Archiv der Kategorie: Migration & Flucht

Aktionswochenende: Vortrag/Diskussion/Demo/Fest und Filme

Am Ende dieser  Woche, (von Do-So) ist einiges los in Rosenheim. Es gibt täglich mindestens  eine Veranstaltungen (Vortrag/Diskussion/Demo/Fest und Filme):

  • Do (29.09.16): Vortrag -> zu Fluchtursachen unter dem Motto „Imperialismus, Krieg, Flucht“ – 19:00 Uhr @ Z, Innstr 45
  • Fr (30.09.16): Diskussion -> „Geflohen… und angekommen?“ – 19:30 Uhr @ Statdjugendring , Rathausstrasse 24
  • Sa (01.10.16): Rallye -> „Rosenheim erkunden in 10 Stationen“ – 10:00 Uhr @ Parkhaus P1 (Schild Rosenheim Cops)
  • Sa (01.10.16): Demo-> „Zusammenhalten gegen den Rechtsruck – Für ein solidarisches Miteinander“ – 13:00 Uhr @ Bahnhof
  • Sa (01.10.16): Fest -> 5 Jahre -linkes Zentrum- 16:30 Uhr @ Z- Innstr 45
  • So (02.10.16) : Film -> „My Escape -19:00 Uhr @ „Z“, Innstr. 45A
  • Mo (03.10.16): Film -> „Die Strategie der Schnecke – 19:30 @„Z“, Innstr. 45A

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Zusammenhalten gegen den Rechtsruck – Für ein solidarisches Miteinander.

 

AGIR – demokratische Jugend,  ruft für  Sa 01.10.2016 um 13:00 Uhr zu eine Demonstration in Rosenheim am Bahnof unter dem Motto „Zusammenhalten gegen den Rechtsruck – Für ein solidarisches Miteinander“  auf:

Rechtes Gedankengut manifestiert sich immer weiter in unserer Gesellschaft. Rassistische Bewegungen wie AfD, Pegida und Co. erhalten weiterhin enormen Zulauf. Durch immer extremer werdender Hetze, welche in weiten Teilen der Bevölkerung verstärkt unbedacht aufgegriffen wird, rücken Populist_innen den öffentlichen Diskurs weiter nach rechts.
So wird die gesellschaftliche Vielfalt mit all ihren Facetten wie der geschlechtlichen Selbstbestimmung z.B., als das „bunte Multi-Kulti-Deutschland“ verschrien und verhöhnt. Antimuslimischer Rassismus und nationalistisches Denken werden sowohl auf gesellschaftlicher als auch auf parteipolitsicher Ebene salonfähig. Aus Stammtischparolen werden Regierungserklärungen.
Die Bundesregierung erklärt Staaten in denen Minderheiten verfolgende Milizen, Warlords oder Bürgerkriege herrschen zu sogenannten „sicheren Herkunftsländern“. Europa und seine zentralen Nutznießer wie z.B. Deutschland schotten sich durch das massenhafte Hochziehen von Zäunen und Mauern von Leid, jedem Schicksal und Tod ab um sich so gekonnt der eigenen Verantwortung zu entziehen.
Was bei dieser humanitären Katastrophe gern ignoriert wird: Es sind Waffenexporte und die wirtschaftliche Ausbeutung durch die Industriestaaten, insbesondere Deutschlands, die den Geflüchteten jegliche Lebensgrundlage entziehen. Smartphones beispielsweise sind für uns alltäglich und gehören zum Leben selbstverständlich dazu. Dass, um diese so profitabel wie möglich zu produzieren teilweise ganze Länder destabilisiert werden und die Rohstoffe wie z.B. die seltene Erde Wolfram auf unmenschliche Weise gefördert werden, ob durch Kinderarbeit oder extreme Ausbeutungsverhältnisse, findet in der Debatte selten Erwähnung.
Ungeachtet dessen versuchen Rechtspopulist_innen weiter Stimmung gegen die Menschen zu machen für deren Leid wir mitverantwortlich sind, anstatt sich mit den Fluchtursachen und deren langfristiger Bekämpfung auseinanderzusetzten.
Diese widerliche Hetze trägt mit dazu bei, dass fremdenfeindliche Übergriffe in letzter Zeit enorm zunehmen. Fast täglich brennen in Deutschland Asylbewerber_innenheime. Im ersten Quartal 2016 verdreifachte sich die Anzahl an Attacken auf Geflüchtetenunterkünfte gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und verzehnfachte sich sogar verglichen mit dem Intervall zwischen Januar und März 2014. Der Landkreis Rosenheim ist in dieser Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt, so brannten am 04.07.2015 in Prien eingelagerte Gegenstände im Keller einer Unterkunft, zwei Monate später misslang die in Brandsetzung des Bodens eines Wohncontainers und am 17.01.16 legen Unbekannte in Soyen bei Schechen mit Hilfe von Brandbeschleuniger in einem Containerkomplex Feuer, wodurch der hölzerne Fußboden in 10 Wohneinheiten in Brand geriet. Rassismus, Unterdrückung und rechter Terror werden zum Alltag.
Deshalb ist es wichtig sich den erstarkenden Rechten entschieden entgegenzustellen.
Für eine solidarische Gesellschaft, unabhängig von Herkunft, Glaube und sexueller Identität!
Dafür werden wir am 1. Oktober in Rosenheim auf die Straße gehen.

