Archiv der Kategorie: Queer-Feminismus

Naidoo Auftritt absagen – Informationsveranstaltungen zum Thema Reichsbürger angekündigt

Im folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung des Bündnis – kein Hass auf Rosenheims Bühnen (indem auch wir aktiv sind):

Pressemitteilung vom 15.03.17:

Kriminalitätsstatistik ernst nehmen – Naidoo Auftritt absagen

Informationsveranstaltungen zum Thema Reichsbürger angekündigt

Das Bündnis „Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ fordert nach der Präsentation der polizeilichen Kriminalstatistik erneut die Ausladung Naidoos. Einem Reichsbürger-Sympathisanten dürfe, so die Meinung des Bündnisses, keine Bühne geboten werden. Stattdessen fordert das Bündnis Informationen zur rechten Reichsbürgerbewegung und kündigt Veranstaltungen an.

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in seiner Pressemitteilung zur polizeilichen Kriminalstatistik mitteilte gibt es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums „über 700 Personen (…), die im Verdacht stehen, der „Reichsbürgerbewegung“ an(zu)gehören (…). Etwa 90 dieser Personen verfügen über eine waffenrechtliche Erlaubnis, einschließlich des sogenannten `kleinen Waffenscheins`“.

Für das Bündnis „Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ sind diese Zahlen erschreckend und zeigen welche Gefahr von dieser extrem rechten Bewegung, auch im Raum Rosenheim, ausgeht.„Deshalb ist es wichtig, dass die Verantwortlichen im Rosenheimer Stadtrat und bei der Landesgartenschau GmbH endlich die Notbremse ziehen und dem Reichsbürger-Sympatisanten Naidoo keine Bühne bieten“ so Johannes Müller, ein Sprecher des Bündnisses. „Ein Festhalten am Auftritt von Naidoo ist unserer Meinung nach eine unverantwortliche politische Botschaft, welche die Ansichten von Reichsbürgern nicht nur verharmlost sondern auch legitimiert“ so Müller weiter.

Laut dem Bündnis fehle es bei den lokalen öffentliche Einrichtungen, Institutionen und Mandatsträgern offensichtlich an Informationen und Wissen über die Gefahr welche von der Reichsbürgerbewegung ausgeht. Deshalb begrüßt das Bündnis die Entscheidung der Polizei über Reichsbürger zu informieren und empfiehlt allen Verantwortlichen die Handreichungen des Städte- und Gemeindebundes über die „Reichsbürger“-Bewegung. Das Bündnis möchte aber auch einen eigenen Beitrag zur Aufklärung über Reichsbürger leisten und kündigt für April zwei Infoveranstaltungen an. Am Sonntag, den 02.April (19:00 Uhr) werden im Rosenheimer Z (Innstr. 45a) zwei Dokumentarfilme zum Thema gezeigt werden. Und am Donnerstag, den 13. April (19:30 Uhr) findet im Wintergarten des Mailkeller Rosenheim (Schmettererstraße 20) ein Expertenvortrag zum Thema Reichsbürger statt. Ein Referent der Fachinformationsstelle Rechtsextremismus München (firm) gibt Einblicke in die Reichsbürgerszene. Dabei wird vor allem ihre Anschlussfähigkeit und wachsende Popularität im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.

Queer-Feminist Takeover

Rund um den 8. März 2017 gibt es in Rosenheim und Salzburg unter dem Motto „Queer-Feminist Takeover Tour“ verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema (Queer-)Feminismus: Wordshops, Filmabende, Demonstrationen und vieles mehr – zum gemeinsamen Gestalten, Gedanken austauschen und laut sein!

Mehr Infos gibt es unter: https://takeovertour.noblogs.org/

 

Hier die Termine: Queer-Feminist Takeover weiterlesen

Offener Brief zum Naidoo-Auftritt auf dem Rosenheimer Sommerfestival

Über zwanzig Organisationen und Einzelpersonen, darunter auch wir die infogruppe rosenheim, haben heute (30.01.17) in einem offenen Brief des Bündnis „Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ an den Rosenheimer Stadtrat die Absage des Naidoo Auftrittes auf den Rosenheimer Sommerfestival gefordert. Der Brief belegt mit zahlreichen Zitaten und Belegen sowohl die Nähe von Naidoo zu der Reichsbürger Bewegung als auch seine antisemitischen und homophoben Tendenzen.

