Krisenexperte Professor Claus Peter Ortlieb referiert in Rosenheim

Rosenheim. Am Sonntag, den 23. September, referiert der Hamburger Professor und Krisenexperte Claus Peter Ortlieb1 im Rosenheimer Z (Innstr. 45a). Das Thema des Vortrages lautet: „Systemkrise – Warum der Kapitalismus an sich selber scheitert“.

Seit etwa 2007 ist Krise allgegenwärtig und Ortlieb, der als Autor unter anderem in den Zeitschriften „Konkret“ und „EXIT! Krise und Kritik der Warengesellschaft“ publiziert, ist ein viel gefragter Interviewpartner2. Bei seinem Vortrag in Rosenheim wird er der vorherrschenden Erklärung, die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise sei eine Krise des Finanzsektors oder gar auf die „Gier“ und den „Größenwahn“ seiner Protagonist*innen ursächlich zurückzuführen, widersprechen.

Ortlieb vertritt die These, dass die seit Anfang der 1980er Jahre wirksame Krise der Realwirtschaft durch kreditäres deficit spending nur immer weiter aufgeschoben wurde, bis die Kreditgeber schließlich an den zunehmend fauler werdenden Krediten zu ersticken drohten. Er kritisiert, dass die nahe liegende Frage nach den tieferen Ursachen der realwirtschaftlichen Krise, also der Unmöglichkeit, noch in ausreichendem Maße reale Gewinne zu machen, nicht gestellt wird. Es sei wichtig den Kapitalismus im Gesamten und nicht nur vermeintliche Auswüchse ins Blickfeld zu rücken. Ortlieb wird in seinem Vortrag die inneren Widersprüchlichkeiten der ökonomischen Wachstumsdynamik und deren äußeren, beispielsweise ökologischen Grenzen aufzeigen.

Der Vortrag wird von der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein organisiert. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Z, dem linken Zentrum in Selbstverwaltung (Innstr.45a). Das Z hat bereits am 18:00 Uhr als infoladen geöffnet.

(Pressemitteilung der infogruppe rosenheim vom 10.09.2012)

.

1 Claus Peter Ortlieb ist Professor an der Universität Hamburg, seine Arbeitsschwerpunkte sind neben mathematische Modellierung auch Ökonomiekritik und Krisentheorie.

2Vgl. u.a. Tagesspiegel vom 29.07.12 (http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/oekonomen-haben-keinen-vorsprung/6933406.html) oder http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/oekonomie-ist-eigentlich-keine-wissenschaft-11418489.html