Demomotto:
Zusammenhalten gegen den Rechtsruck – Für ein solidarisches Miteinander.

Rojava und der Widerstand gegen den IS

Am Sonntag, den 28. Dezember findet im Rosenheimer Z (Innstr 45a, 83026 Rosenheim) ein Vortrag über die kurdische Autonomieregion Rojava und deren Widerstand gegen den IS statt.

Von Mitte September bis Anfang Oktober war eine Delegation des Verbandes der studierenden KurdInnen in Deutschland (YXK) in den kurdischen Teilen im Irak und der Türkei unterwegs. Eigentliches Ziel der Reise war es, sich ein eigenes Bild von der Revolution im westkurdischen Rojava zu machen. Seit 2011 hat die kurdische Bewegung dort eine demokratische Autonomie aufgebaut und diese bisher erfolgreich gegen die Angriffe der IS-Mörder verteidigt. Leider wurde der Delegation die Einreise auf syrisches Staatsgebiet von der nordirakischen Autonomieregierung und genauso von der Türkei aus politischen Gründen verweigert.
Stattdessen besuchte die Delegation Flüchtlingslager im Irak und der Türkei, in denen derzeit überwiegend jesidische Flüchtlinge aus dem Sengal untergebracht sind. Es wurde mit AktivistInnen, ParlamentarierInnen und politischen VertreterInnen der kurdischen Bewegung gesprochen. Da sich die Situation in Kobane in den vergangenen Wochen zuspitzte, reiste die Delegation an die Grenze zu Kobane um die Proteste der Bevölkerung zu unterstützen.

Was ist Rojava und was bedeutet demokratische Autonomie? Warum konnte die Delegation nicht nach Rojava? Wie ist die Situation in den syrischen und irakischen Teilen Kurdistans? Warum konnte IS die Jesiden massakrieren? Was ist die Rolle der Türkei? Wie ist die aktuelle Situation in Kobane und Kurdistan? Welche Rolle spielt die BRD?

Diese und andere Fragen werden bei der Veranstaltung von einem Teilnehmer der Delegation beantwortet.

Die von der infogruppe rosenheim in Kooperation mit dem Kurt-Eisner-Verein für politische Bildung in Bayern e.V organisierte Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

infogruppe/Rabatz wird mit dem Hans-Frankenthal-Preis ausgezeichnet!

Die Stiftung Auschwitz-Komitee ehrt in diesem Jahr drei Initiativen mit dem Hans-Frankenthal-Preis: die slowenische “Vereinigung der Okkupationsopfer 1941-45″ (ZŽO), die “infogruppe rosenheim” gemeinsam mit “rabatz – autonome vernetzung Oberbayern/Salzburg/Tirol” sowie die Initiative “NSU-Watch”.

