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Offener Brief zum Naidoo-Auftritt auf dem Rosenheimer Sommerfestival

Über zwanzig Organisationen und Einzelpersonen, darunter auch wir die infogruppe rosenheim, haben heute (30.01.17) in einem offenen Brief des Bündnis „Kein Hass auf Rosenheims Bühnen“ an den Rosenheimer Stadtrat die Absage des Naidoo Auftrittes auf den Rosenheimer Sommerfestival gefordert. Der Brief belegt mit zahlreichen Zitaten und Belegen sowohl die Nähe von Naidoo zu der Reichsbürger Bewegung als auch seine antisemitischen und homophoben Tendenzen.

Weitere und aktuelle Infos gibt es unter: https://keinhass.rosenheim.tk/ und den offenen Brief gibt es hier:

 

Rosenheim, 30.01.17

Naidoo-Auftritt auf dem Rosenheimer Sommerfestival

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,

sehr geehrte Mitglieder des Rosenheimer Stadtrats,

das Rosenheimer Sommerfestival hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe in der Rosenheimer Kulturlandschaft etabliert und wird sowohl von Menschen aus Rosenheim als auch aus dem weiteren Umfeld geschätzt und hat somit eine beachtliche Reichweite.

Auf dem diesjährigen Festival tritt unter anderem die Band „Söhne Mannheims“ auf, deren bekanntestes Gründungs- und inzwischen auch wieder aktives Mitglied der Musiker Xavier Naidoo ist. Dessen musikalische Aussagen und öffentliche Auftritte fallen auf durch vielseitige Verschwörungstheorien, antisemitische Äußerungen und explizite Hassbotschaften.

So singt Xavier Naidoo zusammen mit Kool Savas 2012 im Lied „Wo sind sie jetzt“: „Ich schneide Euch jetzt mal die Arme und die Beine ab und dann fick ich Euch in’n Arsch“. Die beiden wärmen in diesem Hidden-Bonustrack klassisch antisemitisch anmutende Ritualmord-Legenden auf, wonach angebliche Satanssekten Kinder und Babies – in ihrem Text auch Föten – töten sollen. Neben den antisemitischen Anspielungen und explizit homophoben Aussagen („Ihr habt einfach keine Größe und Eure kleinen Schwänze nicht im Griff. Warum liebst Du keine Möse?“) wird Homosexualität mit Pädophilie gleichgesetzt und zu Gewalt aufgerufen. Eindeutig antisemitische Sprachcodes finden sich dann beispielsweise im Titel „Raus aus dem Reichstag“ von 2009. Aussagen, die bereits von den Nazis verwendet wurden, um Juden zu diffamieren („Baron Totschild gibt den Ton an und scheißt auf euch Gockel. Der Schmock ist`n Fuchs und ihr seid nur Trottel“) werden mit einer Kritik an Banken verbunden, womit das Klischee „des“ Juden als hinter Geld und Übeln der Welt stehenden Drahtziehers aufgewärmt wird.1 Kritik an diesen klar antisemitisch erscheinenden Texten scheint Naidoo nicht zu behagen. So ging er zum Beispiel 2014/15 gerichtlich gegen die Amadeu Antonio-Stiftung vor, beziehungsweise gegen die von der Stiftung betriebene Plattform netz-gegen-nazis.de, die ihn als Antisemiten bezeichnet hatte. In einem Vergleich wurde vereinbart, dass Naidoo kein Antisemit sei, sehr wohl aber Teile seiner Texte antisemitisch interpretiert werden können2.

Neben diesen musikalisch verbreiteten Hassbotschaften fällt Naidoo spätestens3 seit 20144 dadurch auf, dass er Inhalte der „Reichsbürger“-Bewegung teilt und beispielsweise öffentlich die Meinung vertritt, die BRD sei „kein richtiges Land“, habe keine Verfassung (Naidoo akzeptiert den 2 + 4-Vertrag nicht als Friedensvertrag) und sei nach wie vor besetzt. Diese Nähe zu den „Reichsbürgern“ zeigte er unter anderem mit der Teilnahme an einer öffentlichen Kundgebung der „Reichsbürger“-Bewegung am 3. Oktober 2014 vor dem Bundestag, an der auch Personen wie der Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke teilnahmen5. Am selben Tag noch hielt Naidoo eine Rede bei einer rechten Mahnwache, bei der auch der Herausgeber eines rechten Querfrontmagazins, Jürgen Elsässer zugegen war1.

