Rosenheimer Infomail März 2013

Liebe Lesende,

nun ist das infomail märz 2013 fertig, das zugehörige Officedokument hat 30 Seiten, aber es gibt noch keine Einleitung. Was gäbe es zu sagen? Nun ja:
* Kommt am Donnerstag zum Konzert von Heinz Ratz & The Refugees (1.1)
* Geht am Wochenende auf den Refugee-Kongress in München (7.2)
* Am Sonntag Abend zeigen wir einen passenden Film: Fremde Haut (1.2)
* Der Frauenkampftag steht vor der Tür, siehe 1.4 (Lesekreis Special in RO) sowie 8.1
* Der Frühling lässt auf sich warten, aber der April wird heiß: Eröffnung der Bibliothek_A, Vortrag zum VS, Löwenberg-Film und Mythos Schule!

Artikeltechnisch haben wir mal wieder bunt durchgemischt und bevor wir uns verschwafeln sollte jetzt die Versendung erfolgen.

Viel Spaß beim Lesen!

infogruppe

Inhaltsverzeichnis

1. Rosenheim calling – empfehlenswerte Veranstaltungen Vorort
1.1. Do, 28.02.13: Strom & Wasser feat. The Refugees @ evangelisches Gemeindehaus
1.2. So, 03.03.13: Fremde Haut (Der Politische Film) + VoKü @ Z
1.3. Di, 05.03.13: Kurze Wiederholung zu den Grundbegriffen der marx’schen Kritik der politischen Ökonomie @Z
1.4. Fr, 08.03.13: Lesekreis Special zum Frauenkampftag: Wertabspaltungskritik @Z
1.5. Mo, 11.03.13, 18:00 Uhr: Mahnwache Fukushima @ Max-Josefs-Platz
1.6. Do, 04.04.13 – Eröffnung der Bibliothek_A @Z
1.7. So, 07.04.13: es kann legitim sein, was nicht legal ist (Film) @ Z
1.8. 26.04.13: Mythos Schule – Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss
1.9. So, 28.04: Systemfehler Verfassungsschutz @ Z
2. Termine out of Rosenheim
2.1. 28.02- 21.03 Ausstellung im Gasteig: „Pastinaken raus!“
2.2. Fr, 22.03.13 – 5 Jahre Antifa Cafe im Freiraum Dachau
2.3. Sa, 30.03.13: Ostermarsch in Traunstein
3. NSU
3.1. Aufruf zur Großdemo am 13. April 2013
3.2. Aysen Tasköprü weist Gauck-Einladung zurück
3.3. Erfolgreiche Tagung zum NSU in Nürnberg
4. Staat und Repression
4.1. Skandalöse Hausdurchsuchung
4.2. Hausdurchsuchungswelle gegen linke Pressefotografen
4.3. Bullenschweine – Hausdurchsuchung wegen Punk-Klassiker – Normahl!
4.4. Schmerzensgeld nach Freiheitsentziehung: Polizei zahlt 500€ für rechtswidrige Ingewahrsamnahmen
4.5. Polizeigewalt 1
4.6. Polizeigewalt 2
4.7. Polizeigewalt 3 bringt Polizei zum heulen
4.8. Rosenheimer Obdachloser stirbt in Polizeigewahrsam
4.9. Über die Leichen im Keller des ehemaligen rosenheimer Polizeichefs
5. Nazischeiße
5.1. Ebbs: Waffenlager, SS-Fahne und Frei.Wild
5.2. Otto Beisheim ist tot
5.3. Erster Mai – Nazifrei
6. Lohnarbeit und Arbeitskämpfe
6.1. Verlosung von Arbeitseinsätzen Langzeitsarbeitsloser
6.2. Zensur durch Arbeit
6.3. Besetzen. Widerstand leisten. Produzieren!
6.4. Selbstorganisation in Griechenland
6.5. Erfolgreicher Streik bei IKEA
6.6. Generalstreik in Indien
6.7. Streik und Demo im Tuntenhausener Hinterland
7. Flüchtlingskämpfe
7.1. Flüchtlingsproteste in Österreich
7.2. Kongress der protestierenden Flüchtlinge in Europa vom 01.-03. März in München
7.3. „Flüchtlinge sind nicht kriminell“
7.4. Bayern: (K)eine Chance für Flüchtlinge?
8. gender
8.1. Frauenkampftag
8.2. Jagdszenen in Niederbayern trotz juristischer Schläge gegen die Reaktion
8.3. Kraft entsteht aus Kampf – Die „Gulabi-Frauengang“ in Indien
9. Im Zweifel völkisch
9.1. Jakob Augstein und die neue “Menschenrasse”
9.2. Freitags Gebete
9.3. Die Augstein-Debatte im Spiegel der Titanic
10. Sonstiges
10.1. Leidige Diskussionen über Terrorismus in Athen und gleichzeitige Steuerhöhungen
10.2. Zu viel produzierter Strom wird verschenkt
10.3. Freiheit stirb mit Sicherheit: Camover 2013
10.4. Keine Erdgasbohrungen am Langbürgner See
10.5. Gefährliches Leben in Rosenheim v.a. für Kinder
10.6. Frankreich sichert Uranminen in Niger mit Spezialeinheiten
10.7. Die Kunst gehört dem Volk..
11. Vorausblick Mai
11.1. 1.Mai Kampftag der Arbeiter_innenklasse
11.2. Sa, 04.05.: Critical Mass (Fahrräder in Bewegung) @Ludwigsplatz
11.3. So, 12.05.: Theorie und Praxis des Operaismus und der Arbeiter_innenautonomie @Z
12. Termine
12.1. Termine Ende Februar:
12.2. Termine im März:
12.3. Termine im April

1. Rosenheim calling – empfehlenswerte Veranstaltungen Vorort

1.1. Do, 28.02.13: Strom & Wasser feat. The Refugees @ evangelisches Gemeindehaus

Am Donnerstag den 28.02.13 spielen“Strom und Wasser feat. The REFUGEE’S“im  Lokschuppen.evangelische Gemeindehaus, Königsstrasse in Rosenheim.

Dieses Projekt ist wirklich einzigartig: der Liedermacher Heinz Ratz hat 80 Flüchtlingslager in Deutschland besucht und dort Musiker von Weltklasseformat gefunden, die durch Reise- und Arbeitsverbote keine Chance haben, ihre Musik zu spielen. Das hat ihn entsetzt und er hat “Strom & Wasser” noch durch ein “feat. The Refugees” erweitert, eine Cd mit knapp 20 Flüchtlings-Musikern aufgenommen, brilliante Rezenssionen und Features bis hin zu einem weltweit ausgestrahlten halbstündigen Bericht der BBC bekommen und kommt mit dieser Band am 28.2, nach Rosenheim, im Rahmen seiner deutschlandweiten Konzerttour. Mit Musikern aus Gambia, der Elfenbeinküste, Afghanistan, Griechenland, Russland und dem Kosovo feiern “Strom & Wasser feat. the Refugees” trotz des überaus ernsten politischen Hintergrunds ein fulminantes musikalisches Feuerwerk aus lebensfrohen Dub, Reaggea, Hiphop und Balkanbeat-Nummern. Musik, die in den Flüchtlingslagern gefangen war und Gefahr lief, vergessen zu werden und nun durch dieses Projekt
hoffentlich in die Herzen vieler Menschen gelangt: Strom & Wasser feat. The Refugees.
Obwohl Ratz auf Vorschlag der Grünen von der Bundesregierung mit der Integrationsmedaille ausgezeichnet wurde, kann jederzeit über die Band die Hiobsbotschaft einer Abschiebung hereinbrechen.

Eine zusätzliche Besonderheit: Der Eintritt wird nach Abzug der Unkosten gespendet. Außerdem werden Musikinstrumente gesammelt, wer also noch eine Gitarre, Flöte oder ein Schlagzeug ungenutzt bei sich herumstehen hat: einfach zum Konzert mitbringen und es kommt in dankbare Hände!

Dieses Projekt entstand als der Liedermacher und Radikalpoet Heinz Ratz im Rahmen seiner „Tour der tausend Brücken“ (gegen Diskriminierung und Aus­gren­zung, für einen men­schen­wür­digen Umgang mit Flüchtlingen) rund 7.000 km durch Deutschland radelte und ca. 70 Konzerte spielte. Unter anderem gastierte er am Fr ,07.01.2010 in Rosenheim, hier wurde Heinz Ratz mit einer antirassistischen Kundgebung empfangen und nach einer Pressekonferenz gab es eine Radeldemo unter dem Motto „Kein Mensch ist illegal“ mit rund  70 Menschen durch Rosenheim   ( Pressespiegel : http://bit.ly/WZYYBh)

1.2. So, 03.03.13: Fremde Haut (Der Politische Film) + VoKü @ Z

Am So, 03.03.2013 zeigt die infogruppe in der Reihe “Der Politische Film” (jeden ersten Sonntag im Monat) Fremde Haut (BRD, 2005, 97 Min, FSK 12)
Sie ist jung und sie ist intelligent. Und sie liebt Frauen. Dafür droht der Dolmetscherin Fariba (Jasmin Tabatabai) in ihrem Heimatland Iran die Todesstrafe. Nachdem ihr lesbisches Verhältnis von unerbittlichen Sittenwächtern entdeckt wurde, flieht sie nach Deutschland. Nach Ablehnung ihres Asylantrages am Flughafen Frankfurt droht ihr die Abschiebung. Der Selbstmord eines iranischen Mitinsassen (Navid Akhavan) eröffnet ihr einen Ausweg aus der verzweifelten Situation: Fariba nimmt seine Identität an und erhält als Siamak Mustafai eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung in der schwäbischen Provinz. Die kultivierte Großstädterin in fremder Haut landet in einem kleinen Kaff. Sie kennt Deutschland aus der Literatur – auf Sielmingen ist sie nicht vorbereitet.
Sie spricht wie ein Mann, geht wie ein Mann, gibt sich wie ein Mann. Um einen falschen Pass bezahlen zu können, arbeitet sie illegal in einer Sauerkrautfabrik und lernt Anne (Anneke Kim Sarnau) kennen, eine junge Kollegin. Die findet Gefallen an dem seltsamen Fremden. Fariba kann nicht widerstehen, zögert aber, ihren Gefühlen nachzugeben, um ihre Siamak-Fassade nicht zu gefährden; dann offenbart sie ihr Geheimnis und das Glück scheint zum Greifen nah.
Der Film beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Z ist ab 18 Uhr als Infoladen geöffnet. Ab 18:30 organisiert die „Rote Zora Rosenheim“ eine VoKü (veganes Essen gegen Spende).

1.3. Di, 05.03.13: Kurze Wiederholung zu den Grundbegriffen der marx’schen Kritik der politischen Ökonomie @Z

Als Vorbereitung auf die Veranstaltung zum Frauenkampftag findet am Dienstag, den 05.03.2013 um 19.00 Uhr ein Lesekreis-Treffen statt, in dem gemeinsam die wichtigsten Begrifflichkeiten nochmal erarbeitet werden.

1.4. Fr, 08.03.13: Lesekreis Special zum Frauenkampftag: Wertabspaltungskritik @Z

Anlässlich des Frauenkampftages wollen wir uns, mit Hilfe von Textausschnitten von Roswitha Scholz (Begründerin der Wertabspaltungskritik und Mitautorin der Zeitschrift EXIT), mit der Wertabspaltungskritik beschäftigen. Beginn 19.00 Uhr im Z, Innstraße 45a.

