Archiv der Kategorie: Queer-Feminismus

Pro-Choice-Demo gegen den 1000-Kreuze-Marsch in Salzburg

Am 25. Juli wollen ultra-religiöse ChristInnen wieder mit einem sogenannten “Marsch für das Leben” das lange erkämpfte Frauen*recht auf Schwangerschaftsabbrüche angreifen.

„Wir bestimmen selbst!“
Es gibt genug Gründe, gegen diesen reaktionären Aufmarsch aktiv zu werden. Ein freier Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen ist absolut notwendig. Frauen* müssen selbst über ihren Körper und ihr Leben bestimmen können – dazu gehört reproduktive Freiheit. Die Entscheidung, ob eine Frau* ein Kind austrägt, liegt einzig und allein bei ihr. Kein Mensch hat dabei das Recht, sich ungefragt einzumischen und die Moralkeule zu schwingen.  

Nie wieder Küchentisch!
Zudem ist eine Illegalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, wie sie die organisierten AbtreibungsgegnerInnen um Human Life International, Jugend für das Leben und Co fordern, für ungewollt Schwangere lebensgefährlich. Wenn Abbrüche strafbar sind, werden sie trotzdem durchgeführt, und zwar unter hygienisch und medizinisch unsicheren Umständen, z.B. mit einem Kleiderhaken auf dem Küchentisch. Tausende Frauen* sterben jedes Jahr an den Folgen illegalisierter Abbrüche! Solange es noch keine umfassendes System autonomer Gesundheitszentren gibt, müssen für den freien Zugang zur Aller zur staatlichen Gesundheitsversorgung kämpfen!

Gemeinsam kämpfen
Die organisierten AbtreibungsgegnerInnen vertreten ein in vielerlei Hinsicht abzulehnendes Weltbild, und versuchen auch aktiv, dieses gegen den Widerstand fortschrittlicher Kräfte durchzusetzen. Sorgen wir für einen Widerstand, der so stark ist, dass sie daran scheitern werden! Denn Sexismus, Homo- und Transphobie, Antisemitismus, völkisch-rassistisches Denken und religiöser Fundamentalismus müssen wir auf dem Weg in eine befreite Gesellschaft überwunden werden. Die organisierten AbtreibungsgegnerInnen haben erfreulicherweise seit Jahren mit erbitterter Gegenwehr seitens Pro-Choice-Aktivist_innen zu kämpfen. 2013 reagierte die Staatsmacht darauf mit 36 Festnahmen. Wir kommen wieder – jetzt erst recht!

Gehen wir am 25. Juli 2014 gemeinsam auf die Straße, zeigen wir dem reaktionären Pack, wo es lang geht!

Pro Choice is ois!
[„Pro Choice:“ engl. für die Wahlfreiheit. „ois:“ österr. alles.]

1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten! Aufruf zur Pro-Choice-Demo am 25.7.2013 in Salzburg!

Auch dieses Jahr wollen AbtreibungsgegnerInnen1 mit einem sogenannten 1000-Kreuze-MArsch das schwer und lang erkämpfte Frauen*recht auf Schwangerschaftsabbrüche in Frage stellen. Es mobilisieren organisierte FundamentalistInnen aus den Reihen von Human Life International (HLI), Euro Pro Life, Jugend für das Leben & Co. Geplant ist ein Kreuzzug durch die Salzburger Innenstadt bist zum Krankenhaus und zur Staatsbrücke um dort Rosen in die Salzach zu werfen. Dabei wird bei jeder Rose ein biblischer Name eines „ermordeten“ Kindes gerufen. Wie in den vergangenen Jahren müssen die Fundis mit erbitterter Gegenwehr rechnen. Gründe dafür gibt es genug.