Die ausgezeichneten Gruppen leisteten alle “in hervorragender Weise Aufklärungs- und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen”, so die Stiftung Ausschwitz-Komitee. Die Preisverleihung findet am 16. Oktober im Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg statt.

Mit der *“Vereinigung der Okkupationsopfer” (“ZDRUŽENJE ŽRTEV OKUPATORJEV 1941-1945″, ZŽO)* aus Kranj in Slowenien (www.zdruzenje-zrtev.si <http://www.zdruzenje-zrtev.si>, Infos auf Slowenisch und Deutsch) wird, so die Stiftung Auschwitz-Komitee, eine Gruppe von überlebenden NS-Verfolgten gewürdigt, “deren überfällige Anerkennung als entschädigungsberechtigte Opfer des Besatzungsregimes während des Zweiten Weltkriegs durch die Bundesrepublik Deutschland noch immer aussteht”.

Die *“infogruppe rosenheim”* und das *Bündnis “rabatz – autonome vernetzung Oberbayern/Salzburg/Tirol”* werden für ihr kontinuierliches Engagement gegen geschichtsrevisionistisches Kriegsgedenken im Raum Oberbayern ausgezeichnet, z.B. mit der antimilitaristischen Kampagne in Bad Reichenhall (www.badreichenhall.tk <http://www.badreichenhall.tk>). Diese richtet sich unter anderem gegen die Traditionspflege der Bundeswehr-Gebirgsjäger in Bad Reichenhall, “bei der die toten Wehrmachts-’Kameraden’ geehrt, der verbrecherische Charakter des Zweiten Weltkrieges und die Verbrechen der Wehrmacht jedoch beschwiegen werden” (Zitat Stiftung Auschwitz-Komitee). Die Ehrung der Antifaschist_innen ist eine Ohrfeige für das bayerische Landesamt für Verfassungsschutz. Der Inlandsgeheimdienst führt die “infogruppe rosenheim” und das autonome rabatz-Bündnis auf seiner Website “Bayern gegen Linksextremismus” auf und versucht damit, deren (nun preisgekrönte) antifaschistische Arbeit zu diskreditieren.

*NSU-Watch*, (www.nsu-watch.info <http://www.nsu-watch.info>), der bundesweite Zusammenschluss von Recherchegruppen (u. a. dem a.i.d.a.-Archiv aus München) und antifaschistischen Initiativen, dokumentiert “detailliert (auf Deutsch und Türkisch) den Münchner Prozess zu den rassistischen Morden des NSU, recherchiert über deren Hintergründe und stellt zahlreiche Informationen über Aspekte zur Verfügung, die in den ‘großen’ Medien kaum oder gar nicht vorkommen”, schreibt die Stiftung Auschwitz-Komitee.

*Hans Frankenthal*, geboren 1926 in Schmallenberg Sauerland, wurde zusammen mit seiner Familie 1943 nach Auschwitz deportiert. Seine Eltern wurden ermordet. Hans und sein Bruder Ernst überlebten die Zwangsarbeit im Lager Monowitz und das Konzentrationslager Mittelbau-Dora und wurden schließlich 1945 in Theresienstadt befreit. Nach ihrer Rückkehr nach Schmallenberg betrieb der Autor eine Metzgerei und arbeitete als Viehhändler. Er war im Landesverband der Jüdischen Gemeinden Westfalen-Lippe, als Mitglied des Zentralrates der Juden in Deutschland und als stellvertretender Vorsitzender des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik tätig. Hans Frankenthal starb am 22. Dezember 1999 in Dortmund. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof in Hagen-Eilpe begraben.

