An die Bevölkerung von Bad Reichenhall

Bad Reichenhall scheint uns nach wie vor als Ort an dem rechte Traditionspflege gelebt und deutscher Militarismus gefeiert wird. Alt- und Neonazis fühlen sich immer noch wohl in der Kleinstadt, „wo die Zeit Urlaub macht“. Aber es gibt auch kleine Anzeichen der Veränderung. Auf der Kreta-Gedenkfeier 2012 wurden erstmals auch griechische Vertreter_innen eingeladen und seit August 2012 trägt die Reichenhaller Bundeswehrkaserne nicht mehr den Namen des „Schlächters von der Krim“, dem antisemitischen Massenmörder und Nazigeneral Rudolf Konrad. Wir begrüßen diese ersten Schritte in Richtung einer demokratischen Aufarbeitung der Stadtgeschichte. Deshalb verzichten wir im Jahre 2013 auf eine antifaschistische Demonstration, fordern aber von der Bad Reichenhaller Zivilgesellschaft weitere Schritte, die da wären :

 

I. Protest gegen das jährliche SS-Gedenken im Mai am Kugelbachparkplatz (Ortsteil Karlstein)

II. Entfernung des SS-Denkmals am Bad Reichenhaller Friedhof

III. Entfernung des Reichsadlers an der Hochstaufen-Kaserne

IV. Entfernung des nationalsozialistischen Landser-Bildes an der Hochstaufen-Kaserne

V. Entfernung des geschichtrevisionistischen Kicrchen-Bildes zum 25. April 1945, auf dem die Allierten als apokalyptische Reiter dargestellt werden

VI. Distanzierung von dem Kameradenkreis der Gebirgstruppe und keinerlei Zusammenarbeit mit dieser „Selbsthilfegruppe der Kriegsverbrecher“

VII. Umbenennung der Kreta-Brücke

VIII. Öffentliches Erinnern an die Kriegsverbrechen der Reichenhaller Gebirgsjäger wie dem Massaker von Skines, z.B. in Form eines Denkmals für die Opfer der Bad Reichenhaller Gebirgsjäger

IX. Erinnern an den lokalen antifaschistischen/antimilitaristischen Widerstand wie er Beispielsweise von Johann Winkler und Gottfried Reischl praktiziert wurde

X. Widerstand gegen die monatlichen NPD-Stammtische in Bad Reichenhall sowie aller anderen rechten Treffen, Veranstaltungen und Aktionen

 

Anfang 2010 haben wir, das antifaschistische Rabatzbündnis, die Bad Reichenhaller Zivilgesellschaft aufgefordert gegen das jährliche SS-Gedenken in Bad Reichenhall aktiv zu werden. Leider wurde unser Aufruf ignoriert und wir kündigten für 2011 aktive Proteste an. Bei unseren Vorbereitungen auf die Demonstration stießen wir jedoch auf derart skandalöse Bad Reichenhaller Zustände, welche die SS-Gedenkfeier nur als Spitze des rechten Eisberges erscheinen lässt. So demonstrierten am 21.05.2011 anlässlich des 70. Jahrestag der deutschen Invasion auf Kreta über 200 Antifaschist_innen in Bad Reichenhall gegen „rechte Traditionspflege, Nazis und den militaristischen, nationalistischen deutschen Normalzustand“. 2012 wiederholten wir diese Demonstration. Jetzt, 2013 geben wir der Bevölkerung von Bad Reichenhall erneut die Chance die für eine Demokratie untragbaren Zustände zu ändern. Sollten die von uns geforderten Schritte wieder ignoriert werden, sehen wir uns für 2014 verpflichtet in Bad Reichenhall erneut zu intervenieren.

 

Also wenn Ihr nicht wollt dass wir wiederkommen – macht was gegen den rechten, nationalistischen und geschichtsrevisionistischen Müll in Eurer Stadt.

Bad Reichenhall muss endlich entnazifiziert und entmilitarisiert werden !

Rabatz-Bündnis im März 2013 (veröffentlicht im April 2013)

www.rabatz.tk