Infoabend über die (Nicht-) Aufarbeitung der Nazivergangenheit im ländlichen Bayern

„Wo die Zeit Urlaub macht“-  Infoabend über die  (Nicht-) Aufarbeitung der Nazivergangenheit im ländlichen Bayern

Zu der Thematik „(Nicht-) Aufarbeitung der Nazivergangenheit im ländlichen Bayern“ findet am Sonntag den 06.05.2012 ein Infoabend im Rosenheimer „Z“ (Innstr. 45a) statt. Neben einer Filmvorführung („Das schreckliche Mädchen“) referiert die Jugendantifa Süd-Ost-Oberbayern über „Bad Reichenhaller Zustände“.

„Wo die Zeit Urlaub macht“ ist der offizielle Werbeslogan von Bad Reichenhall. Ein sehr treffender wie die Jugendantifa Süd-Ost-Oberbayern in ihrem Vortrag „Bad Reichenhaller Zustände“ argumentiert. Denn in Bad Reichenhall gibt es eine jährlich stattfindende SS-Gedenkfeier, eine Kaserne, welche nach einem Nazigeneral benannt ist, einen Vorsitzenden der örtlichen Soldatenkameradschaft, der nicht über Kriegsverbrechen reden will wenn er der Gebirgsjäger gedenkt, eine Brücke, die den faschistischen Angriffskrieg auf Kreta glorifiziert und eine geschichtsrevisionistische Gedenkfeier, an der der Bürgermeister teilnimmt. Das Referat thematisiert warum Bad Reichenhall ein Musterbeispiel für die geschichtsrevisionistische, militaristische Gedenkpolitik in der oberbayerischen Provinz ist und stellt Proteste gegen eine solche rechte Traditionspflege vor.
Passend zu dem Thema  zeigt die infogruppe rosenheim im Rahmen des „politischen Films“ (jeden ersten Sonntag im Monat) den Spielfilm „das schreckliche Mädchen“ von Michael Verhoeven. In diesem recherchiert Sonja für einen internationalen Aufsatzwettbewerb über die Rolle ihrer fiktiven Heimatstadt „Pfilzing“ im Dritten Reich. Bei ihren Recherchen stößt sie jedoch auf klare Ablehnung. Bürger und Ämter verweigern jegliche Kooperation. Der Film (1990)  beruht auf einem authentischen Fall in den 1980er Jahren in Passau und könnte auch heute in Bad Reichenhall spielen.
Das Z ist bereits ab 18:00 Uhr geöffnet und ab 18:30 Uhr organisiert das Montagsplenum eine VoKü. In diesem Rahmen gibt es veganes Essen kostenlos bzw. gegen Spende. Die Filmvorführung beginnt um 19:00 Uhr im „Z“ (Innstr. 45a, www.z-rosenheim.net), der Eintritt ist frei.
Film und Vortrag werden von der Jugendantifa Süd-Ost-Oberbayern (JAS) in Kooperation mit der infogruppe rosenheim organisiert und durch den Initiativfonds der  Rosa-Luxemburg-Stiftung unterstützt.