1.5. Mo, 11.03.13, 18:00 Uhr: Mahnwache Fukushima @ Max-Josefs-Platz

Am Montag, den 11.03.13, findet um 18:00 Uhr auf dem Rosenheimer Max-Josefs-Platz eine von attac organisierte Mahnwache zum 2. Jahrestag von Fukushima statt. Weitere Infos gibt es in Kürze auf www.attac-rosenheim.de und http://www.mitmacher.net/?m=20130311&cat=3

1.6. Do, 04.04.13 – Eröffnung der Bibliothek_A @Z

Nach dem Verbot sog. Marxistischer Organisationen vom 29.03.1933 durch die Nazis wurde am 04.04.1933 im Rahmen einer „Reichsweiten Durchsuchung – und Beschlagnahmungsaktion“ auch die „Arbeiterbibliothek“ des Freien Bildungskartell (getragen von den freien Gewerkschaften) aufgelöst. Anlässlich des achtzigisten Jahrestages der Zwangsauflösung der Rosenheimer Arbeiterbibliothek soll an die Auflösung von Gewerkschaften und Arbeitervereine erinnern und mit einem kleinen Fest, musikalisch Umrahmt durch den Münchner Gewerkschaftschor Queergesang, die Eröffnung der Bibliothek_A gefeiern. Weitere Infos gibt es in Kürze unter www.bibliotheka.tk

1.7. So, 07.04.13: es kann legitim sein, was nicht legal ist (Film) @ Z

Am So, 07.04.2013 ist im Z (Innstr.45a, Rosenheim) der Dokumentarfilm „es kann legitim sein, was nicht legal ist – martin löwenberg – ein leben gegen faschismus, unterdrückung und krieg“ zu sehen:

Fast zwei Jahrzehnte begleiteten die FilmemacherInnen den Widerstandskämpfer und ehemaligen KZ-Häftling Martin Löwenberg (86) mit der Kamera und suchten im Gespräch mit ihm und dem gemeinsamen Freund Konstantin Wecker nach Antworten auf die Fragen: Woher nimmt dieser Mann in seinem Alter das Verständnis für die praktische Tat, das Handeln, die jugendliche Ungeduld? Woher kommen seine Kraft und sein Mut? Wie entstand seine Unbeugsamkeit gegenüber staatlicher Willkür und Autoritäten? Und warum leuchten seine Augen noch immer auf, wenn er planend und organisierend politisch aktiv wird für soziale Gerechtigkeit, gegen Ausgrenzung und Krieg?
Als Jugendboxer trainierte Martin Löwenberg im Breslauer Postsportverein Stephan und verprügelte in der Freizeit mit seinen Freunden mehrfach den Streifendienst der Hitlerjugend. Sie wehrten sich gegen die zunehmende Repression und Verfolgung unangepasster Jugendlicher. Später arbeitete er mit seinem älteren Bruder Fred in einem organisierten Widerstandsnetzwerk und unterstützte osteuropäische Zwangsarbeiter mit Brotmarken und Informationen über den Kriegsverlauf. Im Mai 1944 nahm ihn die Gestapo fest. Nach tagelangen Verhören wurde er ins KZ Flossenbürg deportiert. In den KZ-Außenlagern Thil und Leitmeritz musste Martin Löwenberg bis zu seiner Befreiung selbst Zwangsarbeit in unterirdischen Stollen leisten. Historische Foto- und Filmdokumente zu seinen Erzählungen werden dabei mit den Aufnahmen der aktuellen Topografie dieser Handlungsorte konfrontiert.
Mit der Biografie Martin Löwenbergs schlägt der Film einen Bogen über hundert Jahre Zeitgeschichte. Er dokumentiert auch das politische Engagement von Löwenberg nach 1945 gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik, seine Verfolgung als Kommunist genauso wie seine Unterstützung von Roma-Flüchtlingen in der KZ-Gedenkstätte Dachau, die Verhinderung von Naziaufmärschen oder seinen Kampf für die Entschädigung von ehemaligen ZwangsarbeiterInnen. Durch die Recherchen in deutschen und polnischen Archiven ist es gelungen, bisher unbekanntes Filmmaterial zu finden, das den Protagonisten bei historischen Ereignissen in Aktion zeigt wie z.B. der Beerdigung von Philipp Müller 1952, dem ersten von der Polizei erschossenen Demonstranten der jungen Bundesrepublik.
Diese subjektive Protestgeschichte wird verknüpft mit aktuellen Interviews und historischen Bildmaterialien (Fotos und Filme von 1909 bis 2011) aus Wroclaw, früher Breslau, Dachau, Flossenbürg, Essen und München zu einer filmischen Zeitreise über hundert Jahre. Martin Löwenberg spricht von seinen Visionen damals nach der Befreiung aus dem KZ und heute. Er entwickelt im Film eine besondere Form der Reflektion von Geschichte; dabei verschränken sich die Ebenen von Zeit und Inhalt in Erzählsträngen, die die Vergangenheit in der Gegenwart präsent werden lassen.
Der Film beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Z ist ab 18 Uhr als Infoladen geöffnet. Ab 18:30 organisiert die „Rote Zora Rosenheim“ eine VoKü (veganes Essen gegen Spende). Die Filmvorführung ist eine Veranstaltung der infogruppe rosenheim in Kooperation mit
dem Kurt Eisner Verein,
der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft- Kreisverband Rosenheim,
dem DGB Kreis- und Stadtverband Rosenheim
den Jusos Rosenheim
der Wählerinitiative Rosenheim, WIR
Gesicht zeigen – Rosenheimer Bündnis gegen Rechts
attac, Rosenheim

1.8. 26.04.13: Mythos Schule – Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss

Am Freitag den 26.04.2013 laden die GEW Rosenheim und die infogruppe rosenheim zu einem Vortrag mit Ulrich Klemm zum Thema “Mythos Schule – Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss” ins Z (Innstraße 45a, Rosenheim) ein. Klemm ist Vater von vier Kindern, Sozialwissenschaftler, Hochschullehrer, Verleger und Autor.
Seine zentrale These ist, dass Bildung und Lernen nur dann wirklich gelingen können, wenn sie entstaatlicht und entschult werden. In den Mittelpunkt seiner Argumentation stellt er fünf traditionelle Vorstellungen von Schule, die er als Mythen bezeichnet:
* Schule sichert Wissen
* Schule schützt Kinder
* Schule garantiert kulturellen Fortbestand
* Schulreformen verbessern Schule
* Heute wissen wir alles besser
Erst wenn wir es wagen, uns auf eine demokratische Vorstellung von Schule einzulassen und Bildung  “vom Kinde aus” denken, werden wir den Blick frei bekommen für eine freiheitliche und humane Veränderung unseres Bildungssystems.
Der Vortrag im Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung (Innstr 45a, Rosenheim) beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.

1.9. So, 28.04: Systemfehler Verfassungsschutz @ Z

Während die zweite, schwarz-gelbe Merkel-Regierung unter Federführung der derzeitigen Familienministerin Kristina Schröder einen konzentrierten rechten Rollback eingeleitet hat, schießen aus Wissenschaft, Bildung, Politik und Medien Extremismus-theoretische Ansätze ins Kraut: mit der Hufeisen-Theorie der Jesse/Backes-Schule, einer höchst fragwürdigen „Extremismusklausel“ und einer massiven Offensive des Verfassungsschutzes in der Politischen Bildung werden derzeit Definitionsmacht, gesellschaftliche Deutungen und Feinderklärungen entschieden nach rechts außen verschoben. Dorthin, wo die „Mitte der Gesellschaft“ vermutet werden kann, die sich als „wehrhafte Demokratie“ gemäß in jeder Hinsicht überkommener Abgrenzungen gegen die drohenden „Extremismen von links und rechts (und von Seiten „der Ausländer“)“ zu erwehren habe. Im Fokus dieser Ausgrenzungsleistungen stehen v.a. Linke jeder Provenienz, Kritiker des Kapitalismus, des staatlichen Rassismus‘, Antifa-Aktivist_innen und unbequeme Störer_innen der
monströsen bundesrepublikanischen Gartenzwerg-Idylle. Ein zentraler Player in dieser Entwicklung ist der Verfassungsschutz, der 1950 gegründete Inlandsgeheimdienst. Während nicht zum ersten Mal im Zusammenhang mit dem „NSU“-Skandal die Systemfehler des Dienstes offenbar werden und von einer alarmierenden Verstrickung (ob über Geldzahlungen, V-Leute, logistische Unterstützung und Deckung) des Bundesamtes und der 16 Landesämter für Verfassungsschutz in die Nazi-Szene ausgegangen werden kann, drängt der selbe Dienst mit Bildungsmaterial, „Demokratielotsen“, „wissenschaftlicher“ Begleitliteratur und Präventions- sowie Informationsangeboten in die Öffentlichkeit, an die Schulen und in die Politische Bildung, die bisher eher eine Domäne freier Träger war. Auch hier geht es darum, die Deutungs- und Definitionshoheit über das gesellschaftliche Leben und zulässige Formen der Kritik an sich zu ziehen, zu sichern und mit wirksamen repressiven Methoden durchzusetzen. Es geht kein Aufschrei der Empörung durch die „
Zivilgesellschaft“, kein Protest von Seiten der Lehrer_innen und Eltern und anderer Institutionen der politischen Bildung ist zu hören und der Artikel 1 des Grundgesetzes scheint zu lauten: „Das Image des Verfassungsschutzes ist unantastbar“. Während linke Initiativen gegen Nazis, Blockierer_innen von Nazi-Aufmärschen und entsprechende staatlich geförderte Projekte mit einem dreisten Extremismusverdacht geschurigelt werden, kann der Verfassungsschutz noch aus dem Skandal mit mindestens 10 Neonazi-Mordopfern Kapital schlagen. Es wird Zeit, sich über wirksame Gegenstrategien Gedanken zu machen. Friedrich Burschel ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung in Berlin. Er ist Autor und Herausgeber des Buches „Stadt – Land – Rechts. Brauner Alltag in der deutschen Provinz“, Herausgeber des Buches von Peter Bierl „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn. Kapitalismuskritik von rechts: Der Fall
Silvio Gesell“ sowie – zum Thema – des RLS-Standpunkte-Papiers „Geld gegen Gesinnung“: http://www.rosalux.de/publication/37308/geld-gegen-gesinnung.html
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischer Parteien oder Organisationen angehören, der Neonazi-Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
Vortrag: Systemfehler Verfassungsschutz
Referent: Friedrich Burschel
Veranstalter: infogruppe & Rosa Luxemburg Stiftung
Beginn: 19:00 (ab 18:00 Uhr als infoladen geöffnet, ab 18:30 SoKü)

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2. Termine out of Rosenheim

2.1. 28.02- 21.03 Ausstellung im Gasteig: „Pastinaken raus!“

Die Ausstellung wird vom vom 28. Februar bis zum 21. März 2013 in der Glashalle des Münchner Gasteig. gezeigt, unterstützt von a.i.d.a., Münchner Stadtbibliothek, Münchner Kammerspiele, Sozialreferat München, Fachinformationsstelle gegen Rechtsextremismus in München (firm), Extra3, BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung, Muffatcafé und vielen anderen! Aus der Ankündigung auf www.pastinaken-raus.de:
„Großzügige 3-Zimmerwohnung in zentraler Lage zur Besichtigung freigegeben“, heißt es vom 28. Februar bis zum 21. März 2013 in der Glashalle des Münchner Gasteig. Die drei stilecht eingerichteten Wohnräume sind Kern der Ausstellung „Pastinaken raus!“ der Färberei, Kreisjugendring München Stadt, die von dem Politkünstler und Grafiker Matthias Weinzierl konzipiert und realisiert wird. Die Ausstellung ist ein Projekt zur Kampagne „Laut gegen Brauntöne“ der Landeshauptstadt München (www.laut-gegen-brauntoene.de)
Mit der Wohnungsbesichtigung begeben sich die Interessentinnen und Interessenten auf eine ganz konkrete und erfahrbare Suche nach dem Nazi da draußen und dem in uns. Die einzelnen Räume widmen sich jeweils den unterschiedlichen Formen von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus sowie der Manifestation von rechten Tendenzen und Intoleranz in der Mitte der Gesellschaft.
„Das Bild vom glatzköpfigen Stiefelnazi hat mittlerweile ausgedient. Die neuen Nazis sind nicht mehr zu erkennen, denn sie haben sich längst neue Kleidungs- und Musikstile angeeignet und mit diesen geänderten Erscheinungsformen machen sie sich in der Gesellschaft breit. Mit unserer Ausstellung laden wir dazu ein, die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Dabei sparen wir auch nicht die vertrauten Lebensbereiche aus.“ (Matthias Weinzierl)

2.2. Fr, 22.03.13 – 5 Jahre Antifa Cafe im Freiraum Dachau

Zum 5 jährigen gibt es in Dachau einem Vortrag mit dem Journalisten und Mitarbeiter des AIDA Archiv München Robert Andreasch sowie anschließend Konzert – veranstaltet vom Punkrock Cafe
u.a. mit Screaming Party und Kachel

Zum Vortrag „Die extreme Rechte in München und Umgebung“:
Die rechte Szene in Bayern hat sich im Laufe der letzten Jahre stark verändert. Robert Andreasch wird in seinem Vortrag einen Überblick über die extreme Rechte in München und Umkreis, aber auch in Oberbayern insgesamt, geben.
Dabei sollen sowohl neonazistische Strukturen aus dem Spektrum des aggressiv auftretenden bayernweiten Kameradschaftsdachverbands „Freies Netz Süd“, als auch das zunehmend selbstbewusstere Agieren rechtspopulistischer Gruppen näher betrachtet werden.
Während Kameradschaften mit ihrer NS bezogenen Rhetorik aus ihrer menschenverachtenden Gesinnung keinen Hehl machen und dabei eine hohe Gewaltaffinität aufweisen, versuchen rechtspopulistische Gruppen eine vermeintliche Seriosität ihrer Ansichten zu suggerieren – dabei weisen sie, allen Ansprüchen zum Trotz, ebenfalls rassistische Grundzüge auf. Generell wird von beiden Tendenzen versucht durch plumpe Stimmungsmache gegen Menschen anderer Herkunft gesellschaftlich zu punkten. Und das zum Teil nicht ohne Erfolg: 2008 zog der mittlerweile zum Landesvorsitzenden der NPD Bayern aufgestiegene Karl Richter für die „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ mit einem Sitz ins Münchner Rathaus ein.
Mehr Infos: freiraum-dachau.info