Weitere und aktuelle Infos gibt es unter: https://keinhass.rosenheim.tk/ und den offenen Brief gibt es hier:

 

Rosenheim, 30.01.17

Naidoo-Auftritt auf dem Rosenheimer Sommerfestival

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

sehr geehrte Mitglieder des Rosenheimer Stadtrats,

das Rosenheimer Sommerfestival hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in der Rosenheimer Kulturlandschaft etabliert und wird sowohl von Menschen aus Rosenheim als auch aus dem weiteren Umfeld geschätzt und hat somit eine beachtliche Reichweite.

Auf dem diesjährigen Festival tritt unter anderem die Band „Söhne Mannheims“ auf, deren bekanntestes Gründungs- und inzwischen auch wieder aktives Mitglied der Musiker Xavier Naidoo ist. Dessen musikalische Aussagen und öffentliche Auftritte fallen auf durch vielseitige Verschwörungstheorien, antisemitische Äußerungen und explizite Hassbotschaften.

So singt Xavier Naidoo zusammen mit Kool Savas 2012 im Lied „Wo sind sie jetzt“: „Ich schneide Euch jetzt mal die Arme und die Beine ab und dann fick ich Euch in’n Arsch“. Die beiden wärmen in diesem Hidden-Bonustrack klassisch antisemitisch anmutende Ritualmord-Legenden auf, wonach angebliche Satanssekten Kinder und Babies – in ihrem Text auch Föten – töten sollen. Neben den antisemitischen Anspielungen und explizit homophoben Aussagen („Ihr habt einfach keine Größe und Eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst Du keine Möse?“) wird Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt und zu Gewalt aufgerufen. Eindeutig antisemitische Sprachcodes finden sich dann beispielsweise im Titel „Raus aus dem Reichstag“ von 2009. Aussagen, die bereits von den Nazis verwendet wurden, um Juden zu diffamieren („Baron Totschild gibt den Ton an und scheißt auf euch Gockel. Der Schmock ist`n Fuchs und ihr seid nur Trottel“) werden mit einer Kritik an Banken verbunden, womit das Klischee „des“ Juden als hinter Geld und Übeln der Welt stehenden Drahtziehers aufgewärmt wird.1 Kritik an diesen klar antisemitisch erscheinenden Texten scheint Naidoo nicht zu behagen. So ging er zum Beispiel 2014/15 gerichtlich gegen die Amadeu Antonio-Stiftung vor, beziehungsweise gegen die von der Stiftung betriebene Plattform netz-gegen-nazis.de, die ihn als Antisemiten bezeichnet hatte. In einem Vergleich wurde vereinbart, dass Naidoo kein Antisemit sei, sehr wohl aber Teile seiner Texte antisemitisch interpretiert werden können2.

Neben diesen musikalisch verbreiteten Hassbotschaften fällt Naidoo spätestens3 seit 20144 dadurch auf, dass er Inhalte der „Reichsbürger“-Bewegung teilt und beispielsweise öffentlich die Meinung vertritt, die BRD sei „kein richtiges Land“, habe keine Verfassung (Naidoo akzeptiert den 2 + 4-Vertrag nicht als Friedensvertrag) und sei nach wie vor besetzt. Diese Nähe zu den „Reichsbürgern“ zeigte er unter anderem mit der Teilnahme an einer öffentlichen Kundgebung der „Reichsbürger“-Bewegung am 3. Oktober 2014 vor dem Bundestag, an der auch Personen wie der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke teilnahmen5. Am selben Tag noch hielt Naidoo eine Rede bei einer rechten Mahnwache, bei der auch der Herausgeber eines rechten Querfrontmagazins, Jürgen Elsässer zugegen war1.

Wurde Naidoo in der Vergangenheit mit Satire-Preisen wie dem „Goldenen Brett vorm Kopf“ und dem „Goldenen Aluhut“ bedacht, bleibt einem das Lachen angesichts genannter Auftritte und Aussagen und ob des Bewaffnungsgrades der „Reichsbürger“ allerdings mittlerweile im Halse stecken. Spätestens seit dem tödlichen Angriff auf einen Polizisten in Georgensgmünd (Oktober 2016) durch einen „Reichsbürger“ wird diese Bewegung als ultra-rechte Vereinigung öffentlich wahrgenommen.