Das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche gilt in Österreich seit 1975. Dabei gilt, dass Ärzt_innen keine Abtreibungen vornehmen müssen. Das ist verheerend für ungewollt Schwangere, die sich zuerst einmal eine_n Ärzt_in suchen und eventuell weite Strecken zurücklegen müssen. Beispielsweise unterstützen 353 Ärzt_innen alleine in Salzburg die Initiative „Ärzte [sic!] für das Leben“2. Als wäre es nicht schon Zumutung genug, dass das Recht auf eine Abtreibung nur straffrei, also faktisch illegal ist, müssen sich Frauen* auch noch mit komplett fanatischen Fundis streiten, rumärgern, von diesen belästigen lassen und das bis heute! Denn Gruppen wie HLI und Co. schrecken nicht davor zurück zum Beispiel durch Psychoterror, wie in Form von unfreiwilligen „Gehsteigberatungen“ Frauen*, die eine Abtreibung vornehmen lassen wollen, und das Klinikpersonal samt Ärzt_innen zu terrorisieren.

Diese Fundis vertreten ein extrem reaktionäres Weltbild, in dem Frauen* die Rolle von Gebärmaschinen und die anschließende aufopfernde Pflege der Bälger übernehmen sollen. Damit wird Frauen* das Recht auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben abgesprochen. Abgesehen von dem sexistischen Grundtenor dieser Gruppen fühlen sich auch Nazis wohl bei Veranstaltungen wie dem 1000-Kreuze-MArsch. So mobilisierten 2008 auch Nazis für den 1000-Kreuze-MArsch in München3 und formierten einen eigenen Block4. Kaum verwunderlich, dass Nazis gemeinsame Sache mit den Fundis machen, wenn Frauen* im Dienste des „Volkes“ weiße Kinder gebären sollen und Abtreibungen mit dem Holocaust verglichen werden. So wurde in der ehemaligen Lucina-Klinik in Wien, in der Abtreibungen vorgenommen wurden, ein „Babycaust-Museum“ eröffnet5.

Wir wiederholen uns seit Jahren. Es ist alles gesagt. Leider müssen wir diese lächerlich erscheinenden AbtreibungsgegnerInnen bitterernst nehmen: Sie sind sexistisch, homo- und trans*phob, NS-relativierend, rassistisch, reaktionär und ultrareligiös! Durch die Proteste der vergangenen Jahre konnte der MArsch erheblich verkürzt werden. Die Fundis kamen nicht einmal in die Nähe des Krankenhauses! Auf dass wir diesen Aufruf das letzte Mal schreiben mussten!

WIR SIND DIE WILDEN FRAUEN*,

WIR PLÜNDERN UND WIR KLAUEN –

WIR BETEN NIE – ANARCHIE!

PRO-CHOICE-DEMO, 25.7.2013, 14:30h Mirabellplatz

KREUZAUSGABE DER FUNDIS: 16:15h DOMPLATZ

Detaillierte Infos zu HLI & Co, sowie zu den vergangenen Protesten sind hier zu finden:
http://infoladensalzburg.wordpress.com/material/1000-kreuze-versenken-material/
http://www.die-abtreibung.at.tf/

1Wie benutzen das Binnen-I um zu verdeutlichen, dass nach der Ansicht von fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen nur zwei „natürliche“ Geschlechter existieren. Wir verwenden grundsätzlich den Gender-Gap (Freund_innen) und schreiben Frauen* und Männer* um darauf hinzuweisen, dass es sich bei Geschlecht um gesellschaftliche Konstrukte handelt.

2hxxp://www.salzburgeraerzteforum.com/1-2_unterstuetzer-liste.php#Anchor-Salzburg-49575

3Ja, das machen diese Trottln nicht nur in Salzburg, sondern weltweit.