2.3. Sa, 30.03.13: Ostermarsch in Traunstein

Der traditionelle Ostermarsch der Friedensinitiative Traunstein-Traunreut-Trostberg findet am Ostersamstag (30.03.2013) statt. Die Demonstration startet um 10.00 Uhr mit einer Auftaktkundgebung (u.a. mit Liedermacher Christoph Weiherer) am Stadtplatz Traunstein. Der Aufruf wird nach Angaben von Friedensaktivist_innen derzeit diskutiert und dürfte bald auch auf der Seite des Rosenheimer Friedensbündnis veröffentlicht werden: http://frieden.blogsport.de/

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3. NSU

3.1. Aufruf zur Großdemo am 13. April 2013

Greift ein gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen!
Am 17. April 2013 wird in München der Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultze und André Eminger.
Ein breites antifaschistisches Bündnis ruft deshalb zu einer bundesweiten Großdemonstration in München am Samstag vor Prozessbeginn auf.
Im November 2011 wurde bekannt, dass die rassistischen und mörderischen Taten der Nazis des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) sieben Jahre lang unter den Augen der Sicherheitsbehörden begangen wurden. Sie haben zehn Menschen ermordet und zwei Sprengstoffanschläge verübt. In den Medien wurde der Begriff „Döner-Morde“ geprägt und die Sonderkommission gab sich den Namen „Bosporus“. Damit schloss die Polizei von Anfang an rassistische Hintergründe der Morde aus, behandelte die Opfer wie Täter und ermittelte in Richtung organisierter „Ausländer-Kriminalität“.
Durch die rassistischen Ermittlungen der Sicherheitsbehörden wurden Familien, Verwandte und persönliches Umfeld der Opfer über Jahre überwacht und akribisch durchleuchtet. Durch den völlig unbegründeten Verdacht gegen das familiäre Umfeld der Opfer wurden soziale Zusammenhänge zerrissen und die persönliche Existenz zahlreicher Menschen zerstört. Der Rassismus von Behörden und Öffentlichkeit vehinderte so zweifach die Aufklärung der Morde: Während die Hinweise auf rassistische Hintergründe ausgeklammert und vernachlässigt wurden, erschien die These, migrantische Gewerbetreibende seien in mafiöse Strukturen verwickelt, der Polizei und einer breiten Öffentlichkeit unmittelbar einleuchtend und erübrigte weiteres Nachfragen.
Fünf der insgesamt zehn NSU-Morde fanden in Bayern statt, zwei davon in München. Zwischen dem „Thüringer Heimatschutz“, in dem die Haupttäter des NSU vor ihrem Abtauchen organisiert waren, und der bayerischen Naziszene bestanden in den 90er Jahren enge Verbindungen. Böhnhardt und Mundlos nahmen an verschiedenen Treffen und Veranstaltungen der Szene in Bayern teil. Einige der engsten Unterstützer_innen des NSU lebten oder leben immer noch in Bayern, u.a. Mandy Struck, deren Identität Beate Zschäpe im Untergrund angenommen hatte. Mit Tino Brandt und Kai Dalek stehen zwei V-Leute des Verfassungsschutzes auch für die Verbindung zwischen der thüringischen und der bayerischen Naziszene.
„Deutschland hat ein riesiges Rassismus-Problem“, sagte Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Anfang November.
Der strukturelle Zusammenhang von Naziterror mit staatlichem und alltäglichem Rassismus in Gesellschaft, Politik und Medien zeigte sich bei der faktischen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl nach den Pogromen Anfang der 90er Jahre wie auch jetzt bei aktuellen Anti-Islam-Kampagnen: Der Rassismus ist tief verankert in der Mitte der Gesellschaft. Dass sich auch nach dieser Mordserie nichts Grundsätzliches im Bewusstsein der Menschen verändert hat, verdeutlichen folgende Beispiele: Zwanzig Jahre nach dem Pogrom in Rostock-Lichtenhagen kämpfen Flüchtlinge immer noch für elementare Menschenrechte in Deutschland, werden Roma stigmatisiert und in eine unsichere Zukunft abgeschoben. Hier lebende Migrant_innen werden täglich diffamiert, bedroht, angegriffen und kriminalisiert.
Die Verharmlosung und Vertuschung von Rassismus und Naziterror hat Tradition in diesem Land. Rechte und rassistische Gewalttaten und Morde haben in Deutschland eine traurige Kontinuität. Die blutige Spur reicht vom bis heute unaufgeklärten Oktoberfestattentat, über die rassistischen Anschläge und Pogrome in Rostock, Mölln, Solingen und Hoyerswerda, über die seit 1989 rund 200 Morde an Migrant_innen, Obdachlosen, Punks und Antifaschist_innen bis hin zu den Morden des NSU.
München war dabei schon viele Male Schauplatz neonazistischen Terrors: Bei dem bisher größten faschistischen Anschlag in der BRD wurden 1980 durch einen Täter aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann auf dem Münchner Oktoberfest 13 Menschen getötet und weitere 200 zum teil schwer verletzt. 1981 lieferten sich Neonazis auf dem Weg zu einem Bankraub mit Polizeibeamten in München eine Schießerei, bei der zwei Neonazis starben. 1985 setzten Neonazis der Gruppe Ludwig ein Lokal in der Schillerstrasse in Brand, wodurch eine Person getötet wurde. 2003 beschafften Neonazis aus der Kameradschaft Süd sich Waffen und Sprengstoff und planten u.a. einen Anschlag auf die Grundsteinlegung des neuen jüdischen Gemeindezentrums.
Seit Bekanntwerden der Mordserie des NSU offenbart sich eine erschreckende Politik der Verschleierung: Geschredderte und verheimlichte Akten, konsequentes Vertuschen und Lügen in Untersuchungsausschüssen, wenige, viel zu späte Rücktritte von Verantwortlichen. Eine transparente, schonungslose Aufklärung der Rolle von Geheimdiensten und Polizeibehörden findet bisher nicht statt. Statt ernsthafte politische Konsequenzen zu ziehen gegen Rassismus und die skandalöse Unterstützung des Aufbaus von Nazistrukturen durch Mitarbeiter_innen des (bayerischen) Verfassungsschutzes, reden die verantwortlichen Politiker_innen weiter von vereinzelten Pannen.
Rechte Gesinnung hat beim Verfassungsschutz (VS) Kontinuität: Gegründet im Jahre 1950 mit ehemaligen Nazis sorgte er dafür, dass Widerständler_innen gegen den Nationalsozialismus erneut in deutsche Gefängnisse kamen. In den 60er Jahren bekämpfte er die Student_innenbewegung, in den 70er und 80er Jahren lieferte er das Material für die Berufsverbote linker Aktivist_innen. Vor neun Jahren scheiterten die Pläne für ein NPD Verbot nicht zuletzt daran, dass diese bis in die höchsten Führungsetagen von V-Leuten und Spitzeln des Verfassungsschutzes durchsetzt war. Auch das ummittelbare Umfeld des NSU ist durchsetzt mit V-Leuten aus Verfassungschutz und Polizei.
Deshalb kann die einzige Konsequenz aus der Verstrickung der Behörden nur sein: Verfassungsschutz abschaffen! Wir müssen verhindern, dass die Regierung die NSU-Morde instrumentalisiert, um ihren Sicherheitsapparat weiter aufzurüsten, und damit endgültig eine der wenigen Konsequenzen aus dem deutschen Faschismus – die Trennung von Geheimdiensten und Polizei – rückgängig macht.
Unsere Anteilnahme und Solidarität gilt den Opfern des NSU-Terrors und ihren Angehörigen. Sie wurden nicht nur Opfer des militanten Rassismus der NSU-Täter_innen, sondern auch in der Folge noch durch die rassistischen Ermittlungen der Polizei drangsaliert.
Bekämpfen wir gemeinsam Rassismus in Gesellschaft, Politik und Institutionen!
Entschädigung für die rassistischen und diffamierenden polizeilichen Ermittlungen!
Schonungslose Aufklärung der Verstrickung von Geheimdiensten und Polizeibehörden!
Verfassungsschutz abschaffen!
Neue Ermittlungen zur Aufklärung des Attentats von 1980 in München!
Abschaffung aller rassistischen Gesetze – kein Mensch ist illegal!
Für eine rassismusfreie, solidarische Gesellschaft

Demoauftakt: Sa, 13.04.13 – 13.00 Uhr – Stachus
http://nsuprozess.blogsport.de

3.2. Aysen Tasköprü weist Gauck-Einladung zurück

Im Juni 2001 wurde in Hamburg Süleymann Tasköprü ermordet. Täter waren die Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos aus Jena. Die Polizei ging jahrelang von einem Mord im “Milieu” aus, verdächtigte Angehörige und Bekannte. Nun hat Bundespräsident Gauck die Angehörigen der Opfer eingeladen, um seine Betroffenheit auszudrücken, doch Aysen Tasköprü, Schwester von Süleymann und Nebenklägerin im NSU-Prozess lehnt die Einladung ab. Warum? Das schreibt sie in einem Brief an Gauck, den Publikative.org dokumentiert:
http://www.publikative.org/2013/02/16/aysen-taskopru-weist-gauck-einladung-zuruck/

3.3. Erfolgreiche Tagung zum NSU in Nürnberg

Nürnberg: “Fünf NSU-Morde in Bayern – Und alles bleibt wie es ist?”: Erfolgreiche Tagung der Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts am 2. Februar in Nürnberg (Februar 2013)
Die Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts haben in einer gemeinschaftlichen Anstrengung eine umfassende Tagung zur bisherigen “Aufarbeitung” der NSU-Morde in Bayern gestemmt.
Auf dem Podium und im Publikum wurde über viele Fragen diskutiert, darunter auch über Resultate sowie Funktion der bisherigen Arbeit der NSU-Untersuchungsausschüsse. Mehrere ReferentInnen berichteten aus den Ausschüssen in Bayern, Thüringen, Sachsen sowie aus dem Untersuchungsausschuss des Bundes. Dabei wurde deutlich, dass sich zahlreiche staatliche Organe gegen eine umfassende Aufklärung stemmen. Die berichteten Geheimhaltungsvorschriften, Aussage-Einschränkungen, Aktenschwärzungen sowie Fehleinschätzungen und/oder bewussten Falsch-Einschätzungen der Behörden lassen einige KritikerInnen vom Scheitern der “Aufarbeitung” sprechen. Der Kampf um die Akten und die Wahrheit, der in den Untersuchungsausschüssen weiter geführt werden wird, lässt andererseits auf weitere Ergebnisse hoffen. Insgesamt arbeitet sich die Seite der Aufklärung jedoch an einer Mauer des Schweigens ab. Ursprünglich war dieses Verhalten in einer rassistischen Verkehrung der Tatsachen den Angehörigen der NSU-Opfer vorgeworfen worden, so
Opferanwalt Yavuz Narin.
Dass die Verfassungsschutzbehörden wegen ihres kompletten Versagens, wegen ihrer teilweisen Förderung von Neonazis (“V-Leute”) sowie wegen ihres kompletten Unwillens, Neonazis und extreme Rechte effektiv zu bekämpfen, abgeschafft gehören, war unbestritten. Umstritten war jedoch die Frage, ob sie “in ihrer jetzigen Form” abzuschaffen seien oder generell. Die auf der Tagung verabschiedete Resolution gab insofern einen Minimalkonsens wieder. Befürchtet wurde allgemein, dass das Thema NSU-Morde nach und nach aus dem öffentlichen Diskurs verschwinden wird und die Behörden weiter daran basteln werden, den “präventiven Sicherheitsstaat” auszubauen, der sich dann eher gegen linke und demokratische Initiativen wendet. “Reformen” wie eine “Verbesserung” der Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Polizei oder die Schaffung neuer “Mega-Behörden”, die sich als Konsequenz der NSU-Morde gebärden, verdienen jedenfalls den entschiedenen Widerspruch kritischer Initiativen gegen Rechts.
Quelle: www.nazistopp-nuernberg.de

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4. Staat und Repression

4.1. Skandalöse Hausdurchsuchung

Im folgenden dokumentieren wir die Soli-Erklärung vom „Plenum des Linken Zentrums in Selbstverwaltung – Z“ anlässlich der skandalösen Hausdurchsuchung bei Walter Listl:

Am Morgen des 7.Februar wurde die Wohnung von Walter Listl auf Beschluss des Amtsgerichts München nach einer Schreibmaschine durchsucht. Gefunden wurde diese nicht, beschlagnahmt stattdessen sein Terminkalender mit Telefonverzeichnis.
Als Anlass diente dazu eine rassistische und antisemitische Hetzschrift, maschinengeschrieben und mit Absender Walter Listl versehen. Listl publiziert unter seinem Namen beim Institut für Sozialökologische Wirtschaftsforschung. Er tritt ferner offen als Sprecher der Deutschen Kommunistischen Partei Südbayern auf und regelmäßig gegen Nazis und ihre Ideologie ein. Mehr muss zur Absurdität der Vorwürfe nicht gesagt werden.
Wir erklären uns solidarisch mit Walter Listl und verurteilen diesen Akt willkürlicher Repression aufs Schärfste. Es ist unglaublich, dass dem Bayerischen Polizei- und Justizapparat offenbar kein Vorwand zu dumm ist, um gegen linke Aktivist_innen vorzugehen und unsere Strukturen zu
durchleuchten.
Rosenheim, 07.02.2013

Das Plenum des Linken Zentrums in Selbstverwaltung – Z

4.2. Hausdurchsuchungswelle gegen linke Pressefotografen

Einer Pressemitteilung der Roten Hilfe vom 06. Februar 2013 war zu entnehmen:

„Am frühen Morgen des heutigen 6. Februar durchsuchte der Frankfurter Staatsschutz in Frankfurt am Main, Berlin, Freiburg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen die Wohnungen von mindestens sieben FotografInnen.

