Kein Fußbreit der menschenverachtenden Hetze.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Antisemit Martin Hohmann (früher CDU jetzt AfD) am Freitag bei der AfD Ebersberg referieren soll. Zwei Gaststätten ( „Ebersberger Alm“ & „zum Altschütz“ in Vaterstetten) haben der AfD nach Protestankündigungen die Räume storniert. Es bleibt zu hoffen, dass die AfD für eine Veranstaltung mit dem Antisemiten  keiner Räumlichkeiten findet.

Im folgenden dokumentieren wir einen, auch von der infogruppe unterstützen, Offenen Brief:

Offener Brief an den Ebersberger Kreisverband des Bayerischen Hotel – und Gaststättenverbandes und die Betreiberinnen und Betreiber von Gaststätten im Landkreis Ebersberg

Für den 11. November 2016 hatte der AfD-Kreisverband Ebersberg-Erding zu einem Vortrag mit dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten und jetzigen AfD-Mitglied Martin Hohmann in die Ebersberger Alm eingeladen. Doch der Geschäftsführer der Ebersberger Alm hat die Reservierung der AfD inzwischen storniert. Diese Entscheidung begrüßen wir ausdrücklich. Die AfD hat allerdings angekündigt, sich für den Vortrag einen anderen Veranstaltungsort im Raum Ebersberg zu suchen. Wir bitten die Gaststätten-Betreiber im Landkreis deshalb um Vorsicht und rufen sie dazu auf, der AfD keine Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Der Referent Martin Hohmann ist mehrfach durch homophobe, rassistische und antisemitische Äußerungen aufgefallen, unter anderem in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003. In der Rede relativierte Hohmann die VerbrechSollte die Veranstaltung doch stattfinden, werden wir zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen.ender Nationalsozialisten und die Unterstützung von größeren Teilen der deutschen Bevölkerung für diese Gräueltaten, indem er sie mit den angeblichen Verbrechen der Juden während der Oktoberrevolution gleichsetzte. 2004 wurde er deshalb aus der CDU-Bundestagsfraktion ausgeschlossen.

Die geplante Veranstaltung der AfD ist besonders mit Hinblick auf das gewählte Datum eine Provokation. Zwei Tage vorher wird am Jahrestag der Reichspogromnacht (9. November) den Opfern des antisemitischen Vernichtungswahns der Nationalsozialisten gedacht. Wir wollen eine friedliche und solidarische Gesellschaft, in der Rassismus, Antisemitismus und alle anderen Formen von Menschenfeindlichkeit keinen Platz haben. Wir lehnen es ab, dass der AfD in bayerischen Wirtschaften Platz für ihre Hetze gegeben wird.

Sollte die Veranstaltung doch stattfinden, werden wir zu zivilgesellschaftlichen Protesten aufrufen und damit dem Ruf der Lokalität, welche rassistischen, homophoben und antisemitischen Parolen eine Bühne bietet, massiven Schaden zufügen.

Grundsätzliche Positionierung:

Wir betrachten die militärische Einflussnahme westlicher Industriestaaten als eine der Hauptursachen für das Chaos im Nahen Osten. Auch die die ökonomische Ausbeutung westlicher Staaten in afrikanischen Ländern und auf dem Balkan haben ihren Teil dazu beigetragen, dass derzeit so viele Menschen diese Regionen verlassen müssen. Wir empfinden die Abwehrmaßnahmen der EU gegen Flüchtlinge auch angesichts der westlichen Destabilisierungs- und Ausbeutungspolitik als perfide. Die Flüchtlingsabwehr der EU kostet an den Außengrenzen Europas, insbesondere im Mittelmeer, fast täglich Menschenleben.

Die Strategie der AfD, Flüchtlinge als Gefährdung und die Deutschen als Opfer europäischer Migrationspolitik darzustellen, ist auch deshalb an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Die Stimmungsmache gegen muslimische Migrant*innen und geflüchtete Menschen trägt auch dazu bei, gesellschaftliche Konfliktlinien, wie die unfaire Verteilung des Wohlstandes zu verdecken und spielt bewusst gesellschaftliche Gruppen gegeneinander aus. Die AfD ist nicht die Protestpartei, als die sie sich gerne darstellt, sondern trägt mit der Spaltung der Bevölkerung lediglich dazu bei, dass gesellschaftlicher Frust nach „unten“ abgeleitet wird.

 

AGIR – Demokratische Jugend; 8. November

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Dieser offene Brief wird unter anderem unterstützt von:

  • „DIE LINKE“ KV Rosenheim
  •  „DIE LINKE“ KV Wasserburg
  •  „Grüne Jugend“ Rosenheim
  •  „Muscovado“
  • infogruppe rosenheim

 

 

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