Doch schon vor Georgensgmünd und dem damit verbundenen Bekanntwerden des Ausmaßes der „Reichsbürger“-Bewegung distanzierte sich nicht nur der Mannheimer Oberbürgermeister von Xavier Naidoo. Auch die Popakademie, an der Naidoo als Dozent tätig war, kündigte vorerst die Zusammenarbeit auf6. 2015 war Naidoo dann auch für den NDR nicht mehr tragbar und dieser zog seine Nominierung für den Eurovision Song Contest (ESC) zurück7. Bis heute werden die Auftritte von Naidoo mit Protesten begleitet, auch in Bayern8.

Mit dem Auftritt Naidoos auf dem Rosenheimer Sommerfestival werden nicht nur die fraglichen Aussagen seiner Liedtexte ausgeblendet. Vielmehr noch scheint es fast, als wäre es die Lehre, die die Stadt Rosenheim aus Georgensgmünd gezogen hat, ein paar Wochen danach ein Aushängeschild der Bewegung einzuladen. Naidoo und seine Fans können und werden sich auf die Freiheit der Kunst berufen – die Stadt hätte ihrerseits jedoch jede Freiheit gehabt, einen solchen „Künstler“ nicht zu berücksichtigen, hat sich jedoch politisch dazu entschieden ihn durch Bereitstellung ihrer Infrastruktur zu unterstützen.

Während der Städte- und Gemeindebund ein Bündnis gegen Hass und Ausgrenzung fordert9 und Handreichungen über die „Reichsbürger“-Bewegung heraus gibt10, hofiert also die Stadt Rosenheim einen solchen und bietet dem Hasssänger Naidoo mit seinen homophoben und antisemitischen Textpassagen die Bühne.

Wir sind der Meinung, dass die Stadt Rosenheim, und in ihrer offiziellen Vertretung Sie als Oberbürgermeisterin und Stadträt_Innen, eine Verantwortung gegenüber den in Rosenheim lebenden Menschen haben! Hassmusik darf kein Platz eingeräumt werden! Deswegen denken wir: Der Auftritt eines Hassmusikers wie Xavier Naidoo kann dem Rosenheimer Sommerfestival nur schaden und hat keine Berechtigung, weswegen er ausgeladen werden muss. Dies spricht jedoch nicht gegen einen Auftritt der Söhne Mannheims ohne Naidoo.

Um die Verbreitung von Hass auf Rosenheims Bühnen in Zukunft zu vermeiden, fordern wir eine Richtlinie für die künstlerische Ausgestaltung des „Rosenheim Sommerfestivals“, die die Einladung von Acts, die in der Vergangenheit durch als antisemitische, homophobe, rassistische, sexistische oder anderweitig diskriminierend zu verstehende Inhalte aufgefallen sind, von vornherein unterbindet.

Bündnis – kein Hass auf Rosenheims Bühnen

–>  Zur Liste der Unterstützer*innen des offenen Briefes

1Wolfgang Häberle: »Dieser Weg wird ein rechter sein« — Beispiel Xavier Naidoo, in: DDS Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Bayern, Dezember 2016, S. 13.

2Gerichtliche Auseinandersetzung Naidoo – Amadeu Antonio Stiftung: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2015/xavier-naidoo-und-amadeu-antonio-stiftung-einigen-sich-auf-vergleich-vor-gericht/  Abgerufen am 11. Januar 2017

3Schon 2011 sagte Naidoo gegenüber der ARD: „Wir sind nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land.“ ,https://www.youtube.com/watch?v=Djn6fE3vGWg Abgerufen am 13. Januar 2017.

5Xavier Naidoo spricht vor Reichsbürger Demonstration https://www.youtube.com/watch?v=LVx4tBdsu08 Abgerufen am 13. Januar 2017.

6Aussetzen der Zusammenarbeit Popakademie – Naidoo Bericht im RNF http://www.rnf.de/vorlaeufiges-aus-xavier-naidoo-nicht-mehr-an-popakademie-56734/ Abgerufen am 14. Januar 2017.

7In der Begründung dazu heißt es: „Der Eurovision Song Contest ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben. Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten“ https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/Xavier-Naidoo-faehrt-nicht-zum-ESC-nach-Stockholm,pressemeldungndr16524.html Abgerufen am 14. Januar 2017.