Offensichtlich war die Polizei auf der Suche nach Fotos von der antikapitalistischen Demonstration vom 31. März 2012 in Frankfurt. Bei der Demonstration mit 6000 TeilnehmerInnen wurde unter anderem die Europäische Zentralbank als Akteurin der europäischen Krisenpolitik angegriffen. Im Verlauf der Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die verhinderte, dass die Demonstration ihr eigentliches Ziel, den Neubau der EZB, erreichen konnte. Am Rande soll ein Polizist mit Pfefferspray besprüht und getreten worden sein. Die Polizei bauschte das zunächst zu einem „versuchten Totschlag“ auf und nimmt ihre verzerrte Wahrnehmung nun zum Anlass, die Pressefreiheit auszuhebeln.

Nachdem Polizei und Staatsanwaltschaft mit ihrem Versuch gescheitert sind, linke AktivistInnen unter Druck zu setzen und mit Strafgeldern zu Aussagen zu zwingen, gehen sie nun noch einen Schritt weiter: Bei den Durchsuchungen wurden Computer, Laptops, Kameras, Handys und andere Datenträger beschlagnahmt. Damit hat die Polizei den JournalistInnen nicht nur ihre Arbeitsmittel entzogen, sondern im Endeffekt rechtlich geschützte Redaktionsräume durchsucht. „Die Frankfurter Polizei möchte offenbar nach der Einschränkung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit bei Blockupy nun auch das nächste Prinzip der Demokratie, die Pressefreiheit, angreifen“, so die Sprecherin der Frankfurter Roten Hilfe, Jona Fritz.

Mit ihrer völlig unsinnigen „Gefahreneinschätzung“ vor den Blockupy-Aktionstagen 2012 haben Polizei und Stadtverwaltung damals ihr völlig überzogenes Polizei-Aufgebot gerechtfertigt. Vor den anstehenden Krisenprotesten 2013 scheint zumindest der Frankfurter Staatsschutz eine ähnliche Eskalationsstrategie zu verfolgen.“

Weiterführende Infos gibt es u.a. unter:

http://dju.verdi.de/pressemitteilungen/showNews?id=f955a9d2-7049-11e2-7307-001ec9b05a14
http://taz.de/Hausdurchsuchung-bei-taz-Fotografen/!110503/
http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=19256:pressemitteilung-radio-dreyeckland-freiburg-verurteilt-hausdurchsuchungen-bei-freien-journalisten&catid=108
http://www.metronaut.de/2013/02/empoerung-wegen-bundesweiter-razzia-gegen-pressefotografen/

4.3. Bullenschweine – Hausdurchsuchung wegen Punk-Klassiker – Normahl!

Kurz vor dem 35-jährigen Bandjubiläum schafft es die Band Normahl vielleicht noch einmal auf den Index: Mit ihrem 31 jahre alten „Klassiker“ Bullenschweine.
Die taz berichtete:
Lange und akribisch muss das sächsische Landeskriminalamt Beweise gesammelt haben, bevor es die Staatsanwaltschaft Stuttgart um Amtshilfe bat. Die plante ihre konzertierte Aktion mit hohem logistischem Aufwand. 16 Polizisten waren im Einsatz, als am 31. Januar 2013 der Zugriff erfolgte. Mit jeweils vier Beamten durchsuchte die Polizei, verteilt über das nördliche Baden-Württemberg, gleichzeitig Wohnungen in Heidenheim, Winnenden, Sulzbach und Plüderhausen. Im Morgengrauen, um sechs Uhr, wurden die Beschuldigten – Mitglieder von Normahl, Deutschlands dienstältester Punkband – und ihre Familien teilweise noch im Schlaf überrascht [..]
http://taz.de/Grossrazzia-in-Baden-Wuerttemberg/!110583/

4.4. Schmerzensgeld nach Freiheitsentziehung: Polizei zahlt 500€ für rechtswidrige Ingewahrsamnahmen

„Im Rahmen der unter dem Namen „Blockupy“ bekannt gewordenen Aktionstage gegen die europäische Krisenpolitik vom 16. bis zum 19. Mai 2012 in Frankfurt/Main kam es zu einer Vielzahl von offensichtlich rechtswidrigen Ingewahrsamnahmen. Für einige der davon Betroffenen muss die Frankfurter Polizei nun 500,00 EUR Schadensersatz zahlen.

Zum Hintergrund:
Am 17. Mai 2012 fuhren ca. 150 Personen in drei Bussen von Berlin nach Frankfurt/Main, um dort an Veranstaltungen und angemeldeten Versammlungen teilzunehmen. Die Aktivisten wurden von der Polizei auf der Autobahn ca. 30 km vor Frankfurt/Main gestoppt und auf einer nahe gelegenen Autobahnmeisterei z. T. mehr als sieben Stunden lang festgehalten, kontrolliert, durchsucht und videografiert. Im Anschluss wurde den Personen ein Aufenthaltsverbot für die Frankfurter Innenstadt erteilt. Ca. 50 der Betroffenen, die sich im Anschluss an die Kontrolle in die am Rande Frankfurts gelegene Kleinstadt Eschborn begeben haben, um dort eine Kundgebung abzuhalten, wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen und bis nach Mitternacht in den Polizeidienststellen Wiesbaden und Gießen rechtswidrig festgehalten. Angeblich sollen sie versucht haben, gegen das Aufenthaltsverbot, das nur für die Frankfurter Innenstadt galt, zu verstoßen. Auf die Beschwerde der Betroffenen hin wurde nachträglich die Rechtswidrigkeit der
Freiheitsentziehung durch das Amtsgericht Gießen festgestellt.

Die Betroffenen haben daraufhin gegenüber dem Polizeipräsidium Frankfurt/Main, das für diese rechtswidrigen Maßnahmen verantwortlich gewesen ist, 500,00 EUR Schmerzensgeld gefordert. Dieses wurde ihnen nun auch bewilligt.

Rechtsanwalt Peer Stolle aus Berlin, der einige der Betroffenen vertritt, erklärt dazu:

„Die Betroffenen wurden, ohne dass sie dazu Anlass gegeben haben, rechtswidrig in Gewahrsam genommen und anschließend nachts in einer für sie vollkommen fremden Stadt auf die Straße gesetzt. 500,00 EUR Geldentschädigung ist daher das Mindeste, was den Betroffenen zusteht. Die Frankfurter Polizei sollte dies zum Anlass nehmen, von rechtswidrigen Freiheitsentziehungen Abstand zu nehmen.“

Wegen des polizeilichen Vorgehens im Rahmen der „Blockupy“-Aktionstage sind noch eine ganze Reihe von Verfahren vor den Frankfurter Gerichten anhängig, unter anderem wegen der Erteilung von Aufenthaltsverboten, unzulässigen Ingewahrsamnahmen und wegen Bußgeldbescheiden, die wegen Teilnahme an angeblich verbotenen Versammlungen erlassen worden sind.“ (Pressemitteilung RA Peer Stolle)

4.5. Polizeigewalt 1

„Wegen angeblichen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter vorsätzlicher Körperverletzung muss sich ein Wasserburger Paar bald vor dem Amtsgericht verteidigen. Der 52-Jährige und seine 32-jährige Lebensgefährtin behaupten jedoch das Gegenteil, vielmehr seien sie von den Beamten misshandelt worden.“ http://is.gd/Om0Bvt

4.6. Polizeigewalt 2

„Sie sollen ihn mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen und ihn als „kleines Stück Scheiße“ beschimpft haben: Ein 53 Jahre alter Mann schildert, wie eine Streife ihn mit Gewalt auf die Wache brachte.“ http://is.gd/eTnQ8h

4.7. Polizeigewalt 3 bringt Polizei zum heulen

„Ein Münchner Polizist schlägt einer gefesselten Frau in der Inspektion mit der Faust ins Gesicht – und bricht ihr die Nase. Aus Notwehr, sagt der Beamte. Ein Gewaltexzess, sagt der Anwalt der 23-Jährigen.“ http://is.gd/BzWYAY

Mittlerweile weint die bayerische Polizei herum und stellt sich selbst als Opfer dar: http://is.gd/zIVLpR

4.8. Rosenheimer Obdachloser stirbt in Polizeigewahrsam

Am Montag den 14. Januar ist ein Obdachloser im Polizeigewahrsam gestorben: http://is.gd/TP3gUv

4.9. Über die Leichen im Keller des ehemaligen rosenheimer Polizeichefs

„Rosenheim – Ein Polizist (51) reißt einen Radler (26) in voller Fahrt zu Boden. Beide ziehen sich Verletzungen zu, werden krank geschrieben. Zur Kasse soll aber nur der Radfahrer gebeten werden!“–> http://bit.ly/11WYTF8

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5. Nazischeiße

5.1. Ebbs: Waffenlager, SS-Fahne und Frei.Wild

In folgenden dokumentieren wir den Artikel “Ebbs: Waffenlager, SS-Fahne und Frei.Wild” von der recherche-west Redaktion. Ebbs ist übrigens nur ca. 5 km von der Autobahnausfahrt Oberaudorf entfernt.
 Was ist da los in Ebbs? Ja, das fragen wir uns wirklich. Nachdem ein (→erschreckender Waffenfund, http://bit.ly/Xixj0z) Mitte Jänner für Furore sorgte wurde der Verdächtige Norbert B. zunächst als “Einzeltäter” und “Waffennarr” tituliert. Mittlerweile ist bekannt, dass bereits gegen eine 5-köpfige Gruppe ermittelt wird. Es soll zu gemeinsamen Schießübungen gekommen sein.
Der Verdächtige hat nun die Polizei zu einem weiteren Waffenversteck gebracht. Außerdem wurde in seiner Wohnung eine SS-Fahne gefunden was den Verdacht auf seine rechtsextremen Verbindungen weiter verstärkt. (→Ebbs (Tirol): Neue Waffen und eine SS-Fahne, http://bit.ly/XixqZT) Nun berichtet das (→Münchner A.I.D.Archiv http://bit.ly/Xixuc1) über die Ankündigung der einschlägigen Südtiroler Rechtsrock-Band Frei.Wild ausgerechnet in Ebbs auftreten zu wollen. Das Konzert soll am 11. Mai 2013 in der Hödnerhof Arena (Eichelwang 2) stattfinden. Wir fragen uns warum gerade in diesem kleinen Ort an der bayrischen Grenze von dem bis vor ein paar Wochen niemand etwas wußte? Geschieht es nach dem Prinzip “Jetzt erst recht”?
Jedenfalls wird die beschauliche Gemeinde, mit ihren gerade mal 5.000 BewohnerInnen, den Verdacht ein Rückzugsgebiet der Neonazis geworden zu sein so nicht los werden. Eine klare Distanzierung des Bürgermeisters und eine Absage des Konzerts wären nun wohl angebracht.
(→Frei.Wild und ihre Ideologie http://bit.ly/XixyZi)

5.2. Otto Beisheim ist tot

Otto Beisheim, angehöriger der Leibstandarte Hitler, SS-Sturmmann und Träger des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse (http://is.gd/0D66wb) ist tot (http://is.gd/2ih01U). Berichtet wird vor allem über seine Mitbegründung von Metro und darüber, dass sein Vermögen in die Prof.-Otto-Beisheim-Stiftung übergehen soll. Kaum Erwähnung findet hingegen Beisheims Wirken während der Nazizeit und vergangene Proteste gegen die Umbenennung des Gymnasiums Tegernsee in Otto-Beisheim-Gymnasium 2005 (http://is.gd/aqSwEQ, http://is.gd/EX7j9Y).

5.3. Erster Mai – Nazifrei

Am Kampftag der Arbeiterklasse, ist es auch dieses Jahr wieder nötig Naziaufmärsche zu verhindern. In Süddeutschland wird es mindestens zwei Naziaufmärsche geben. Die NPD möchte mit ihrem zentralen Aufmarsch gerne in Frankfurt vor der Europäischen Zentralbank gegen den Euro demonstrieren und die Nazis vom Freien Netz Süd rufen für den 01.Mai zu einem Naziaufmarsch nach Würzburg auf.