Kapitalismus und Patriarchat

Ergänzende Veranstaltungen zum internationalen Frauenkampftag im Rosenheimer Z

An den Sonntagen vor und nach dem internationalen Frauenkampftag führt der AK Feminismus der infogruppe rosenheim im Z inhaltliche, explizit politische, Veranstaltungen zu Frauenkämpfen durch. Mit der Filmvorführung „Olga Benario, ein Leben für die Revolution“ wird am So, den 02.03.14 das Leben einer außergewöhnlichen und mutigen Frau vorgestellt.
Am Sonntag, 09.03.14 ist dann die Soziologin und Philosophin Roswitha Scholz in Rosenheim zu Gast. Scholz wird unter dem Titel „Kapitalismus und Patriarchat“ ihre „Wert-Abspaltungs-Theorie“ vorstellen. Der Theorie zufolge sind Kapitalismus und patriarchales Geschlechterverhältnis untrennbar miteinander verbunden. Unterdrückung, Ausgrenzung und Minderbewertung von Frauen sind keine Überbleibsel der Vormoderne, sondern Ausdruck einer spezifisch modernen Geschlechterordnung. Es ist die kapitalistische Warenform selbst, welche ebenso wie Aufklärung, bürgerliche Freiheit und abstrakte Rationalität ohne die Abspaltung und Minderbewertung eines Weiblichen nicht denkbar ist und diese Abspaltung zur stummen Voraussetzung hat. Frauen wird in der kapitalistischen Moderne dabei nicht nur die häusliche Reproduktion zugewiesen, sondern werden ebenso zur Projektionsfläche von Eigenschaften wie Emotionalität, Liebesfähigkeit und Verstandesschwäche.
Beide Veranstaltungen beginnen um 19:00 Uhr im Z, dem linkes Zentrum in Selbstverwaltung in der Innstraße 45a, Rosenheim. Der Eintritt ist frei.

37 Pro-Choice-Aktivist_innen in Salzburg festgenommen!

Im folgenden dokumentieren wir einen Indymediabericht zu den Protesten gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ in Salzburg.

Am 25. 7. 2013 demonstrierten ca. 120 Aktivist_innen für das Frauenrecht auf Schwangerschaftsabbruch und Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Am selben Tag fand ein sogenannter „1000-Kreuze-Marsch für das Leben“, organisiert von ultrareligiösen AbtreibungsgegnerInnen, statt, den die Bullen mittels stundenlangem Einkesseln und Festnahmen von 37 Pro-Choice-Aktivist_innen durchsetzen zu müssen meinten.

Um 14:30 Uhr begann die Pro-Choice-Demonstration mit einer Begrüßungsrede zum Thema Schwangerschaftsabbruch und Sexualität abseits von patriarchalen Strukturen. Ein Beitrag der „Antisexistischen Front“ stellte die Pro-Choice-Proteste des vergangenen Jahres und die darauf folgende staatliche Repression dar. Mit einem lautstarken Frauenblock1 an der Spitze setzte sich die Demo in Richtung Platzl/Staatsbrücke in Bewegung. Doch bereits nach wenigen Minuten waren die Demonstrant_innen mit einer Verzögerung durch eine Provokation eines Bullen, der sich nicht als solcher zu erkennen geben wollte, konfrontiert. Damit einher ging eine schlagartige, massive Vermehrung der Polizeipräsenz, und bei einem Demonstrierenden wurden die Personalien festgestellt. Nachdem die dabei angedrohte Festnahme nicht durchgesetzt wurde, ging die Demo geschlossen weiter bis zum Platzl. Dort hörten die Demonstrierenden, Passant_innen und Kaffeehausbesucher_innen einen Solibeitrag von Genoss_innen aus Münster, die sich auch jährlich mit „1000-Kreuze-Märschen“ herumärgern müssen. Die weitere Demoroute verlief in die Altstadt, am Festspielhaus vorbei bis zum Max-Reinhardt-Platz. Parolen wie „Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!“, „Wir sind die wilden Frauen, wir plündern und wir klauen, wir beten nie, Anarchie!“ und „Abtreibung ist Frauenrecht, bei Pro Life da wird uns schlecht!“ vermittelten die Message der Demo.

Mindestens zwei ultrareligiöse Abtreibungsgegner fielen durch Provokation zu Beginn der Pro-Choice-Demo, bzw. ständiges Abfotografieren von Pro-Choice-Aktivist_innen auf.