10Das Faktenblatt zur Reichsbürgerbewegung gibt es seit Ende Dezember 2016 zum Download auf der Homepage des Deutschen Städte-und Gemeindebundes: http://www.dstgb.de/dstgb/Homepage/Aktuelles/2016/Faktenblatt%20zur%20Reichsb%C3%BCrgerbewegung/

Fundis ihr könnt uns alle 1000x kreuzweise!

Wir dokumentieren im folgenden den Innsbrucker Soliaufruf „Fundis ihr könnt uns alle 1000x kreuzweise!“

Aufruf zur Solidarität mit den angeklagten Aktivist*innen. Kommt zum Prozess am 13. Oktober!

Am 14. November 2015 wurde von den fundamentalistischen und klerikalfaschistischen Abtreibungsgegner*innen „Jugend für das Leben“ eine „Lichterkette für Ungeborene“ in Innsbruck veranstaltet. 30-40 Fundis versammelten sich vor der Schwarz-Mander-Kirche, um Frauen das Recht auf Selbstbestimmung über ihren Körper mit Transpis, Sprüchen und Reden nach dem Motto „Heilung ist auch nach der Abtreibung möglich“, „Ein Viertel unserer Generation fehlt“ oder „Es gibt niemanden, dessen Herz so gebrochen ist, wie die Herzen der Frauen nach Abtreibung“ abzusprechen. Diese Hetze gegen die Selbstbestimmung von Frauen blieb nicht unkommentiert.

 

Zirka 30 Menschen versammelten sich vor den fackeltragenden Fundis, um gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen zu demonstrieren. Es wurden Transpis hochgehalten, Parolen gerufen und umgedichtete Lieder gesungen.

 

Als die Fundis sich bei den Bullen beschwert hatten, rückte eine Spezialeinheit an, um die „linksradikalen Gegner“ zum Schweigen zu bringen. Diese versuchte die Gruppe zurückzudrängen, wobei zwei Personen hinfielen und sich die Bullen sofort auf sie stürzten. Die beiden wurden über die Straße gezerrt, hinter einem Polizeibus am Boden fixiert und in Handschellen zur Wache gebracht. Bei zwei weiteren Personen wurde die Identität festgestellt, eine davon wurde ebenfalls festgenommen.

 

Obwohl die Polizei den Demonstrant*innen durch ihr Einschreiten so schnell wie möglich das Wort verbieten wollte, blieben die Aktivist*innen standhaft und ließen sich nicht einschüchtern.

 

Daraufhin folgte eine Verwaltungsstrafe von 200€ für eine Aktivistin, außerdem steht allen vier eine Gerichtsverhandlung am 13. Oktober am Bezirksgericht Innsbruck wegen Störung einer Versammlung (§ 285 StGB) und Herabwürdigung religiöser Lehren (§ 188 StGB) bevor. Voraussichtlich werden sich die Anwaltskosten und das Strafausmaß auf mindestens 4000€ belaufen.

 

Da die angeklagten Aktivist*innen diese Summe nicht alleine stemmen können, rufen wir zur Solidarität auf. Unterstützt die Aktivist*innen mit Spenden, erzählt den Fall weiter und schmeißt Solipartys!

 

Spendenkonto:

IBAN: AT57 4666 0100 0001 1941 | BIC: SVIEAT21XXX | 

Empfängername: Rote Hilfe | Verwendungszweck: „Pro Choice“

 

Kommt alle am 13.10. (um 14 Uhr im Saal 12) zur Verhandlung und zeigt, dass feministischer Protest gerechtfertigt ist!

Lassen wir uns im Kampf um Selbstbestimmung nicht einschüchtern!

 

Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!

Für eine emanzipatorische und befreite Gesellschaft!

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Das Geschäft mit der Esoterik + Kurzfilme über Granderwasser

Film: Das Geschäft mit der Esoterik + Kurzfilme über Granderwasser
Wann: So, 05.10.2014 -19:00 Uhr
Wo: Z linkes Zentrum in Selbstverwaltung, Innstr45a. Rosenheim, www.z-rosenheim.net