Die *Stiftung Auschwitz-Komitee* hat sich die Aufgabe gestellt, die Stimme derjenigen, welche die nationalsozialistischen Verbrechen noch selbst erlebt und überlebt haben, ihre Mahnung und ihr Vermächtnis, auch für die nachfolgenden Generationen weiterhin hörbar und sichtbar zu machen. In Erinnerung an Hans Frankenthal verleiht die Stiftung Auschwitz-Komitee seit 2010 einmal jährlich den Hans-Frankenthal-Preis. Im 25-köpfigen Stiftungsrat entscheiden NS-Verfolgte zusammen mit Autorinnen, Musiker_innen, Juristen, Historikern und weiteren Persönlichkeiten über die Preisvergabe.

„Newo Ziro – Neue Zeit“ Film im Oktober

Am So 06.10.2013 zeigen wir (die infogruppe rosenheim) in unserer Filmreihe „der politische Film“ (jeden ersten Sonntag im Monat) den Dokumentarfilm „Newo Ziro – Neue Zeit Film“:

Mit Bawo Reinhardt, Sascha Reinhardt, Lulo Reinhardt, Sibel Mercan

Vier beeindruckende Menschen, Sinti in Deutschland. Kein leichtes Leben. Aber Bawo Reinhardt will, dass sie selbstbewusst für ihre Bildung und ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen. Seine Enkelin Sibel macht bald ihr Abitur und hat drei schwarze Gürtel in Kung Fu. Ihr Vorbild ist ihr Onkel Lulo Reinhardt, der jahrelang gekämpft hat, um heute als anerkannter Musiker zu leben. Sascha Reinhardt, der mit seinem Festival die Musik der Sinti und Roma auf die Bühne bringt, bleibt skeptisch, ob das mit der Integration klappt. Zu viele Benachteiligungen nach wie vor. Und diese Integration, was soll sie bedeuten – dass sie ihre Traditionen  und Identität aufgeben und so leben wie alle? Wie können sie ihre Kultur und Sprache in unserer Gesellschaft behaupten, die immer gesichtsloser wird? Sich abschotten oder sich öffnen – mit der Gefahr, das Eigene zu verlieren? Noch ist die Gemeinschaft stark in ihrer Kultur, doch wie sieht der Weg des Einzelnen aus? Das zwischen verschiedenen Kulturen wandernde Mädchen Sibel bringt ihr Lebensgefühl auf den Punkt: „Vom Sindh bis an den Rhein war es ein langer Weg. Heute ist unsere Heimat hier. NEWO ZIRO heißt NEUE ZEIT. Wie wird unsere Zukunft aussehen?“

Und in allem die Musik selbst – „Musik ist unsere Sprache“. Sinti-Musik, Gypsy-Swing, das Erbe von Django Reinhardt im neuen eigenen, unverwechselbaren Stil. „Musik ist Freiheit“, beschreibt es einer der Musiker.

Die Filmvorführung beginnt um 19.00 Uhr im Linken Zentrum in Selbstverwaltung, Z, in der Innstraße 45a. Das Z hat ab 18:00 Uhr als Infoladen geöffnet und ab 18.30 Uhr gibt es ein von der EX-Zora organisiertes veganes Essen im Rahmen der VoKü. Weitere Infos zum Film gibt es hier: http://www.newoziro.wfilm.de/Newo_Ziro/Film.html

Solidarität mit „Non-Citizens“-Protest (Kundgebung vor Rosenheimer CSU)

