Archiv der Kategorie: Geschichte

Nach Scheungraber jetzt Faber?

Die Niederlande haben nach Bericht der sueddeutschen zeitung einen europäischen Haftbefehl gegen NS-Verbrecher Klaas Faber erlassen. Auch Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger wüsste Faber im Gegensatz zu Amtsvorgänger_innen wohl gerne inhaftiert. Insofern besteht die Chance, dass mit Scheungraber (Ottobrunn) und Faber (Ingolstadt) zwei in Oberbayern lebende Nazis auf ihre “alten Tagen” für ihre Taten doch noch zur Rechenschaft gezogen werden.
Faber ist in den Niederlanden wegen der Ermordung von 22 Jüd_innen rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt und war bereits inhaftiert. 1952 gelang ihm die Flucht in die BRD, deren Justiz- und Behördernapparat seitdem einiges unternommen hat, um Faber in Schutz zu nehmen. Nach Scheungraber jetzt Faber? weiterlesen

Nestor Machno – Bauer und Anarchist (Film & Vortrag)

Nestor Machno – Bauer und Anarchist

Ein fast als poetisch zu bezeichnender Film über den ukrainischen Partisanenführer in der Oktoberrevolution von 1917-21 Nestor Macho und die nach ihm benannte Machno-Bewegung. Er zeichnet die Entwicklung von 1905, den Bürgerkrieg 1917-1921, die Bauernbewegung für eine anarcho-kommunistische Gesellschaft und deren Verrat und Liquidierung durch Lenin und Trotzki nach. Interessanter Weise ist Machno trotz der vielfältigen Verleumdungen seitens der Bolschewiki, in der Bevölkerung der Ukraine z.T. noch lebendig als ein moderner „Robin Hood“.

Die Filmvorführung in der Reihe „der Politische Film“ (jeden ersten Sonntag im Monat) beginnt um 20:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Bereits ab 19:00 Uhr organisiert das Montagsplenum eine Volxküche. In diesem Rahmen gibt es vegetarisches Essen kostenlos bzw. gegen Spende.

Mit einem Einführungsreferat von Roman Danyluk (München), dem Autor des Buches „Freiheit und Gerechtigkeit – Die Geschichte der Ukraine aus libertärer Sicht“ (Edition AV, 2010)

Veranstaltungsort: Vetternwirtschaft, Oberaustr.2, 83026 Rosenheim, www.vfbk.net

Land and Freedom (Film) [Korrektur]

Land and Freedom – ein Film von Ken Loach (GB/1996)

Spanien 1936: General Franco putscht gegen die reformerische Linkskoalition. Zu dieser Zeit kommt der englische Arbeiter David, Mitglied der kommunistischen Partei, nach Spanien, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Im Zug begegnet er dem Franzosen Bernard und gerät durch ihn in Barcelona zu einer anarchistisch geprägten Arbeitermiliz. Sie verfügt zwar nur über veraltete Waffen, doch die Mitglieder sind glühende Idealisten…

George Orwells Augenzeugen-Bericht „Mein Katalonien“ inspirierte Ken Loach zu einem ebenso engagierten wie bitteren Drama über revolutionäre Ideale und ihr Scheitern an stalinistischer Ideologie. „Land and Freedom“ wurde 1995 mit dem europäischen Filmpreis ausgezeichnet.

Die Filmvorführung in der Reihe „der Politische Film“ (jeden ersten Sonntag im Monat) beginnt um 20:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Bereits ab 19:00 Uhr organisiert das Montagsplenum eine Volxküche. In diesem Rahmen gibt es vegetarisches Essen kostenlos bzw. gegen Spende.

Im Vorfeld des Film referiert Roman Danyluk (München) einführend zur spanischen Revolution 1936-39.

Veranstaltungsort: Vetternwirtschaft, Oberaustr.2, 83026 Rosenheim, www.vfbk.net

Hinweis: Der Film stellt keine anarchistische Miliz, sondern eine Miliz der kommunistischen POUM an. Der organisatorische Aufbau ist aber in Teilen vergleichbar. Die POUM war ein Zusammenschluß vier kleinerer kommistischer Gruppierungen, von denen eine als trotzkistisch gelten kann. Im Gegensatz zur Sowjetunion verfolgte die POUM eine klar revolutionäre Politik und wurde deshalb von den stalinistischen Internationalen Brigaden liquidiert. Vorgeworfen wurden ihr Trotzkismus und eine vollkommen frei erfundene Kollaboration mit dem Franco-Putschisten.

Gebirgsjäger hinter Gitter – Revision Scheungrabers abgewiesen

Josef Scheungraber, (Noch-) Ehrenbürger von Ottobrunn, wird für seine Kriegsverbrechen, die er als Gebirgsjäger 1944 an den Menschen in Falzano di Cortona begangen hat, inhaftiert. Verurteilt wurde er bereits im August 2009 durch das Landgericht München und 2006 in Abwesenheit durch das Militärgericht in La Spezia (Italien), seine Revision gegen das Münchner Urteil wurde nun abgewiesen. Gebirgsjäger hinter Gitter – Revision Scheungrabers abgewiesen weiterlesen

Wir hatten eine Dora in Südwest

So, 05.12.10: Wir hatten eine Dora in Südwest

19:00 Uhr VoKü | 20:00 Film | Vetternwirtschaft, Oberaustr.2, 83026 Rosenheim

Film: „Wir hatten eine Dora in Südwest“
Tink Diaz, 70 Min. (1991)

Der Dokumentarfilm greift einen bisher wenig beachteten, aber hochinteressanten Aspekt der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer Folgen auf. 1907 wird der ‚Deutschkoloniale Frauenbund‘ gegründet, mit dessen Hilfe u.a. die „Zufuhr“ von deutschen Bräuten an die Schutztruppen und Siedler gefördert werden soll, um der vermeintlich drohenden „Verkafferung der Männer in Deutsch Südwest und Deutsch Ostafrika“ entgegenzuwirken. Auch noch nach 1918, als Deutschland gar keine Kolonien mehr hatte, vermittelt der Frauenbund noch ausreisewillige junge Frauen als „Trägerinnen deutscher Zucht und Sitte“ nach Windhoek, Swakopmund oder Tanga.

Der Film kompiliert historisches Archivmaterial, zeitgenössische Fotos, Lieder, Zitate aus Theaterstücken oder Kolonialromanen und er kontrastiert diese collagenartige Zusammenschau mit den aktuellen Aussagen einiger Frauen, die in den dreißiger oder vierziger Jahren mit dem Frauenbund nach Namibia gingen und noch heute dort leben.

SS Gedenken in Bad Reichenhall

Am Samstag, den 08. Mai 2010 fand im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein ein neonazistisches SS-Gedenken statt. Rund 35 Personen glorifizierten mit der geschichtsrevisionistischen Veranstaltung die SS-Division Charlemagne. Unter den Teilnehmer_innen befand sich neben dem lokalen NPD-Kreisvorsitzenden Uwe Brunke auch Edda Schmidt (Baden-Württemberg), die Bundesvorsitzenden des Ring Nationaler Frauen (Frauenorganisation der NPD).
Einen Bericht mit Bildern gibt es u.a. bei Hagalil, dem jüdischen Onlinemagazin