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6. Lohnarbeit und Arbeitskämpfe

6.1. Verlosung von Arbeitseinsätzen Langzeitsarbeitsloser

Im vergangenen Dezember wurden Dienstleistungen älterer Arbeitsloser von einem privaten Bildungsträger an Firmen verlost.
„Anders als bei einer normalen Tombola mussten die Firmen nicht für ihr Los zahlen, auch Nieten gab es nicht. Die DG Mittelrhein wollte schließlich das soziale Firmenengagement belohnen – gemeint ist damit die Bereitstellung unbezahlter Arbeitsplätze für eine kurze Zeit. Rund 30 Unternehmen gefiel das Angebot so gut, dass sie bei der Ziehung mitmachten.“ Mehr dazu hier http://is.gd/M4USpg

6.2. Zensur durch Arbeit

Eine kreative Verwendung von Arbeit zeigte die dänische Bahn. Sie kam auf die glorreiche Idee, den früher auf sie spezialisierten Investigativjournalisten Lars Abild über die PR-Agentur Waterfront so mit anderer Arbeit zu überhäufen, dass er für das Aufdecken von Bahnskandalen keine Zeit mehr hatte: http://www.heise.de/tp/blogs/6/153563

6.3. Besetzen. Widerstand leisten. Produzieren!

Einer der ersten Versuche von Arbeiter*innen im krisengeschüttelten Griechenland die Produktion in die eigenen Hände zu nehmen: Arbeiter*innen haben die Fabrik Vio-me in Thessaloniki besetzt und begonnen in Selbstverwaltung unter Arbeiter*innenkontrolle weiterzuführen. Die Fabrik, die Baustoffe herstellte wurde im Mai 2011 von ihren Besitzern verlassen wurde. Die Arbeiter*innen blieben im Zuge dessen seit über einem Jahr unentlohnt und haben nun Konsequenzen gezogen.
Weitere Informationen dazu hier http://www.viome.org/p/deutsch.html und hier http://www.labournet.de/internationales/griechenland/arbeitskaempfe-griechenland/metalleutiki/?cat=6996

6.4. Selbstorganisation in Griechenland

Viele Menschen reagieren mit Selbst-Organisation auf die Krise. Alternative Netzwerke und Wirtschaftsformen haben sich unter den vielfältigen Initiativen gebildet, die überall im Land entstehen, zB Gemeinschaftsküchen und Märkte. Ein 10minütiges Video zeigt die Situation in Griechenland im Oktober 2012: http://kanalb.org/clip.php?clipId=2952

6.5. Erfolgreicher Streik bei IKEA

In den letzten Monaten haben migrantische TransportarbeiterInnen in Norditalien in harten Streiks eine deutliche Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen erkämpft. Sie sind gewöhnlich nicht direkt beim Unternehmen beschäftigt, sondern arbeiten dort über Subunternehmer, die als »Kooperativen« angemeldet sind. Diese Organisationsform öffnet der Ausbeutung Tür und Tor, für die Arbeiter gibt es keinerlei soziale Sicherheit, wenig Lohn und keine festen Arbeitszeiten. Wenn es Probleme gibt, wechselt die Firmierung, und die Arbeiter bleiben auf ihren Forderungen sitzen. Bekannt geworden ist seit Oktober 2012 vor allem der Streik im größten europäischen Lager von IKEA in der Nähe von Piacenza, u.a. deshalb, weil viele Linke und Leute aus sozialen Zentren die ArbeiterInnen bei der Blockade unterstützt haben. Unter folgendem Link findet ihr ein ausführliches Interview zu dem erfolgreichen Streik bei IKEA: http://is.gd/KjUr6L

6.6. Generalstreik in Indien

Alle 11 landesweiten indischen Gewerkschaftsverbände hatten für den 20. und 21. Februar 2013 einen Generalstreik ausgerufen, der sich vor allem gegen die rasante Teuerung und die nahezu ebenso rasante Ausbreitung der Leiharbeit richtet: Erstmalig alle gemeinsam – und zum ersten Mal waren auch alle regionalen und betrieblichen Gewerkschaften, alle Organisationen der Leiharbeiter und existierende Organisationen des riesigen informellen Sektors zur Teilnahme aufgerufen und haben sich in grosser Zahl an den Vorbereitungen beteiligt. In der faktischen Nichtteilnahme jener Gewerkschaften, die keiner Föderation angeschlossen sind, derjenigen, die vor allem Leiharbeiter organisieren und der Organisationen des informellen Sektors waren Schwachpunkte des Generalstreiks 2012 gesehen worden, die nun überwunden werden sollten.

Die erste offizielle Bilanz ist vom unabhängigen Gewerkschaftsverband NTUI “United We Strike” vom 21. Februar 2013 und hebt sowohl die breite Beteiligung in diversen Branchen hervor, als auch die erstmalige massenhafte Beteiligung der im informellen Sektor arbeitenden Menschen, erst recht die massive Beteiligung der Arbeiterinnen quer durchs Land – die Forderungen gegen die Teuerung, für einen deutlich höheren Mindestlohn, gegen die Leiharbeit und für Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sind dieser Stellungnahme zufolge besonders mobilisierend gewesen.

United We Strike:
http://ntui.org.in/media/item/united-we-strike/

Deutschsprachiges Dossier bei labournet:
http://www.labournet.de/internationales/indien/politik-indien/generalstreik-in-indien/

Dieses und weitere Themen in Indien bei labournet:
http://www.labournet.de/internationales/indien/politik-indien/generalstreik-in-indien/

6.7. Streik und Demo im Tuntenhausener Hinterland

Es gibt kein streikfreies Hinterland. Bei Mailling mussten wir aber zunächst selbst auf der Karte schauen, wo das im Landkreis liegt, als wir von der Meldung erfuhren, dass es dort zum Streik kam. Ein Demonstrationszug führte gar nach Beyharting. Das sind etwa 2km auf der Staatsstraße 2089 im Gemeindegebiet Tuntenhausen.

Die Kolleg_innen der Frischpack GmbH legten nach Aufruf der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätte (NGG) für etwa zwei Stunden die Arbeit nieder. Ziel ist die Erzwingung eines Haustarifs.

Hintergründe können bei rosenheim24.de nachgelesen werden:
http://bit.ly/YzHyOo

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7. Flüchtlingskämpfe

7.1. Flüchtlingsproteste in Österreich

Seit November letzten Jahres finden in Österreich Flüchtlingsproteste statt, die mittlerweile eine historische Dimension erreicht haben. Nach einem Marsch vom Erstaufnahmezentrum Traiskirchen nach Wien errichteten über 100 Flüchtlinge im Sigmund Freud-Park ein Protestcamp, das am 28. Dezember von der Polizei geräumt wurde. Mit dem Ortswechsel in die Votivkirche und einem Hungerstreik haben sich Flüchtlinge in Österreich zum ersten Mal in der jüngsten Zeit selbstorganisiert und lautstark zu Wort gemeldet. Seither dauert der Protest an – die Forderungen der Flüchtlinge haben weite Teile der Öffentlichkeit erreicht und eine längst überfällige Debatte rund um das Thema Asyl und Menschenrechte angefacht.

Neben der Zerstörung des Refugeecamp in der Votivkirche (von der SPOe-Bürgermeister Haeupl Bescheid wusste) gab und gibt es aber weitere Repression und Versuche, die Proteste zu zerschlagen und aufzuspalten: Am 12. Januar wurden mehrere Refugees bei einer Besprechung der Protestbewegung in den Räumen der Human- und Sozialwissenschaften (HuS) der Universität Wien von der Polizei kontrolliert und festgenommen. Vier von diesen wurden von der Polizei in Schubhaft genommen und sind seither im Polizeianhaltezentrum am Hernalser Gürtel in Schubhaft.

Zum aktuellen Stand vgl. http://refugeecampvienna.noblogs.org/

7.2. Kongress der protestierenden Flüchtlinge in Europa vom 01.-03. März in München

Aus dem Aufruf derzeitigen des Aktionskreis unabhängig protestierender Flüchtlinge:

„Seit dem 19. März 2012 befinden wir uns Flüchtlinge in einem Kampf um das Erringen von elementaren Menschenrechten, von Freiheit und Gleichheit, Seit dem 19. März 2012 befinden wir uns Flüchtlinge in einem Kampf um das Erringen von elementaren Menschenrechten, von Freiheit und Gleichheit, denn wir wollen nicht mehr wie „Ausländer“ und Menschen dritten Grades behandelt werden, sondern wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger. Diese Ära unseres Kampfes begann mit einem kleinen Zelt in Würzburg und erwuchs zu einer großen Bewegung, die sich in ganz Europa ausbreitet.

Dieser lange Streik war bisher von vielen Höhen und Tiefen begleitet, die die vielschichtigen Entwicklungen des Protestes charakterisieren. Tragische Geschehnisse wie der Selbstmord von Mohammad Rahsepar am 28. Januar 2012, der Beginn des Streiks und die vielen darauf folgenden politischen Aktionen wie die Demonstration am 13. Februar, der Beginn des Hungerstreiks in Würzburg , der Beginn des Protestzelt-Projekts am 19. März und dessen Ausweitung auf elf Städte in fünf deutschen Bundesländern bis zum September und zuletzt die Durchführung des Protestmarsches nach Berlin sowie der große Streik in Berlin.

In dieser Zeit haben die Proteste der Flüchtlinge und der Illegalisierten auf der europäischen Ebene in unterschiedlichster Form Früchte getragen und wichtige Veränderungen in einigen Ländern mit sich gebracht. Von Mai an begannen weitere Streiks in Dänemark, in der Türkei, in Bulgarien, in Griechenland, in Frankreich, in Holland und in Österreich.

In den beiden letztgenannten Fällen hat die Polizei die Protestcamps niedergerissen, weswegen die Flüchtlinge an einem anderen Ort ihren Protest fortsetzen müssen, sodass die Solidarität und der Zusammenhalt in den Kämpfen in Deutschland, Holland und in Österreich die zur Zeit noch klar sichtbaren Punkte dieses Widerstands sind.

Während dieser langen Zeit der Auseinandersetzungen und Kämpfe mit einem ausländerfeindlichen und flüchtlingsfeindlichen System konnten wir viele Erfahrungen sammeln. Im Austausch mit den streikenden Illegalisierten in Holland sowie dem Streik und dem Protestmarsch in Österreich sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass eine gemeinsame kritische Analyse und das Sammeln von weiteren Ideen für die Zukunft des Flüchtlingsprotestes unabdingbar sind.

Dabei stellt das Hauptziel die Bildung von unabhängigen Räten von Flüchtlingen dar, die vollständig von protestierenden Flüchtlingen selbst organisiert sind und in jedem geographischen Fleck als solidarisches Kollektiv gemeinsam Strategien ihres Widerstands ausarbeiten und ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Zu diesem Zweck organisieren und veranstalten wir diesen bundesweiten Kongress.

In diesem Sinne laden wir alle Flüchtlinge, Illegalisierte, Einwanderer/Immigrant_innen und Menschen mit Migrationshintergrund, Aktivist-innen, Studierende, Journalist_innen, Menschenrechtsaktivist_innen zu diesem Kongress ein, sich zu beteiligen und mitzuarbeiten.
Flüchtlinge, Illegalisierte und Migrant_innen haben entschieden, einen weiteren großen Schritt für ihre selbstorganisierte Unabhängigkeit und für ein Widerstandskollektiv zu tun, für die, die „nicht von hier“ sind, in der untersten Schicht der europäischen Gesellschaft, für all diejenigen, die das System mit all seinen Möglichkeiten und all seiner Macht zu negieren versucht und ihnen ihre sozialen und menschlichen Rechte abspricht.“

http://refugeecongress.wordpress.com/

7.3. „Flüchtlinge sind nicht kriminell“

Blickpunkt interviewt Aktivisten des Initiativkreis Migration Rosenheim:
http://rosenheim.blick-punkt.com/home/nachrichten-details-home/article/fluechtlinge-sind-nicht-kriminell/

7.4. Bayern: (K)eine Chance für Flüchtlinge?

Weltweit sind über 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Und immer mehr Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind, suchen auch in Deutschland Asyl. Überfüllte Auffanglanger, demonstrierende Flüchtlinge und engagierte Bürger, die dafür kämpfen, dass Asylbewerber bleiben dürfen. Wie leben Flüchtlinge in Bayern? Bekommen sie hier eine Chance? Ein link zu einem Fernsehbeitrag des br (sendung: laVita) über Flüchtlinge in Bayern, deren Lebenssituation, etc.(Erstausstrahlung: 25.2.13 um 20.15 uhr):
http://mediathek-video.br.de/B7Mediathek.html?bc=_190746400&bccode=bfs

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8. gender

8.1. Frauenkampftag

Unsere 2009 veröffentlichte Kritik zum Rosenheimer Frauentag (http://bit.ly/156JHTw) scheint leider nach wie vor aktuell. Auch 2013 bietet das offizielle Rosenheimer Programm zum Frauenkampftag (Motto „WahlFreiheit “ – http://bit.ly/136DNU8) zwar einen “Ökumenische Wortgottesdienst“ und „Internationale Kreistänze als Quelle der Kraft und Freude nur für Frauen“ , aber wenig kämpferisch-emanzipatorische Veranstaltungen. Für pro feministische Kräfte könnte sich also durchaus ein Ausflug in andere Städte lohnen.