Rosenheim (ig). Rund zwei dutzend Demonstrant*innen protestierten am heutigen Mittwoch (03.07.2013) spontan vor der Rosenheimer CSU Geschäftsstelle gegen das Vorgehen von großen Teilen der Politik, besonders der von der CSU geführten Landesregierung, sowie gegen den gewalttätigen Polizeieinsatz anlässlich des „Non-Citizens“ Hunger- und Durststeiks in München. Die Forderungen der Asylbewerber*innen nach Bleibe- und Grundrechten hingegen fand volle Unterstützung und Solidarität.
„Solidarität muss praktisch werden – Bleiberecht für alle – Jetzt sofort“, „Kein Mensch ist illegal“ und „Solidarity with Non Citizens“ stand auf Transparenten welche die Demonstrant*innen gegen 18:45 Uhr vor der Geschäftsstelle der Rosenheimer CSU entrollten. Auf der rund 30 Minuten dauernden Kundgebung wurden die Äußerungen von  Politiker*innen wie Hans-Peter Friedrich (CSU), Christine Haderthauer (CSU) und Christian Ude (SPD) als „zynisch und menschenverachtend“ bezeichnet. In Redebeiträgen wurden Stellungnahmen der Durststreikenden verlesen und die kompromisslose Handlung der CSU geführten Landesregierung kritisiert. Diese brachte selbst keine Verhandlungsangebote und -vorschläge ein und ist auch nicht auf  Zeichen der Kompromissbereitschaft eingegangen. Auch der brutale Polizeieinsatz bei der Räumung wurde kritisiert. Die Ankündigung der Versammlungsauflösung sei ohne jegliche Übersetzung und rechtswidrig erst nach dem Eindringen ins Camp erfolgt. Unterstützer*innen zufolge nahm die Polizei in ihrer Vorgehensweise weder Rücksicht auf den Gesundheitszustand der geschwächten Protestierenden, noch auf die Anwesenheit der Kinder sowie einer schwangeren Frau.
Nach Meinung der Rosenheimer Demonstrant*innen müssen die Anliegen, die  hinter den „Non-Citizens“-Protesten stehen, endlich ernst genommen werden.  Sie forderten grenzenlose Solidarität mit den Flüchtlingen und Bleiberecht für alle, sowie die sofortige Abschaffung von Flüchtlingslagern, Essenspaketen und Residenzpflicht. Wörtlich hieß es in einem Redebeitrag des spontanen Solidaritätskomitees Flüchtlingsprotest: „Es ist an der Zeit das Grundrechte für alle Menschen gelten, auch für Flüchtlinge und auch in Bayern!“

Aleviten gedenken der 35 Opfer von Sivas-Madımak

Anlässlich des 20. Jahrestages des Brandanschlags in Sivas, gedenken Aleviten und Demokraten auf der ganzen Welt am 02.07.2013 der 35 Opfern, die bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.

Sie waren in Sivas zusammengekommen, um ein Kulturfest zu feiern und ein Monument zu Ehren Pir Sultan Abdals, einem der wichtigsten alevitischen Volksdichter und Heiligen, feierlich einzuweihen. Unter Ihnen waren Frauen, Kinder, Künstler, Studierende, Gelehrte und Schriftsteller.

Eine nach dem Freitagsgebet aus der Moschee kommende aggressive Menschenmenge von Islamisten griff unerwartet in die Feierlichkeiten ein, zerstörte das Monument und setzte das Hotel Madimak, in dem die Teilnehmenden der Feierlichkeiten untergebracht waren, in Brand. Staatliche Sicherheitsinstanzen, wie auch das Militär, die Polizei und die Feuerwehr, schauten stundenlang passiv zu. Der Brand und die grausamen Szenen aus Sivas wurden über 12 Stunden live auf allen türkischen TV-Sendern gesendet.

Heute steht eine Gedenktafel vor dem ehemaligen Hotel, auf der auch die Namen der Brandstifter aufgelistet sind. Der juristische Prozess gegen die Verantwortlichen – die bis in die Staatsspitze ranken – wurde im vergangenen Jahr als verjährt erklärt und ad acta gelegt.

Neun verurteilten Mördern dieser Vorfälle gelang auf nebulöse Weise die Flucht nach Deutschland, wo sie heute noch Dank eines Asyl-Status als freie Bürger unter uns leben. Dies ist ein unannehmbares Versagen unserer hiesigen Demokratie.

Die Alevitische Gemeinde Rosenheim gedenkt an Sivas `93, setzt sich ein für die universellen Menschenrechte ein und spricht sich gegen jegliche Form der Gewalt und Diskriminierung aus.

 

 

Quelle: Pressemitteilung der Alevitischen Gemeinde Rosenheim