Um ca. 16:30 Uhr setzte sich der Zug der fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen vom Domplatz aus in Bewegung. Ungefähr 100 Fundis kamen unter massiver Bullenbegleitung durch den Ritzerbogen in Richtung Universitätsplatz. Dort anwesende Pro-Choice-Aktivist_innen wurden von den Bullen sofort abgedrängt und eingekesselt. Die Abtreibungsgegner_innen wichen durch ein Durchhaus aus. In der Getreidegasse wurden weitere Pro-Choice-Aktivist_innen eingekesselt. Sowohl am Universitätsplatz, als auch in der Getreidegasse mussten die Leute stundenlang von Bullen umringt stehen, einen großen Teil der Zeit in der prallen Sonne. Entgegen der Behauptungen in der Presseaussendung der Bullen vom selben Abend wurden nicht alle Menschen in den Kesseln mit Wasser versorgt. Manche mussten eine Stunde bei sengender Hitze im Gefangenentransporter sitzen. Auf die Frage nach Wasser kam die Antwort „Hamma ned.“ Die in den Kesseln in der Getreidegasse und am Universitätsplatz Festgehaltenen wurden von den Bullen einzeln unter Gewaltanwendung, in einigen Fällen an den Hälsen, herausgezogen und schließlich ins Anhaltezentrum bei der Polizeidirektion in der Alpenstraße gebracht. Erst nach 1 Uhr morgens konnte die letzte der 37 festgenommenen Personen von den draußen wartenden Genoss_innen in Empfang genommen werden.

Nach dem völlig unverhältnismäßigen Vorgehen der Bullen in der Altstadt, das ganz klar als eine Machtdemonstration und ein Einschüchterungsgehabe der Staatsgewalt gegenüber (pro-)feministisch aktiven Personen angelegt war, stellten sich die Bedingungen im Polizeianhaltezentrum als zusätzliche Zumutung heraus. Erstens dauerte es ewig, bis die Festgehalten einzeln ins Einvernahmezimmer gebracht wurden. Zweitens mussten sie stundenlang zu mehrt in kleinen Zellen verbringen, wobei die Wände einer Zelle mit Kot beschmiert waren, und sich ein Fenster nicht öffnen ließ. Es war keine angemessene Zufuhr von Frischluft gewährleistet, und die Beamt_innen hatten offensichtlich auch kein großes Interesse, daran etwas zu ändern. Zudem wurde mehreren Gefangenen ihr Recht auf zwei erfolgreiche Anrufe verweigert. Die Bullen legten bei Anrufen an die Rechtshilfe einfach auf. Die draußen Wartenden erreichte die Begründung, die angerufene Person müsse „persönlich vorstellig werden“ (Zitat Bulle), ansonsten könne nicht telefoniert werden. Das ist eine rechtlich nicht gedeckte Schikane.

Außer den 37 Festgenommenen hatten am Donnerstag noch weitere Pro-Choice-Aktivist_innen unfreiwilligen Kontakt mit den Bullen. Mehrere Leute wurden perlustriert. Eine minderjährige Person wurde von den Bullen in Mozarts Geburtshaus gezerrt, perlustriert, und bekam eine Anzeige angedroht. Am Residenzplatz wurde eine Person festgenommen, und in der Getreidegasse bei mindestens drei weiteren Leuten die Personalien aufgenommen.

Beim Kessel in der Getreidegasse waren die Bullen darauf bedacht, durch das Aufziehen einer Kette solidarische Menschen am Beobachten der Situation zu hindern. Trotzdem konnte zeitweise über die Bullen hinweg mit den Eingekesselten kommuniziert werden. Um 19:08 Uhr drohten die Bullen den Beobachtenden ihre Festnahme wegen „Blockierens des Verkehrs in der Getreidegasse“ an. Sie hätten „5 Minuten Zeit“ um sich zu entfernen, ansonsten würden sie „um 19:10 Uhr“ (sic!) festgenommen.