In Salzburg gibt es am 08.03.2013 nach einen Frauenbrunch, um 18:00 Uhr eine Frauendemo (Treffpunkt: Ulrike Gschwandtner Straße/ vor Arge Kultur, Sachen zum Krachmachen mitnehmen) und um 21:00 Uhr ein Frauenfest in der Hosi, Gabelsbergerstrasse 26. Mehr Infos: http://sisterresist.wordpress.com/

In Nürnberg startet am Sa 9.März um 13 Uhr eine Demo unter dem Motto „Armut ist weiblich – Widerstand auch“ in der Königstraße (Vor K4) mehr Infos: http://frauenkampftagnbg.blogsport.de/

In München soll es neben der gewerkschaftlichen Demo (Fr, 8.März 2013, 16.15 Stachus, mehr Infos: http://muenchen.verdi.de/aktive_gruppen/frauen/aktionen/frauentag), von Sa-So ein vom „Antisexistische Aktionsbündnis München (asab_m)“ organisiertes feministisches Vortrags- und Workshopwochenende geben: „Zwei Tage – acht Diskussionen“:
* Diskussionen & Vorträge
* Ausstellung zu Pussy Riot
* DIY-Rahmenprogramm
* Brunch
* Ein bißchen Party (Samstag)
Themen u.a.
Feminismus 2013, Beziehungskonzepte aus queer-feministischer Perspektive, Riot Grrrl Bewegung, Sexworkers Movement, (Neo-) Naziszene & Männlichkeit, Homophobie in der linken Szene, Feministische Kontexte in Russland, Warum gegenderte Sprache die Welt verändert
http://asabm.blogsport.de/

Für alle die trotzdem in Rosenheim bleiben ist im Rosenheimer Z für Fr, 08.03.13 ein Lesekreis Special zu Wertabspaltungskritik (vgl. Punkt 1) und für Sa 09.03. eine Veranstaltung zum internationalen Frauentag angekündigt. ab 19 Uhr gibt es „Musik zum Abrocken….Dance for freedom and equal treatment…“ (Quelle: http://bit.ly/136EBbm)

8.2. Jagdszenen in Niederbayern trotz juristischer Schläge gegen die Reaktion

So unterschiedlich können Entwicklungen sein: Während gleichgeschlechtliche Paare Adoptionsrechte vor den höchsten Gerichten der BRD und der EU erstreiten kommt es in Niederbayern zu Jagdszenen gegen einen HIV-infizierten Gastronom. Ein US-Fußball-Profi gibt mit 25 Jahren Coming-Out und Karriereende zugleich bekannt.
http://infogrupperosenheim.tk/2013/02/jagdszenen-in-niederbayern-trotz-juristischer-schlaege-gegen-die-rekation/

8.3. Kraft entsteht aus Kampf – Die „Gulabi-Frauengang“ in Indien

Die „Gulabi“ (übersetzt: „pink“) Gang wurde erstmalig 2006 von Hunderten Frauen der Gegend Banda im nördlichen Uttar Pradesh, Indien gebildet. Sie entstand als Reaktion auf häusliche Gewalt und andere Gewaltformen gegen Frauen. Die von Sampat Pal Devi gegründete Gruppe besucht gewalttätige Ehemänner sowie Vergewaltiger und schlägt auch mal mit „Iaathis“ (Bambusstöcken) zu.

Den entsprechenden Umgang mit den Stöcken lernen sich die Frauen in Selbstverteidigungskursen. Sie misstrauen den politischen Parteien, gehen selbst gegen Gewalt und Korruption vor und scheuen sich auch nicht, Polizeireviere zu stürmen und auch mal Polizisten anzugreifen. Banda selbst liegt in einem der ärmsten Gebiete von Indien, viele der ca. 2 Millionen Menschen sind „Dalits“ („Unberührbare“).
Weiter mit einem Video bei anarchismus.at: http://bit.ly/YVtuwG
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9. Im Zweifel völkisch

Der passionierte Israelhasser Jakob Augstein landete 2012 bekanntermaßen in den Top Ten Antisemitischer und Antiisraelischer Verunglimpfungen weltweit. Die Liste, herausgegeben vom Simon Wiesenthal Zentrum, sei an dieser Stelle nochmals im Original verlinkt:
http://www.wiesenthal.com/site/apps/nlnet/content2.aspx?c=lsKWLbPJLnF&b=4441467&ct=12697485

Wie der Spiegel Augstein die wöchtentliche Sparte „Im Zweifel links“ zuweisen konnte ist ohnehin schleierhaft. Aber im postfaschistischen Deutschland kann ja auch die jahrezehntelang verschwiegene Mitgliedschaft in der Waffen-SS ein Indiz dafür sein, dass es sich um einen glaubhaften Repräsentanten der bundesdeutschen Linken handelt. Augsteins Kolumne jedenfalls ist im Zweifel völkisch.

9.1. Jakob Augstein und die neue “Menschenrasse”

Patrick Gensing zerlegt einen Ende Januar erschienen Beitrag Augsteins zur #Aufschrei Debatte. Diese feministische Netzerhebung wird darin von Augstein als quasi belanglos und überflüssig abgekanzelt. Viel wichtiger sind Augstein nämlich ethnopluralistische Gedankstreifzüge in Bezugnahme beispielsweise auf Peter Scholl-Latour. Dieser schrieb mehrfach für die neurechte Junge Freiheit, die er ausdrücklich lobte, da es hier “noch unabhängige Geister in der deutschen Medienlandschaft” gebe.
Der Kommentar von Gesing findet sich bei
http://www.publikative.org/2013/01/29/augstein-und-die-entdeckung-einer-neuen-menschenrasse/
Auch sein Aufsatz hätte Augstein in der Jungen Freiheit zu Ehre gereichen können. Die Kategorien, die er eröffnet, sind beachtlich:
„In Amerika kehrt sich die Definition der ethnischen Minderheit gerade um: Zum ersten Mal wurden im vergangenen Jahr mehr nicht-weiße Babys als weiße geboren. Peter Scholl-Latour, der als einer der wenigen in Deutschland solche Fragen mit kühlem Kopf beurteilt, hat in Brasilien schon das Entstehen einer „raza cosmica“ beobachtet, einer globalisierten, vermischten Rasse, in der er die Zukunft der globalisierten Menschheit erkennt. Die Chinesen halten gar nichts von unserer Streitkultur. Sie schätzen die Harmonie. Und was wir als Menschenrechte ausgeben, ist für große Teile der Welt nichts als Herrschaftswerk westlicher Heuchelei“
Quelle SpOn: http://bit.ly/127A35w

Ob dieser Absatz nun aus dem Kontext gerissen wurde oder nicht – um einen bedeutungslosen Einwand vorweg zu nehmen – hier wird mit den gleichen Mustern argumentiert, die von Rechten bekannt sind. Hautfarbe und Rasse als Kategorien werden aufrecht erhalten und reproduziert. Der Weiße Mann bei Augstein ist der Vertreter der weißen Rasse.
Interessant ist, dass nur wenige Tage davor bspw. auf publikative.org ein Artikel kritisch mit dem sozialen Typus des Weißen (Heterosexuellen) Mannes auseinandergesetzt hat. Darin wurde auch darauf eingegangen, dass im Internet Antisemitismus, Sexismus und Rassismus zunehmend auf Widerstand stoßen:
http://www.publikative.org/2013/01/25/weise-zeitungen-buntes-netz-definitionsmacht-ade/
Fast scheint es so, als ob Augstein emanzipatorische Debatte entwenden und als völkisch-sexistische Kackscheisse in das Bürgertum wieder einspeisen wollte. In seinem dieswöchigen Beitrag widmet er sich den gebeutelten Homphoben in der CDU (Rosa Anstrich für die CDU http://bit.ly/YzCRUK). Auch Constanze von Bullion tut dies in der Süddeutschen (Was Konservative vom Schwulsein halten http://bit.ly/YVqhx2).
Während die Journalistin lesenwert schildert „in vielen Köpfen sind klischeebeladene Zerrbilder von Homosexuellen noch fest verankert“, legt Augstein wie schon bei #Aufschrei nahe, dass es eigentlich nichts mehr zu tun gäbe („.Wenn man heute Milieus mit offener Homophobie sucht, muss man in gesellschaftliche Randbereiche vordringen“). Während letzt genannter Schwulenwitze reproduziert, denkt sich von Bullion in die Situation betroffener ein. Empathie kennt Augstein hingegen eher mit dem „glücklosen“ Martin Hohmann, „der in einer Rede im Zusammenhang mit dem Judentum den Begriff „Tätervolk“ verwendet“ habe. Richtig: Er selbst ist bisher wesentlich weniger glücklos in der öffentlichkeitswirksamen Verbreitung des Antisemitismus.
Und um das Bild eines reaktionären Widerlings abzurunden, kommt Augstein zu folgendem Fazit:
„Im Grundgesetz wird die Ehe unter den besonderen Schutz des Staates gestellt. Gut so. Es geht um Liebe, Vertrauen, Stabilität, Familie, Zusammenhalt. Davon kann kein Staat jemals genug haben. Darum will auch niemand das Grundgesetz ändern.”

9.2. Freitags Gebete

Große Männer, große Gedanken, große Verschwörungen – eine Anamnese Jakob Augsteins, vorgelegt von Rainer Trampert in konkret 11-2012. »Im Zweifel links« kann als Befund eindeutig ausgeschlossen werden.
http://bit.ly/YzzYDq
Aus dem Text:
Was [Augstein] meint, weiß man bei ihm nur, wenn es um Israel geht. Jakob Augstein macht Israel, das meistens als Synonym für die Juden genommen wird, zum Sündenbock für alles. Er läßt den Judenstaat in Anspielung auf die Weisen von Zion nach der Weltherrschaft greifen, Bluttaten verüben, die Welt in den Abgrund reißen und weitere reichlich kuriose Taten vollbringen.
[..]
Grass will Israel zu den Völkermördern zählen, um den deutschen Völkermord zu relativieren. Schon sein Weltfriede ist eine Lüge, die Millionen Kriegstote in Afrika für belanglos erklärt. Mit derselben Impertinenz türmen Antisemiten fiktive Opferberge auf, die Juden in künftigen Weltkriegen anrichten würden. Ein Militärschlag gegen die Atomanlagen im Iran wäre kein Völkermord und würde ebensowenig in den Weltkrieg führen wie der gegen Libyen. Die USA sanieren gerade ihre Kriegskasse, China und Rußland wissen, daß ihnen der Zerfall ihrer Nationen in ethnisch-religiöse Einheiten drohte. Auffallend ist, daß reale Kriegsparteien nicht unter die Kriegsgefahr gerechnet werden. Syrien und die Türkei beschießen sich, der Iran und Saudi-Arabien unterstützen Milizen im Irak und in Syrien. Aber Salafisten und andere Krieger können sich noch so abrackern, für »Freitag-online« ist die israelische Regierung »die einzige, die gegenwärtig den Weltfrieden … gefährdet«, »den sogenannten arabischen Frühling für sich ausnutzt«, »
den Krieg in Syrien fördert«, den Iran nötigt, »eine eigene Bombe zu haben«.
Augstein wird bestreiten, ein Antisemit zu sein. Aber die phantasierte jüdische Weltherrschaft, die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, daß Israel hinter dem Mohammed- Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat. »Wenn der Bürger schon zugibt, daß der Antisemit im Unrecht ist, so will er wenigstens, daß auch das Opfer schuldig sei« (Adorno).  

9.3. Die Augstein-Debatte im Spiegel der Titanic

Andererseits, Stefan Reinecke (»Taz«),

war Ihre Augstein-Verteidigung auch nicht von schlechten arischen Eltern: »Das Problem ist ein entgrenzter Begriff von Antisemitismus, in dem alle Katzen grau sind und mit dem islamistische Judenhasser, Neonazis und liberale Leitartikler unisono zu Feinden erklärt werden. Gefährlich ist diese Inflationierung, weil der Vorwurf des Antisemitismus damit langfristig zum stumpfen Schwert wird. Wenn jeder, der die Besatzungspolitik für fatal hält, ein Antisemit ist – dann welcome to the club.« Es braucht also wirklich nur den einen, Ihrer Ansicht nach unberechtigten Vorwurf des Antisemitismus zuviel, um Sie ein freudiges Mitglied in einem Club mit islamistischen Judenhassern und Neonazis werden zu lassen? Na, wenn Sie meinen! Für die nächste Vereinssitzung hätten wir dann einen Tip für Sie: »Die israelische Besatzungspolitik ist fatal« klingt gleich viel flotter als »Die Juden sind ihr Unglück«.
Und überhaupt, Reinecke: Wenn Sie schon haargenau so argumentieren wie Augstein, Drieschner et al., haben Sie sich da nicht mal gefragt, ob der inflationär gebrauchte Vorwurf der Inflationierung des Antisemitismusvorwurfs nicht dazu führt, daß er zu einem stumpfen Schwert wird, welches man dann nicht mehr gegen die Antisemitismuskeule erheben kann?

Entgrenzte Grüße:
Titanic

Frank Drieschner (»Zeit«)!

