Mit Hakenkreuz-Tattoo und Baseballschläger in Rosenheimer Biergarten

Rosenheim (ig) Bereits vor einem Monat, am Samstag, den 20.10.2012 fand in Rosenheim das Fußballspiel des TSV 1860 Rosenheim gegen die U21 des TSV 1860 München statt. Unter Berufung auf einen Artikel der „Löwenfans gegen Rechts“ [1] (LfgR) weist die infogruppe rosenheim nun auf neonazistische Aktivitäten nach dem Regionalliga-Spiel hin und fragt, warum der neonazistischen Vorfall bisher nicht öffentlich thematisiert wurde.
Die antifaschistischen Löwenfans berichten auf ihrer Homepage, sie seien in einem Rosenheimer Biergarten auf Neonazis mit Hakenkreuz-Tattoo und Baseballschläger getroffen: „Vor dem Biergarten hatten sich zwei Jugendliche aufgebaut, einer davon mit einem Baseballschläger bewaffnet und im »Kategorie C« [2]-Shirt, der andere mit Hakenkreuz-Tattoo auf der Brust.“ Nachdem ihnen ein Platz am Tisch der LfgR verwehrt wurde, „streiften die Jugendlichen um den Biergarten herum und versuchten immer wieder die Löwenfans im Biergarten zu provozieren. Mittlerweile hatten sich auch zwei weitere Kameraden zu ihnen gesellt.“
Offensichtlich hatte der Inhaber die Nazis der Wirtschaft verwiesen und die Bedienungen die Polizei gerufen. Nach Angaben der Löwenfans „umstellte die Polizei das Gebäude, in das die Nazis sich geflüchtet hatten und nahm den Kameraden mit dem Tattoo fest. Die Personalien der Löwenfans im Biergarten wurden aufgenommen“.
Nach Einschätzung der LfgR dürften die Neonazis aus der Region Rosenheim stammen. Auf Nachfrage der infogruppe teilte ein Aktivist mit: „Bei den beiden Nazis handelte es sich definitiv um keine Münchner Nazis oder sonstwie bekannte Nazis aus München (…) sondern um Nazis aus dem Rosenheimer Umland. Der Baseballschläger des einen Nazis wurde konfisziert da der Verdacht besteht, dass mit diesem Straftaten verübt wurden.“
Nach dem die Lokalpresse nicht über diesen Vorfall berichtete, und auch in Polizeimeldungen nur über Lappalien wie die „Verletzung eines Kindes an einem Spielplatz“ in Kiefersfelden und über sechs geklaute Lose am Rosenheimer Bahnhof zu lesen ist, fragt  die infogruppe rosenheim ob  der neonazistischen Vorfall bisher  verschwiegen  wurde, und, wenn ja, warum. Dazu Michael Kurz von der infogruppe rosenheim:
„Es wäre ein weiterer Skandal, wenn die Polizei neonazistische Vorfälle in Rosenheim verschweigen würde. Neonazistische Umtriebe müssen unserer Meinung nach offen problematisiert  werden  und  dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden.“

[1] Bericht 1860 Rosenheim – 1860 München II vom 21.10.2012; http://lfgr60.de/wp/?p=255

[2] Ultra rechte Hooliganband aus Bermen.  In den vergangenen Jahren konnten geplante Konzerte der Rechtsrockband in Oberbayern (8. Oktober 2011 & 5. November 2011 in Halsbach, sowie  22. Mai 2010 in  Ruhpolding) u.a. durch antifaschistische Intervention verhindert werden.