Protest gegen Bundeswehr an Rosenheimer Schule

Ein Dutzend Friedensaktivist_innen tat am heutigen Donnerstag, 21.06.12, seinen Unmut über die Bundeswehr vor der Rosenheimer Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) kund. Anlass für die Kundgebung unter dem Motto „WAR STARTS HERE – LET‘S STOP IT HERE! Bundeswehr raus aus den Schulen“ war die Einbindung der Armee in eine „Berufsinformationsmesse“. Wir zitieren aus der Pressemitteilung des Friedensbündnis Rosenheim:

„Makaber“ sei das, so Alexander Steigmann für das Friedensbündnis Rosenheim: „Die Bundeswehr ist doch kein Arbeitgeber wie jeder andere. Ich habe noch nie von einer Schreinerlehre gehört, in der ich vor meinem Gesellenstück ein Testament ablegen soll. Soldat_innen müssen das vor dem Auslandseinsatz.“

Viele Soldat_innen kehren zudem traumatisiert aus den Auslandseinsätzen zurück. „Die Bundeswehr stiftet nunmal keinen Frieden, sondern ist zur Kriegsführung bestimmt.“ Dazu gehöre der bewaffnete Kampf ebenso wie das in Kauf nehmen ziviler Opfer, so Steigmann. Auch wer als Ingenieur_in oder in der Verwaltung bei der Bundeswehr arbeitet, beteilige sich indirekt daran.

Vor wenigen Monaten war die FOS/BOS wegen rassistische Prüfungsfragen in die Kritik (vgl. Süddeutsche Zeitung; Rassismus-Debatte an Rosenheimer Schule -Blöde Frage, 02.04.20121) geraten. Und auch Steigmann findet abschließend harsche Worte für die Schulleitung: „Wir sind enttäuscht, dass Herr Frowein die Bundeswehr an seine Schule eingeladen hat, es aber nicht als erforderlich ansah, auf unseren Offenen Brief zu reagieren. Ein Werben fürs Sterben an Rosenheimer Schulen ist für uns ein unerträglicher Zustand. Deshalb haben wir mit einer kurzfristigen Eilkundgebung Schüler_innen kritisch über die Bundeswehr informiert und hoffentlich eine Diskussion angeregt.“