Weil’s ja sonst nur jeder tat, mußte auch Ihr Blatt Kamerad Jakob Augstein gegen die Juden in Schutz nehmen – und Ihnen gelang das noch besser als dem empörten Rest der deutschen Qualitätsjournaille: »Die Frage ist, ob sie womöglich gemeinsam durchdrehen: Israel, das Land, das sich anschickt, eine Zwei-Staaten-Lösung durch neue Siedlungen endgültig zu verhindern, während zwei Drittel seiner jüdischen Bewohner nach einer aktuellen Umfrage den Palästinensern in einem gemeinsamen Staat die Bürgerrechte verweigern wollen. Und seine Lobby, die soeben in Gestalt des renommierten Simon-Wiesenthal-Zentrums den deutschen Journalisten Jakob Augstein zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt erklärt hat.« Das Land Israel, seine Bevölkerung und die private, amerikanische Simon-Wiesenthal-Stiftung gehören Ihrer Ansicht nach zu einer nicht ganz dichten Einheit, die in unterschiedlicher Gestalt Feinde entrechten und Frieden verhindern will: Einen Antisemiten mit einer antisemitischen Verschwörungstheorie verteidigen,
könnte das eventuell, na, was sein?
Sie kommen schon drauf.

Titanic
http://www.titanic-magazin.de/badl.html

10. Sonstiges

10.1. Leidige Diskussionen über Terrorismus in Athen und gleichzeitige Steuerhöhungen

Anschläge in Athen und die übliche damit einhergehende Diskussion über Terrorismus, den mensch z.B. an leeren Bierflaschen festmacht. Gleichzeitige Erhöhungen von Steuern für Familien und Seeleute bei damit einhergehender Steuerbefreiung für Reeder, gehen dabei unter: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38358/1.html

10.2. Zu viel produzierter Strom wird verschenkt

„Es ist paradox: Industrie und konventionelle Energiewirtschaft hatten wiederholt vor Blackouts wegen der Energiewende gewarnt. Aber bis auf wenige, kritische Ausnahmen war bisher – gerade beim derzeit recht warmen Winterwetter – zu viel statt zu wenig Strom im Netz.“
Mehr dazu hier http://is.gd/ctTLFB

10.3. Freiheit stirb mit Sicherheit: Camover 2013

Ohne Worte: http://is.gd/jt3HbH

10.4. Keine Erdgasbohrungen am Langbürgner See

„Die RAG Austria verfolgt Ihre Pläne für Erdgasborhungen am Langbürgner See nicht weiter. Das teilte das Unternehmen heute (FR) mit. Hier die Begründung im Wortlaut: „Die RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft beendet in Mauerkirchen im Landkreis Rosenheim die Planungen zur Erdgasbohrung und wird dieses Projekt nicht weiter verfolgen. Grund dafür ist eine unternehmenspolitische Entscheidung des Vorstands im Rahmen der regelmäßigen Neubewertung des RAG-Projektportfolios im Ausland. Der Projektfokus des Unternehmens hat sich so verschoben, dass andere Projekte den Vorzug erhalten.““ (http://is.gd/zymw3U)

10.5. Gefährliches Leben in Rosenheim v.a. für Kinder

Viele Menschen wundert es nicht, dass in der Stadt der Beton- und Parkhausgabi Kinder besonders durch den Verkehr gefährdet sind. Eine kürzlich veröffentlichte Unfallstatistik zeigt auf, dass Rosenheim auf Platz 1 liegt bezogen auf die Zahl verunglückter Kinder unter 15 Jahren (http://is.gd/Erty7e).

Dem entspricht nur das Ergebnis des aktuellen Fahrradllima-Test des ADFC: „Beim aktuellen Test belegt Rosenheim unter 285 vergleichbaren Städten Platz 206. Unter den Kommunen, denen die Radfahrer Verbesserungen attestieren und die der ADFC als „Aufholer“ lobend erwähnt, landet Rosenheim zwar auf Platz 7 – was der städtische Pressesprecher Thomas Bugl gern hervorhebt. Die von den Radlern ausgestellte Schulnote 4,10 für das Fahrradklima bedeutet aber weiterhin „schlechter als ausreichend“ und liegt damit nicht wesentlich über dem Wert 4,24 aus dem Jahr 2005. […]
Gut beurteilen die Rosenheimer Radfahrer nur die grundsätzlich gegebene Situation, auf die die Stadtverwaltung kaum einen Einfluss hat. So sei das http://is.gd/3rDUfDStadtzentrum gut mit dem Fahrrad zu erreichen, Jung und Alt würden Fahrrad fahren. Dann aber setzt die Kritik ein. Radfahrer fühlen sich als Verkehrsteilnehmer nicht wirklich akzeptiert, sie finden nicht, dass in jüngster Zeit genug für den Radverkehr getan wurde, kritisieren, im Winter würden Radwege nicht genügend geräumt und gestreut, fühlen sich auf der Fahrbahn bedrängt und behindert. Ampelschaltungen seien nicht gut auf Fahrradfahrer abgestimmt und Autofahrer würden auf Fahrradwegen parken, ohne dass die Stadt streng genug dagegen vorgehe.“ (http://is.gd/3rDUfD)

10.6. Frankreich sichert Uranminen in Niger mit Spezialeinheiten

„Erstmals werden französische Soldaten […] direkt für privatwirtschaftliche Interessen eingesetzt […]. Das Militär sichert [im Niger] die Rohstoffzufuhr, zusätzlich zu den von Areva
beauftragten privaten Sicherheitsfirma wie EPEE. Angeblich soll Areva für den militärischen Schutz auch zahlen, was die französischen Soldaten dann zu einer Art Söldner machen würde.“
Den ganzen Artikel gibt es hier zu lesen: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38437/1.html

10.7. Die Kunst gehört dem Volk..

…nieder mit der revisionistischen Kulturpropaganda. So wirbt ein Fotoblog im Internet, der sich selbst mit den Worten „Krative Kunst gegen das graue Rosenheim. Krativ, das Wort heißt krativ“ beschreibt. Seht selbst: http://www.krativ-rosenheim.tk/

11. Vorausblick Mai

11.1. 1.Mai Kampftag der Arbeiter_innenklasse

Zum Kampftag der Arbeiter_innenklasse erwarten wir in Rosenheim 2013 neben der Demonstration des DGB eine klassenkämpferische Vorabenddemo. Der DGB wird sich voraussichtlich vor allem geschichtlichen Themen widmen.
Überregional gibt es voraussichtlich wieder eine linksradikale 1.Mai-Demo in Nürnberg. Auch Frankfurt könnte für einige eine interessante Adresse sein, voraussichtlich gibt es hierfür organisierte Reiseangebote ab München. In der Landeshauptstadt selbst wird es vermutlich wieder eine Kundgebung anarchistischer Gruppen am Rindermarkt geben.

11.2. Sa, 04.05.: Critical Mass (Fahrräder in Bewegung) @Ludwigsplatz

Mit neuem Konzept startet die Critical Mass in 2013. Statt der monatlichen Ausfahrten, denen zuletzt wenig Teilnehmende beiwohnten, wird es zu einzelnen Anlässen eine CM geben. Auch die Uhrzeit wird geändert: Treffpunkt ist um 14.00 Uhr am Ludwigsplatz.
Die erste Critical Mass 2013 ist angesichts des Aktionstags „Rosenheim in Bewegung“ am Samstag, 04.Mai. Dem alljährlich vom City-Management organisierten Autosalon am Max-Josefs-Platz wollen wir vergnügt entgegenradeln.

11.3. So, 12.05.: Theorie und Praxis des Operaismus und der Arbeiter_innenautonomie @Z

Am Sonntag, den 12. Mai kommt der Autor Roman Danyluk für einen Vortrag zu Theorie und Praxis des Operaismus und der Arbeiter_innenautonomie nach Rosenheim. Die Veranstaltung beginnt um 19.00 Uhr im Z, dem Linken Zentrum in Selbstverwaltung an der Innstraße 45a.
Mit dem Auftauchen des Operaismus im Italien der 1960er Jahre entstand eine neue radikale Strömung der emanzipatorischen Linken. Zusammen mit den selbstorganisierten Arbeiter_innenkämpfen in den norditalienischen Fabriken, bildeten die operaistischen Gruppen fortan das Fundament der autonomen Bewegung.
Obwohl tief in der innermarxistischen Diskussion verwurzelt, brach der Operaismus mit vielen traditionslinken Vorstellungen. In seiner Theorie und Praxis hatten etwa der Parlamentarismus oder ein staatlicher Weg zur Revolution keinen Platz mehr. Stattdessen entwickelte sich der Begriff der Arbeiter_innenautonomie zur zentralen Kategorie. Dieser bedeutete die Selbstorganisierung der Kämpfe außerhalb gewerkschaftlicher Leitung und politischer Logik. Im Laufe der Zeit wurde das Konzept der Autonomie Schritt für Schritt erweitert und beinhaltete schon bald die umfassende Vorstellung einer solidarischen proletarischen Gemeinschaft aller Lohnabhängigen und Erwerbslosen.
Die autonome Emanzipationsbewegung sollte die gesellschaftlichen Bedingungen des Austausches, der Produktion und des Zusammenlebens selbst organisieren, die unabhängig von der bürgerlichen Legalität, unabhängig vom Tauschgesetz, von der Zeitleistung und vom Eigentumsgestz sind.
Der Referent Roman Danyluk (München), Autor des Buches “Befreiung und soziale Emanzipation – Rätebewegung, Arbeiterautonomie und Syndikalismus” (Edition AV, Lich 2012), wird auf der Veranstaltung auf die Geschichte und Gegenwart der operaistischen Konzepte und der autonomen Bewegung eingehen. Dabei sollen sowohl die Stärken – etwa eine gründliche und tiefgehende Untersuchungsmethode – als auch die Niederlagen der operaistisch-autonomen Gruppen zur Sprache kommen.
 
Der Vortrag wird von der infogruppe rosenheim in Kooperation dem Kurt Eisner Verein organisiert. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr im Rosenheimer Z, (Innstr 45a, ehem. Irrlicht), der Eintritt ist frei. Das Z hat ab 18:00 Uhr als infoladen geöffnet und ab etwa 18:30 Uhr gibt es in der veganen „SoKü“ Essen gegen Spende.

12. Termine

12.1. Termine Ende Februar:

Di, 26.02. Südstadt München: Sofaclub Konzert: The Bony King Of Nowhere, www.suedstadt-muenchen.de

Di, 26.02. Orangehouse München: METZ[Grunge, Indie | Toronto, Kanada] KITTY EMPIRE[Postpunk | Augsburg], www.feierwerk.de

Mi, 27.02. Ampere (Muffatwerk) München: Strom & Wasser feat. The Refugees (Lagertour Eröffnungskonzert), Beginn: 20:00 Uhr, www.1000bruecken.de, www.muffatwerk.de

Do, 28.02. Evangelisches Gemeindehaus (neben roter Backsteinkirche, Königsstrasse 23) Rosenheim: “Strom und Wasser feat. The REFUGEE’S“ www.infogrupperosenheim.tk ,
www.1000bruecken.de

Do, 28.02. Glockenbachwerkstatt München: Blek Le Roc, www.glockenbachwerkstatt.de

12.2. Termine im März:

Fr, 01.03. Sunny Red: SOYLENT GELB: NoName 2013, RATHER RACOON[Punk-Rock, Ska | Landshut], SUBNOTES[Punk | München], KNOPF[Metal, Punk | Weilheim in Oberbayern], FROSTHODEN, www.feierwerk.de

Fr, 01.03. Cafe DeCentral Innsbruck: Infoabend über Frontex und boats4people
TRANSNATIONALER MIGRANT_INNEN-STREIK, decentral.blogsport.de

Fr. 01.03. Kantine, Augsburg: Dritte Wahl, Ramonas, Besetzt

Sa, 02.03. Stiege Trostberg: Konflikt + Horrorcombo. 21 Uhr, www.club-stiege.de

Sa, 02.03. Kafe Marat München: Soliparty für den Refugee Struggle Congress: Naked Superhero (Brasspunk, M) Tula Troubles (Chanson-Ska, M) Peter Coretto (Indie/Postpunk, M), kafemarat.blogsport.de

So, 03.03. Z Rosenheim: die infogruppe rosenheim zeigt den politischen Film „Fremde Haut“, Film ab 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Z ist ab 18 Uhr als Infoladen geöffnet. Ab 18:30 organisiert die „Rote Zora Rosenheim“ eine VoKü (veganes Essen gegen Spende). infogrupperosenheim.tk

Mo, 04.03. Glockenbachwerkstatt München: Bless The Mic – Rap meets Poetry, Einlaß: 18:45 Uhr,
Beginn: 19:30 Uhr, Eintritt: 4 €, www.glockenbachwerkstatt.de

Di, 05.03. Südpolstation (Feierwerk) München: PC POOL PROGRAMM: Trickfilm Wochen, www.feierwerk.de

Di, 05.03. Kranhalle München: COUNTERPARTS[Metal, Hardcore, Metalcore | Hamilton, Canada]
LAST WITNESS[Metal, Hardcore, Metalcore | London, UK], www.feierwerk.de