Am Sonntag 05. Oktober werden im Rosenheimer Z (Innstr.45) die esoterikkritische Filme „Das Geschäft mit der Esoterik“ und „Die Wahrheit über Granderwasser“ gezeigt.
Was treibt Menschen in einer aufgeklärten Gesellschaft in die Hände von Sekten, Heilern und esoterischen Angeboten? laVita-Moderator Tobias Ranzinger geht in der Dokumentation „ Das Geschäft mit der Esoterik“ (br, 2014, 44 Min.) einem Phänomen auf den Grund, das besonders in Südbayern immer mehr um sich greift. Er trifft den Tiroler Autor und Psychologen Johannes Fischler, der das Buch „New Cage – Esoterik 2.0. Wie sie die Köpfe leert und die Kassen füllt!“ geschrieben hat. Er unterhält sich mit Harry Bräuer, Kriminalhauptkommissar in München, über seine einschlägigen Erfahrungen mit einer Branche, die auch am Rande der Legalität operiert. Und er begegnet Aussteigern und Betroffenen, die von ihrem Leben im Banne esoterischer Gruppen berichten.
Schon längst sind es keine vereinzelten Spinner und übrig gebliebenen Hippies mehr. Nein, Esoterik findet heutzutage überall und ganz selbstverständlich statt und selbst die Rosenheimer CSU trinkt jetzt auch Ganderwasser1. Deshalb zeigt die infogruppe im Rahmen des politischen Films vor der Reportage „Das Geschäft mit der Esoterik“ noch die Kurzfilme „Die Wahrheit über Granderwasser“ (2009, 4 Min.) und „Zaubertricks mit Granderwasser“ (2010, 4 Min.). Die Filmvorführung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Pro-Choice-Demo gegen den 1000-Kreuze-Marsch in Salzburg

Am 25. Juli wollen ultra-religiöse ChristInnen wieder mit einem sogenannten “Marsch für das Leben” das lange erkämpfte Frauen*recht auf Schwangerschaftsabbrüche angreifen.

„Wir bestimmen selbst!“
Es gibt genug Gründe, gegen diesen reaktionären Aufmarsch aktiv zu werden. Ein freier Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist absolut notwendig. Frauen* müssen selbst über ihren Körper und ihr Leben bestimmen können – dazu gehört reproduktive Freiheit. Die Entscheidung, ob eine Frau* ein Kind austrägt, liegt einzig und allein bei ihr. Kein Mensch hat dabei das Recht, sich ungefragt einzumischen und die Moralkeule zu schwingen.  

Nie wieder Küchentisch!
Zudem ist eine Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, wie sie die organisierten AbtreibungsgegnerInnen um Human Life International, Jugend für das Leben und Co fordern, für ungewollt Schwangere lebensgefährlich. Wenn Abbrüche strafbar sind, werden sie trotzdem durchgeführt, und zwar unter hygienisch und medizinisch unsicheren Umständen, z.B. mit einem Kleiderhaken auf dem Küchentisch. Tausende Frauen* sterben jedes Jahr an den Folgen illegalisierter Abbrüche! Solange es noch keine umfassendes System autonomer Gesundheitszentren gibt, müssen für den freien Zugang zur Aller zur staatlichen Gesundheitsversorgung kämpfen!

Gemeinsam kämpfen
Die organisierten AbtreibungsgegnerInnen vertreten ein in vielerlei Hinsicht abzulehnendes Weltbild, und versuchen auch aktiv, dieses gegen den Widerstand fortschrittlicher Kräfte durchzusetzen. Sorgen wir für einen Widerstand, der so stark ist, dass sie daran scheitern werden! Denn Sexismus, Homo- und Transphobie, Antisemitismus, völkisch-rassistisches Denken und religiöser Fundamentalismus müssen wir auf dem Weg in eine befreite Gesellschaft überwunden werden. Die organisierten AbtreibungsgegnerInnen haben erfreulicherweise seit Jahren mit erbitterter Gegenwehr seitens Pro-Choice-Aktivist_innen zu kämpfen. 2013 reagierte die Staatsmacht darauf mit 36 Festnahmen. Wir kommen wieder – jetzt erst recht!

Gehen wir am 25. Juli 2014 gemeinsam auf die Straße, zeigen wir dem reaktionären Pack, wo es lang geht!

Pro Choice is ois!
[„Pro Choice:“ engl. für die Wahlfreiheit. „ois:“ österr. alles.]

1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten! Aufruf zur Pro-Choice-Demo am 25.7.2013 in Salzburg!

