauschen, diskutieren, lesen, bilden… all das und noch viel mehr ist zwischen 19:00-21:00 Uhr möglich. Zusätzlich findet am 06.02.2012 der Transgendertreff der TRANS-AUSTRIA um 19:30 Uhr statt. Es ist ein offenes (Informations-)treffen von “Normalos” und Transgendern. Weitere Infos zum Transgendertreff: www.trans-austria.org, www.z-rosenheim.net

Do, 09.02. Z Rosenheim: Hans Beimler zum 75. Todestag: Veranstaltung der DKP Rosenheim, 19 Uhr, www.z-rosenheim.net

Fr, 10.02. Blackbox Rosenheim: Konzert mit Harmony Overdrive, Sheri Moon und Smiling Fact, www.stadtjugendring.de

Fr, 10.02.12 59to1 München: Most Wanted präsentiert BOTOX COMBO + THUNDER AND BLITZKRIEG, www.59to1.net

Fr, 10.02.12 Kulturfabrik Kufstein: Midriff & Motorbeast, www.kulturgemein.de

Sa, 11.02.12 Vetternwirtschaft Rosenheim: Corona Diver & Natalie Flanders, www.myspace.com/vetternrosenheim

Sa, 11.02. Stiege Trostberg: Missbrauch, www.club-stiege.de

So, 12.02. Kranhalle (Feierwerk/München): Black Fag (Punk/Mimosa Beach, California, USA), www.feierwerk.de

Mo, 13.02.12 Hansa 39 München: DIE AERONAUTEN[Pop, Rock, Garage | Zürich], www.feierwerk.de

Mo, 13.02. Sunny Red (Feierwerk) München: Alpinist (Punk/Hardcore/Downtempo/Münster), Patsy o Hara (Hardcore/Hamburg), Leave us Kids alone (Hardcore/Buchloe), www.feierwerk.de

Mo, 13.02. Kranhalle (Feierwerk) München: Vanna (Hardcore/Boston USA), Hundreath (Hardcore/South California USA), The Greenery (Harcore/Punk/Rock/Long Beach CA USA), www.feierwerk.de

Do, 16.02. Literaturhaus München: “Deutschstunde” mit Andrea Röpke u. a. Lesung, Film und Diskussion mit Andrea Röpke: “Mädelsache! Frauen in der Neonazi-Szene”. Um 20.00 Uhr im Literaturhaus München, Salvatorplatz 1, Saal, 3.Stock. Außerdem mit dabei: Dr. Hans-Jochen Vogel und eine Aussteigerin aus der Neonazi-Szene. Moderation: Amelie Fried. Karten zu 15.-/erm. 10.- Euro beim Literaturhaus und an der Abendkasse. www.antimuenchen.tk

Do. 16.02. Hansa 39 (Feierwerk) München: Talco (Ska, Punk, Folk,Maghera, Italien, Ashpipe ( Folk, Ska, Punk Italien), www.feierwerk.de

Sa, 18.02.12 Asta-Kneipe Rosenheim: Asta-Prolofasching, www.astakneipe.de
So, 19.02. Z Rosenheim: Über alles in der Welt – Esoterik und Leitkultur: Vortrag von Dr. Claudia Barth, Vortrag 19 Uhr, das Z ist ab 18 Uhr geöffnet, www.z-rosenheim.net

Mi, 22.02.12 Kafe Marat München: Mittwochskafe: Mobivortrag für die Demo gegen Abschiebungen nach Afghanistan, www.bayern.jogspace.net

Do, 23.02.12 Kafe Marat München: Queerkafe, kafemarat.blogsport.de

Fr, 24.02.12 Asta-Kneipe Rosenheim: La Fête – electroswing | swinghouse | tanzmusik, www.astakneipe.de

Fr, 24.02. Hansa 39 (Feierwerk) München: Che Sudaka (Ska, Reggae/ Barcelona, Spanien), www.feierwerk.de

Fr, 24.02. Orangehouse (Feierwerk) München: Kein Signal (Punk-Rock/München), Missbrauch (Punk, Ska/München), Hörgenuss (Streichquartett/Klassik, München), www.feierwerk.de

Sa, 25.02. Z Rosenheim: Critical Cafe´:Nach der Critical Mass besteht die Möglichkeit sich bei einem Kaffee nicht nur über umweltpolitische Themen zu unterhalten. Jeden letzten Samstag im Monat treffen sich um 11.55 Uhr viele nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer_innen am Ludwigsplatz, um mit gemeinsamen Protestfahrten durch die Innenstadt mit ihrem geballten Auftreten auf ihre Belange und Rechte gegenüber dem motorisierten Individualverkehr aufmerksam zu machen. Mehr Infos: http://critical-mass-rosenheim.tk/ www.z-rosenheim.net

Termine Anfang März

Do, 01.03. Vetternwirtschaft Rosenheim: Bewerbungsschluss für das Newcomerfest 2012. Bewerbungen mit Bandinfo & Link zu einer Hörprobe an: vetternbooking@yahoo.de Infos auf www.myspace.com/vetternrosenheim und www.vfbk.net

Do, 01.03. Sunny Red (Feierwerk) München: No good innocent, Straightline, Slamdamn, Kelevra, (Hardcore und Metalbands), www.feierwerk.de

Fr, 02.03. Kafe Kult München: Kenny Kenny Oh Oh (grrrrl aus Leipzig) + Levitations (trashy punkrock aus Berlin), www.kafekult.de

Fr, 02.03. Sunny Red (Feierwerk) München: Schlecht & schwindlig Concerts: Sewer Rats, Genyak, All my hate for, www.feierwerk.de

Sa, 03.03. Hansa 39 (Feierwerk) München: Antifaschistisches Solikonzert der SDAJ München: Bluekilla, Superskank, Lupin, Kein Vorspiel, www.feierwerk.de

So, 04.03. Z Rosenheim: Der politische Film: We want sex, 19 Uhr, das Montagsplenum organisiert die VoKü ab 18:30 Uhr, z-rosenheim.net

Mo, 05.03. Glockenbachwerkstatt München: All my Monsters, www.glockenbachwerkstatt.de

Do, 08.03. Hansa 39 (Feierwerk) München: Uk Subs, TV-Smith, www.feierwerk.de

Sa, 10.03.Kranhalle (Feierwerk) München: Elektrik Kezy Mezy, Sarah Lias, www.feierwerk.de

Di, 13.03. Vom „Vergessen“ der (bayerischen) Arbeiterbewegung – die eingeschränkte Sicht auf Faschismus, Verfolgung und Widerstand, Veranstalter: Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V. , Ort: Rosa-Luxemburg-Stiftung Regionalbüro Bayern 19 Uhr, www.luzi-m.org

Mi, 14.03. Sunny Red (Feierwerk) München: Bastions, No Omega (Hardcorebands), www.feierwerk.de

Fr, 16.03. Hansa 39 (Feierwerk) München: Rainer von Vielen, in München

Sa, 17.03. Zenith München: Deichkind, in München

Fr, 24.03. Hammerhalle Rosenheim: 10. Simply the rest Festival (20 Uhr)von Landkreis und MIR mit den vier besten regionalen Bands über 30 – Bewerbung bis Ende Januar bei MIR! www.musikinitiative.com

Mi, 28.03.Glockenbachwerkstatt München: Gendersalon: Konzert: Stephanie Müller (München) –
Do it yourself – Do it together, www.glockenbachwerkstatt.de