Mi, 06.03. Sunny Red München: EXPIRE[Hardcore | Milwaukee, USA] CONTRASTS[Hardcore, Punk | München] BLACKSTONE [Hardcore | Regensburg] , www.feierwerk.de

Do. 07.03. Kantine, Augsburg Slime, In-Sekten, Local Riot

Do, 07.03. Glockenbachwerkstatt Rosenheim: Maik Mondial, www.glockenbachwerkstatt.de

Fr, 08.03. Kafe Marat München: Freitagskafe: Shiny Brown (Fastcore, Basel), Krlja (Grind, Zagreb)
Minoranza Di Uno (HC/Punk, Monfalcone), Seppuku (Crust, Zagreb), Ämbonker (Punk, M), kafemarat.blogsport.de

Fr, 08.03. Hubbi Hemhof: Kabarettkonzert mit Christoph und Lollo, 20:30 Uhr, www.hubbi.net

Fr, 08.03. Vetternwirtschaft Rosenheim: SAUSCHLACHTEN Theater von Peter Turrini, www.vfbk.net

Fr, 08.03. Atmic Cafe München: Elektrik Kezy Mezy- Record Release, www.atomic.de

Sa, 09.03. Franky’s Rockclub Kolbermoor: Inner Mayhem + Raygun Rebels + Lagerlourz Live, www.facebook.com/frankys.rockclub

Sa, 09.03. Asta-Kneipe Rosenheim: Bangen Bouncen Shaken – Hosted By Kabauter & Frank Powers: COUCH ROCKER CREW – taktattackers – lek & husky – Hupfinger & Dammerl, Aftershowparty, www.astakneipe.de

Sa, 09.03. Stiege Trostberg: Firnwald (muc/TRSTBG), und Perplexon (muc), www.club-stiege.de

Sa, 09.03. Vetternwirtschaft Rosenheim: SAUSCHLACHTEN Theater von Peter Turrini, www.vfbk.net

Sa, 09.03. Bergwerk Bad Aibling: Dopewalka, www.jims-stellwerk.de

Sa, 09.03. Kafe Kult München: Katie Smokers Wedding Party + Clara Clara + You And Your Dead Metal Friend

So, 10.03. Ampere (Muffatwerk) München: Music For Goals: das Konzert für Toleranz, Integration & Respekt mit: Nneka, Moop Mama, Ivy Quainoo, Nomfusi , Adriano Prestel, Roger Rekless & Boshi San, Sahar Haluzy, www.muffatwerk.de, www.musicforgoals.de

Mi, 13.03. Sunny Red München: HI-FI SPITFIRES[Punk | UK ] PAMP[Punk | München], www.feierwerk.de

Fr, 15.03. Asta Kneipe Rosenheim: Kofelgschroa, Infos in Kürze auf: www.astakneipe.de

Fr, 15.03. Kleine Werkraumgalerie (Heilig-Geist-Str. 4/Ro): Bebop präsentiert: Eugene Chadbourne, Karten gibt’s bei Bebop Schallplatten in der Samerstraße 4, Ro oder unter 08031 – 17520, info@bebop-schallplatten.de

Fr, 15.03. Vetternwirtschaft Rosenheim: SAUSCHLACHTEN Theater von Peter Turrini, www.vfbk.net

Fr, 15.03. Hansa 39 München: OFFBEAT OFFENSIVE: RAPID[Ska | München]
NAKED SUPERHERO[Punk, Rock, Ska | München] TULA TROUBLES[Chanson-Ska | München]
TROUBADIX RACHE, www.feierwerk.de

Fr, 15.03. Atomic Cafe München: The Riots (Moskau), www.atomic.de

Sa, 16.03. Ampere (Muffatwerk) München: Boom Pam (A MEDITERRANEAN SURF ROCK TUBA DRIVEN POWER TRIO, SEASONED WITH DUELING GUITARS AND ALCOHOL SOAKED WEDDING PARTY ECSTASY), www.muffatwerk.de, www.boompam.org

Mo, 18.03. Kafe Kult München: Holy +Support, www.kafekult.de

Do, 21.03.: Kafe Kult München: RVIVR + Dogjaw, www.kafekult.de

Fr, 22.03.: Vetternwirtschaft Rosenheim: Robin Masters (eighties-hitcore aus rosenheim) + The Voodoohounds (blues-r’n’r-boogie aus rosenheim), www.vfbk.net, www.myspace.com

Fr, 22.03. Kafe Marat München: Freitagskafe: Dan Webb And The Spiders (Punk, Boston)
Balboa Burnout (HC/Punk, Göttingen) Kuballa (Punk, Ludwigsburg), kafemarat.blogsport.de

Sa, 23.03.: Trashsurfers Rockabilly/Psychobilly Night – DJ Trashsurfer and special Guest, www.facebook.com/frankys.rockclub

Sa, 23.03. Sunny Red München: FINAL EXIT CONCERTS: COLDBURN[Hardcore | Leipzig]
WOLF x DOWN[Hardcore | Ruhrpott] DEATHSEEKERS[Hardcore | Belgien] DOGCHAINS[Hardcore | Bayern], www.feierwerk.de

Sa, 23.03. Kafe Kult München: UP-WÄRTS Abend #2: “STIMME GEWALT” – Eine Performance der Etapa Art Group/ LIVE: Donald Thompson /D.I.Y.: Workshop mit Kristy Roxx
DJ TEAM: CHERENÉE & PÖRNER – Punk und Obskuritäten/ Außerdem geboten: Getränkespecials & Schmankerl/ Eintritt: 4€, www.kafekult.de

Sa, 23.03. Aula Gymnasium Bad Aibling: 11. Simply the rest Festival von Landkreis und MIR mit den vier besten regionalen Bands über 30, www.musikinitiative.com

Sa, 23.03. Ampere (Muffatwerk) München: La Caravan Passe (Gypsy for one day anschließend Jalla-Club, www.muffatwerk.de

So, 24.03. Bergwerk Bad Aibling: Hardcorekonzi: – THE HOOK – CONTRASTS (München)
– AVENAL (Rosenheim), www.jims-stellwerk.de

Di, 26.03. Cafe DeCentral Innsbruck: Konzert & Voqü mit ELENDE BANDE, decentral.blogsport.de

Do, 28.03. Kafe Marat München: Queerkafe, kafemarat.blogsport.de

Do, 28.03.: Kafe Kult München: Dropout Patrol + Die Nerven, www.kafekult.de

Do, 28.03. Ampere (Muffatwerk) München: Shout Out Louds, www.muffatwerk.de

Fr, 29.03. Cafe DeCentral Innsbruck: RISE ABOVE DEAD – PostHardcore / Sludge (ita), decentral.blogsport.de

Sa, 30.03. Kafe Marat München: Fliehende Stürme (Wave-Punk), Autozynik (Bodensatz), kafemarat.blogsport.de

Sa, 30.03. Silo 1 Töging: party im silo1 turbojugend siloland party#1live: turbomongo + nitro injekzia, www.silo1.de

12.3. Termine im April

Mo, 01.04. Sunny Red München: SOYLENT GELB: OSTERPUNKNACHT 2013
KEIN SIGNAL[Punk-Rock | München] HERRENGEDECK ROYAL[Punk | Augsburg]
PH! PRODUCTION [Rock | München] DIE NIET’N[Punk | München], www.feierwerk.de

Mo, 01.04. Kafe Kult München: Divorce + BATALJ + Honig, www.kafekult.de

Mo, 01.04. Libella Altenmarkt: Stefan Dettl, Support: First Class Ticket, www.cafe-libella.de

Fr, 05.04. Hubbi (Kramerwirt) Hemhof: Rubber Soul Connection, www.hubbi.net

Fr, 05.04. Kafe Kult München: Joasihno + Landlergschwister, www.kafekult.de

Sa, 06.04. Stiege Trostberg: Attwenger – Vorverkauf: Club Stiege, Libella, Copyshop Sauter (Vormarkt), www.club-stiege.de

Sa, 06.04. Hubbi (Kramerwirt) Hemhof:Konzert mit „monobo son“, Manu Winbecks zweiter Band neben „LaBrassBanda“, www.hubbi.net

So, 07.04. Z Rosenheim: „es kann legitim sein, was nicht legal ist – martin löwenberg – ein leben gegen faschismus, unterdrückung und krieg“ (Dokumentarfilm). Film ab 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Z ist ab 18 Uhr als Infoladen geöffnet. Ab 18:30 organisiert die „Rote Zora Rosenheim“ eine VoKü. Die Filmvorführung ist eine Veranstaltung der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt Eisner Verein, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft- Kreisverband Rosenheim, dem DGB Kreis- und Stadtverband Rosenheim, den Jusos Rosenheim, der Wählerinitiative Rosenheim, WIR, Gesicht zeigen – Rosenheimer Bündnis gegen Rechts, attac Rosenheim, infogrupperosenheim.tk

Mo, 08.04. Sunny Red München: COLARIS[Postrock, Experimental | Pirmasens] TANERTILL[Rock | München] WAVES[Postrock | München], www.feierwerk.de

Di, 09.04. Kafe Kult München: The Blue Screen Of Death + Atatakakatta, www.kafekult.de

Do, 11.04. Sunny Red München: DEATH LETTERS[Blues, Punk, Rock ’n‘ Roll | Dordrecht, NL], www.feierwerk.de

Fr, 12.04. Kafe Kult München: Chemicals + Ämbonker, www.kafekult.de

Sa, 13.04. München: Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus – Verfassungsschutz abschaffen! bundesweiten Großdemonstration in München am Samstag vor Prozessbeginn. Prozess gegen das NSU-Mitglied Beate Zschäpe sowie vier der Unterstützer beginnen: Ralf Wohlleben, Holger Gerlach, Carsten Schultz und André Eminger. Dieser findet am Mi, 17. April 2013 statt. Infogrupperosenheim.tk, http://nsuprozess.blogsport.de

Do, 18.04. Stadtjugendring im Lokschuppen: Graffiti Workshop, 18-19:30 Uhr, www.stadtjugendring.de

Do, 18.04. Sunny Red München: IN MÜNCHEN NIX LOS! A MUNICH PUNK/HC STATEMENT. 7″ EP Reihe Releaseshow #2, STRAIGHTLINE[Hardcore | München] ÄMBONKER[Punk | München] ABYSS A.D.[Hardcore | Deutschland], www.feierwerk.de

Fr, 19.04. JuZ Mosaik Bad Aibling: RoLand rockt – Vorentscheid, www.landkreis-rosenheim.de

Fr, 19.04. Sunny Red München: RAINER VON VIELEN[Indie, Pop-Punk, Acoustic | Kempten]
SARAH SOPHIE[Folk | München], www.feierwerk.de

Fr, 19.04. Libella Altenmarkt: Stefan Dettl, Support: First Class Ticket, www.cafe-libella.de

Sa, 20.04. Vetternwirtschaft Rosenheim: Newcomerfest 2013, www.vfbk.net, www.myspace.com/vetternrosenheim

Sa, 20.04. Stiege Trostberg: King Rocko Schamoni – Lebendig 2013 – Songs & Storys – unterwegs mit seinem neuen Programm. Rocko Schamoni hat 2013 endlich beschlossen den Königstitel wieder anzuerkennen. Der »King« wird Ungehörtes aus seinen gesammelten Werken und gänzlich Neues vorlesen. Außerdem wird er zusammen mit seiner Band (bestehend aus Tex Matthias Strzoda) ein paar seiner größten Hits vortragen, einige davon sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht und erklingen zum ersten Mal auf Bühnen dieser Welt. 19:30 Uhr, www.club-stiege.de

Mi, 24.04. Kafe Kult München: Toys That Kill + The Yoohoos, www.kafekult.de

Fr, 26.04. Z Rosenheim: Mythos Schule – Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss (Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Klemm), 20 Uhr, der Eintritt ist frei, infogrupperosenheim.tk

So, 28.04. Z Rosenheim: Systemfehler Verfassungsschutz (Referent: Friedrich Burschel), Referent: Friedrich Burschel, Veranstalter: infogruppe & Rosa Luxemburg Stiftung, Beginn: 19:00 (ab 18:00 Uhr als infoladen geöffnet, ab 18:30 SoKü), infogrupperosenheim.tk

So, 28.04. Hansa 39 München: FRITTENBUDE + FUCK ART, LETS DANCE! + PANDORAS BOX / FRITTENBUDE[Electropunk | München] FUCK ART, LET’S DANCE![Electropop, „Audiolith“ | Hamburg] PANDORAS.BOX[Indie | Geisenhausen, Deutschland, www.feierwerk.de

So, 28.04. Sunny Red München: FRITTENBUDE – CHILL OUT – KALIPO[Electro, Techno | Berlin] ABI GAIL[House, Techno, Electro | Landshut] PARATE[House, Electro, Techno | Berlin], www.feierwerk.de

Mo, 29.04. Hansa 39 München: TURBOSTAAT[Punk, Indie | Husum / Flensburg], www.feierwerk.de