Nur aufgrund des massiven Polizeiaufgebots konnten die Fundis vom Dom über das Landeskrankenhaus und den Mirabellgarten bis zur Staatsbrücke prozessieren. Es hat sich wieder einmal deutlich gezeigt, auf wessen Seite die Bullen stehen. Die Repressionswelle am 25. Juli deutet darauf hin, dass sich die Bullen und die Fundis aufgrund unserer Erfolge der letzten Jahre schwer gekränkt fühlen. Das Vorgehen der Bullen am 25. 7. 2013 könnte auch auf ein verändertes Klima in Salzburg hindeuten, das grundsätzlich immer zu Gleichgültigkeit bis hin zu offener Ablehnung gegenüber (pro-)feministischen Protesten reicht.

Ganz offensichtlich verfolgten die Bullen mit ihrem Vorgehen den Zweck, uns davon abzuhalten, weiterhin öffentlich für das Frauenrecht auf Schwangerschaftsabbruch und eine befreite Gesellschaft einzutreten. Selbstverständlich ist ihnen das nicht gelungen, denn wir lassen uns von derartigem Mackergehabe seitens der Staatsgewalt nicht einschüchtern. Wir werden uns organisiert und solidarisch gegen diese Zumutungen wehren und einander unterstützen. Mit ihrer steinzeitlichen, testosterongetränkten „Wir-machen-euch-fertig“-Logik werden sie uns nicht unterkriegen.

Ein großes Danke geht an alle Leute, die am 25. 7. in Salzburg bei uns waren –

auf der Straße oder auf andere Art!

Wir bleiben unberechenbar, und gemeinsam sind wir stärker!

Hoch die überregionale Solidarität! Der Kampf geht weiter!

PS: An die bürgerliche Presse: Nehmt endlich zur Kenntnis, dass wir keine „Abtreibungsbefürworter“ (sic!) sind. Wir befürworten die Entscheidungsfreiheit für oder gegen eine Schwangerschaft (pro choice: engl. „für die Wahlfreiheit“).

1Störungen durch einen uneinsichtigen Macker, der den Inhalt der Demo offensichtlich nicht verstanden hatte, wurden nicht hingenommen.

1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten! Aufruf zur Pro-Choice-Demo am 25.7.2013 in Salzburg!

update: Es gibt Mitfahrgelegenheiten ab Rosenheim, anmelden bei: infogruppe-rosenheim@riseup.net

Im folgenden dokumentieren wir den Aufruf „1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten! Aufruf zur Pro-Choice-Demo am 25.7.2013 in Salzburg!“

Auch dieses Jahr wollen AbtreibungsgegnerInnen1 mit einem sogenannten 1000-Kreuze-MArsch das schwer und lang erkämpfte Frauen*recht auf Schwangerschaftsabbrüche in Frage stellen. Es mobilisieren organisierte FundamentalistInnen aus den Reihen von Human Life International (HLI), Euro Pro Life, Jugend für das Leben & Co. Geplant ist ein Kreuzzug durch die Salzburger Innenstadt bist zum Krankenhaus und zur Staatsbrücke um dort Rosen in die Salzach zu werfen. Dabei wird bei jeder Rose ein biblischer Name eines „ermordeten“ Kindes gerufen. Wie in den vergangenen Jahren müssen die Fundis mit erbitterter Gegenwehr rechnen. Gründe dafür gibt es genug.

Das Recht auf einen straffreien Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche gilt in Österreich seit 1975. Dabei gilt, dass Ärzt_innen keine Abtreibungen vornehmen müssen. Das ist verheerend für ungewollt Schwangere, die sich zuerst einmal eine_n Ärzt_in suchen und eventuell weite Strecken zurücklegen müssen. Beispielsweise unterstützen 353 Ärzt_innen alleine in Salzburg die Initiative „Ärzte [sic!] für das Leben“2. Als wäre es nicht schon Zumutung genug, dass das Recht auf eine Abtreibung nur straffrei, also faktisch illegal ist, müssen sich Frauen* auch noch mit komplett fanatischen Fundis streiten, rumärgern, von diesen belästigen lassen und das bis heute! Denn Gruppen wie HLI und Co. schrecken nicht davor zurück zum Beispiel durch Psychoterror, wie in Form von unfreiwilligen „Gehsteigberatungen“ Frauen*, die eine Abtreibung vornehmen lassen wollen, und das Klinikpersonal samt Ärzt_innen zu terrorisieren.

