Aleviten gedenken der 35 Opfer von Sivas-Madımak

Anlässlich des 20. Jahrestages des Brandanschlags in Sivas, gedenken Aleviten und Demokraten auf der ganzen Welt am 02.07.2013 der 35 Opfern, die bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.

Sie waren in Sivas zusammengekommen, um ein Kulturfest zu feiern und ein Monument zu Ehren Pir Sultan Abdals, einem der wichtigsten alevitischen Volksdichter und Heiligen, feierlich einzuweihen. Unter Ihnen waren Frauen, Kinder, Künstler, Studierende, Gelehrte und Schriftsteller.

Eine nach dem Freitagsgebet aus der Moschee kommende aggressive Menschenmenge von Islamisten griff unerwartet in die Feierlichkeiten ein, zerstörte das Monument und setzte das Hotel Madimak, in dem die Teilnehmenden der Feierlichkeiten untergebracht waren, in Brand. Staatliche Sicherheitsinstanzen, wie auch das Militär, die Polizei und die Feuerwehr, schauten stundenlang passiv zu. Der Brand und die grausamen Szenen aus Sivas wurden über 12 Stunden live auf allen türkischen TV-Sendern gesendet.

Heute steht eine Gedenktafel vor dem ehemaligen Hotel, auf der auch die Namen der Brandstifter aufgelistet sind. Der juristische Prozess gegen die Verantwortlichen – die bis in die Staatsspitze ranken – wurde im vergangenen Jahr als verjährt erklärt und ad acta gelegt.

Neun verurteilten Mördern dieser Vorfälle gelang auf nebulöse Weise die Flucht nach Deutschland, wo sie heute noch Dank eines Asyl-Status als freie Bürger unter uns leben. Dies ist ein unannehmbares Versagen unserer hiesigen Demokratie.

Die Alevitische Gemeinde Rosenheim gedenkt an Sivas `93, setzt sich ein für die universellen Menschenrechte ein und spricht sich gegen jegliche Form der Gewalt und Diskriminierung aus.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der Alevitischen Gemeinde Rosenheim