Auch dieses Jahr wollen AbtreibungsgegnerInnen1 mit einem sogenannten 1000-Kreuze-MArsch das schwer und lang erkämpfte Frauen*recht auf Schwangerschaftsabbrüche in Frage stellen. Es mobilisieren organisierte FundamentalistInnen aus den Reihen von Human Life International (HLI), Euro Pro Life, Jugend für das Leben & Co. Geplant ist ein Kreuzzug durch die Salzburger Innenstadt bist zum Krankenhaus und zur Staatsbrücke um dort Rosen in die Salzach zu werfen. Dabei wird bei jeder Rose ein biblischer Name eines „ermordeten“ Kindes gerufen. Wie in den vergangenen Jahren müssen die Fundis mit erbitterter Gegenwehr rechnen. Gründe dafür gibt es genug.

Das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche gilt in Österreich seit 1975. Dabei gilt, dass Ärzt_innen keine Abtreibungen vornehmen müssen. Das ist verheerend für ungewollt Schwangere, die sich zuerst einmal eine_n Ärzt_in suchen und eventuell weite Strecken zurücklegen müssen. Beispielsweise unterstützen 353 Ärzt_innen alleine in Salzburg die Initiative „Ärzte [sic!] für das Leben“2. Als wäre es nicht schon Zumutung genug, dass das Recht auf eine Abtreibung nur straffrei, also faktisch illegal ist, müssen sich Frauen* auch noch mit komplett fanatischen Fundis streiten, rumärgern, von diesen belästigen lassen und das bis heute! Denn Gruppen wie HLI und Co. schrecken nicht davor zurück zum Beispiel durch Psychoterror, wie in Form von unfreiwilligen „Gehsteigberatungen“ Frauen*, die eine Abtreibung vornehmen lassen wollen, und das Klinikpersonal samt Ärzt_innen zu terrorisieren.

Diese Fundis vertreten ein extrem reaktionäres Weltbild, in dem Frauen* die Rolle von Gebärmaschinen und die anschließende aufopfernde Pflege der Bälger übernehmen sollen. Damit wird Frauen* das Recht auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben abgesprochen. Abgesehen von dem sexistischen Grundtenor dieser Gruppen fühlen sich auch Nazis wohl bei Veranstaltungen wie dem 1000-Kreuze-MArsch. So mobilisierten 2008 auch Nazis für den 1000-Kreuze-MArsch in München3 und formierten einen eigenen Block4. Kaum verwunderlich, dass Nazis gemeinsame Sache mit den Fundis machen, wenn Frauen* im Dienste des „Volkes“ weiße Kinder gebären sollen und Abtreibungen mit dem Holocaust verglichen werden. So wurde in der ehemaligen Lucina-Klinik in Wien, in der Abtreibungen vorgenommen wurden, ein „Babycaust-Museum“ eröffnet5.

Wir wiederholen uns seit Jahren. Es ist alles gesagt. Leider müssen wir diese lächerlich erscheinenden AbtreibungsgegnerInnen bitterernst nehmen: Sie sind sexistisch, homo- und trans*phob, NS-relativierend, rassistisch, reaktionär und ultrareligiös! Durch die Proteste der vergangenen Jahre konnte der MArsch erheblich verkürzt werden. Die Fundis kamen nicht einmal in die Nähe des Krankenhauses! Auf dass wir diesen Aufruf das letzte Mal schreiben mussten!

WIR SIND DIE WILDEN FRAUEN*,

WIR PLÜNDERN UND WIR KLAUEN –

WIR BETEN NIE – ANARCHIE!

PRO-CHOICE-DEMO, 25.7.2013, 14:30h Mirabellplatz

KREUZAUSGABE DER FUNDIS: 16:15h DOMPLATZ

Detaillierte Infos zu HLI & Co, sowie zu den vergangenen Protesten sind hier zu finden:
http://infoladensalzburg.wordpress.com/material/1000-kreuze-versenken-material/
http://www.die-abtreibung.at.tf/

1Wie benutzen das Binnen-I um zu verdeutlichen, dass nach der Ansicht von fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen nur zwei „natürliche“ Geschlechter existieren. Wir verwenden grundsätzlich den Gender-Gap (Freund_innen) und schreiben Frauen* und Männer* um darauf hinzuweisen, dass es sich bei Geschlecht um gesellschaftliche Konstrukte handelt.

2hxxp://www.salzburgeraerzteforum.com/1-2_unterstuetzer-liste.php#Anchor-Salzburg-49575

3Ja, das machen diese Trottln nicht nur in Salzburg, sondern weltweit.