Diese Fundis vertreten ein extrem reaktionäres Weltbild, in dem Frauen* die Rolle von Gebärmaschinen und die anschließende aufopfernde Pflege der Bälger übernehmen sollen. Damit wird Frauen* das Recht auf ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben abgesprochen. Abgesehen von dem sexistischen Grundtenor dieser Gruppen fühlen sich auch Nazis wohl bei Veranstaltungen wie dem 1000-Kreuze-MArsch. So mobilisierten 2008 auch Nazis für den 1000-Kreuze-MArsch in München3 und formierten einen eigenen Block4. Kaum verwunderlich, dass Nazis gemeinsame Sache mit den Fundis machen, wenn Frauen* im Dienste des „Volkes“ weiße Kinder gebären sollen und Abtreibungen mit dem Holocaust verglichen werden. So wurde in der ehemaligen Lucina-Klinik in Wien, in der Abtreibungen vorgenommen wurden, ein „Babycaust-Museum“ eröffnet5.

Wir wiederholen uns seit Jahren. Es ist alles gesagt. Leider müssen wir diese lächerlich erscheinenden AbtreibungsgegnerInnen bitterernst nehmen: Sie sind sexistisch, homo- und trans*phob, NS-relativierend, rassistisch, reaktionär und ultrareligiös! Durch die Proteste der vergangenen Jahre konnte der MArsch erheblich verkürzt werden. Die Fundis kamen nicht einmal in die Nähe des Krankenhauses! Auf dass wir diesen Aufruf das letzte Mal schreiben mussten!

WIR SIND DIE WILDEN FRAUEN*,

WIR PLÜNDERN UND WIR KLAUEN –

WIR BETEN NIE – ANARCHIE!

PRO-CHOICE-DEMO, 25.7.2013, 14:30h Mirabellplatz

KREUZAUSGABE DER FUNDIS: 16:15h DOMPLATZ

Detaillierte Infos zu HLI & Co, sowie zu den vergangenen Protesten sind hier zu finden:
http://infoladensalzburg.wordpress.com/material/1000-kreuze-versenken-material/
http://www.die-abtreibung.at.tf/

1Wie benutzen das Binnen-I um zu verdeutlichen, dass nach der Ansicht von fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen nur zwei „natürliche“ Geschlechter existieren. Wir verwenden grundsätzlich den Gender-Gap (Freund_innen) und schreiben Frauen* und Männer* um darauf hinzuweisen, dass es sich bei Geschlecht um gesellschaftliche Konstrukte handelt.

2hxxp://www.salzburgeraerzteforum.com/1-2_unterstuetzer-liste.php#Anchor-Salzburg-49575

3Ja, das machen diese Trottln nicht nur in Salzburg, sondern weltweit.

„1000(-Kreuze-M)Ärsche wegtreten“ Mobiabend über fundamentalistische AbtreibungsgegnerInnen

Seit vielen Jahren belästigen sie uns in aller Öffentlichkeit mit ihrer frauenverachtenden Propaganda.

Sie, das sind HLI/Ja zum Leben, Ärzte für das Leben, Jugend für das Leben, Die Christen und viele mehr. Zum wiederholten Mal marschieren sie am 25.07.2013 in Salzburg (16:15 Uhr Domplatz) auf

und veranstalten einen ihrer sogenannten Trauermärsche für die angeblich 1000 Kinder, die durch Abtreibung täglich ermordet würden. Ihre durch die Bank männlichen Führer definieren befruchtete Eizellen prinzipiell als „Kinder“ und stehen auch für ein striktes Verhütungsverbot. Jede befruchtete Eizelle soll bereits den rechtlichen Status einer Person haben und Verhütung und Schwangerschaftsabbruch sind für diese Kreise Mord. Die weibliche Gebärmutter wird demnach sogar als Grab und gefährlichster Ort der Welt bezeichnet, während alle 5 Sekunden auf dem Planeten ein bereits geborenes Kind an Hunger oder dessen Folgen stirbt, ohne dass dagegen irgendein Engagement dieser Leute festzustellen wäre.Sie wollen die legalisierte Abtreibung weltweit „undenkbar“ machen und alle Frauen unter die Kontrolle eines autoritären Christentums bringen – dieses „Apostolat“ ist vom Vatikan mehr als erwünscht und begleitet.

Wie jedes Jahr werden auch am Do,25.07.13 in Salzburg (pro-)feministische Kräfte diesen Heuchler_innen auf der Straße entgegentreten. Im Rahmen des Infoabends in Rosenheim referieren feministische Aktivistinnen über diese Fundis und die Gegenproteste in Salzburg. Sie werden über organisierte AbtreibungsgegnerInnen und deren Vernetzungen sprechen. Der Vortrag beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Das Z hat bereits ab 18:00 Uhr als Infoladen geöffnet.  Zur Vorbereitung auf den Abend wollen wir auch noch auf den vom Infoladen Salzburg erstellten Reader zu den Pro-Choice Aktivitäten 2008-2012 (PDF, 2,8 MB) verweisen. Dieser ist im Z auch als Printausgabe kostenlos erhältlich.

 

Update: Passend zu unserem Vortrag hat die Rosenheimer Bibliothek_A den Sammelband „Die neue Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter-)nationalen Raum“ zum Buch des Monats Juli gekürt:

bibliotheka.blogsport.de/2013/07/04/die-neue-radikalitaet-der-abtreibungsgegner_innen-im-inter-nationalen-raum-buch-des-monats-juli/

 

 

„Noise and Resistance“ (Der politische Film)

Im Rahmen der Filmreihe „der politische Film“(jeden ersten Sonntag im Monat) zeigt die infogruppe rosenheim am So, 03. November 2013 den Dokumentarfilm „Noise and Resistance“. Dieser gibt Einblick in eine internationale Szene, die sich dem Kommerz und Konsum des modernen Lebens widersetzt. Hausbesetzer, Gewerkschaftskämpfer und Aktivisten in ganz Europa, die sich nicht nur über die Punk-Musik definieren, aber ihrer Lebenseinstellung dadurch Ausdruck verleihen.

Es geht auch anders. Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich : Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls. Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchstlebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene. Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS – Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands in Schweden – immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung „Do it yourself!“ zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhundert geworden ist. „Noise and Resistance“ ist eine inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, wo aus Unabhängigkeit Gemeinschaft entsteht – und der beste Punk-Sound, den man seit Jahren gehört hat.

Die Filmvorführung beginnt um 19.00 Uhr im Linken Zentrum in Selbstverwaltung, Z, in der Innstraße 45a. Das Z hat ab 18:00 Uhr als Infoladen geöffnet und ab 18.30 Uhr gibt es veganes Essem im Rahmen der SoKü. Weitere Infos zum Film gibt es unter: http://www.noise-resistance.de/

 

Demo – “Für ein einfach geileres Leben”

Rosenheim.Rund 80-100 Menschen beteiligten sich gestern Abend (Dienstag 30.04.2013) in Rosenheim an einer linken Demonstration unter dem Motto „Für ein einfach geileres Leben – Für die soziale Revolution!“. Die antikapitalistische Demonstration am Vorabend des „Internationalen Kampftages der Arbeiter_innenklasse“ wurde von der Roten Zora Rosenheim organisiert und von der SDAJ Rosenheim sowie der infogruppe rosenheim unterstützt. Demo – “Für ein einfach geileres Leben” weiterlesen