Wurde Naidoo in der Vergangenheit mit Satire-Preisen wie dem „Goldenen Brett vorm Kopf“ und dem „Goldenen Aluhut“ bedacht, bleibt einem das Lachen angesichts genannter Auftritte und Aussagen und ob des Bewaffnungsgrades der „Reichsbürger“ allerdings mittlerweile im Halse stecken. Spätestens seit dem tödlichen Angriff auf einen Polizisten in Georgensgmünd (Oktober 2016) durch einen „Reichsbürger“ wird diese Bewegung als ultra-rechte Vereinigung öffentlich wahrgenommen.

Doch schon vor Georgensgmünd und dem damit verbundenen Bekanntwerden des Ausmaßes der „Reichsbürger“-Bewegung distanzierte sich nicht nur der Mannheimer Oberbürgermeister von Xavier Naidoo. Auch die Popakademie, an der Naidoo als Dozent tätig war, kündigte vorerst die Zusammenarbeit auf6. 2015 war Naidoo dann auch für den NDR nicht mehr tragbar und dieser zog seine Nominierung für den Eurovision Song Contest (ESC) zurück7. Bis heute werden die Auftritte von Naidoo mit Protesten begleitet, auch in Bayern8.

Mit dem Auftritt Naidoos auf dem Rosenheimer Sommerfestival werden nicht nur die fraglichen Aussagen seiner Liedtexte ausgeblendet. Vielmehr noch scheint es fast, als wäre es die Lehre, die die Stadt Rosenheim aus Georgensgmünd gezogen hat, ein paar Wochen danach ein Aushängeschild der Bewegung einzuladen. Naidoo und seine Fans können und werden sich auf die Freiheit der Kunst berufen – die Stadt hätte ihrerseits jedoch jede Freiheit gehabt, einen solchen „Künstler“ nicht zu berücksichtigen, hat sich jedoch politisch dazu entschieden ihn durch Bereitstellung ihrer Infrastruktur zu unterstützen.

Während der Städte- und Gemeindebund ein Bündnis gegen Hass und Ausgrenzung fordert9 und Handreichungen über die „Reichsbürger“-Bewegung heraus gibt10, hofiert also die Stadt Rosenheim einen solchen und bietet dem Hasssänger Naidoo mit seinen homophoben und antisemitischen Textpassagen die Bühne.

Wir sind der Meinung, dass die Stadt Rosenheim, und in ihrer offiziellen Vertretung Sie als Oberbürgermeisterin und Stadträt_Innen, eine Verantwortung gegenüber den in Rosenheim lebenden Menschen haben! Hassmusik darf kein Platz eingeräumt werden! Deswegen denken wir: Der Auftritt eines Hassmusikers wie Xavier Naidoo kann dem Rosenheimer Sommerfestival nur schaden und hat keine Berechtigung, weswegen er ausgeladen werden muss. Dies spricht jedoch nicht gegen einen Auftritt der Söhne Mannheims ohne Naidoo.

Um die Verbreitung von Hass auf Rosenheims Bühnen in Zukunft zu vermeiden, fordern wir eine Richtlinie für die künstlerische Ausgestaltung des „Rosenheim Sommerfestivals“, die die Einladung von Acts, die in der Vergangenheit durch als antisemitische, homophobe, rassistische, sexistische oder anderweitig diskriminierend zu verstehende Inhalte aufgefallen sind, von vornherein unterbindet.

Bündnis – kein Hass auf Rosenheims Bühnen

–>  Zur Liste der Unterstützer*innen des offenen Briefes

1Wolfgang Häberle: »Dieser Weg wird ein rechter sein« — Beispiel Xavier Naidoo, in: DDS Zeitschrift der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Landesverband Bayern, Dezember 2016, S. 13.

2Gerichtliche Auseinandersetzung Naidoo – Amadeu Antonio Stiftung: https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/2015/xavier-naidoo-und-amadeu-antonio-stiftung-einigen-sich-auf-vergleich-vor-gericht/  Abgerufen am 11. Januar 2017

3Schon 2011 sagte Naidoo gegenüber der ARD: „Wir sind nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land.“ ,https://www.youtube.com/watch?v=Djn6fE3vGWg Abgerufen am 13. Januar 2017.

5Xavier Naidoo spricht vor Reichsbürger Demonstration https://www.youtube.com/watch?v=LVx4tBdsu08 Abgerufen am 13. Januar 2017.

6Aussetzen der Zusammenarbeit Popakademie – Naidoo Bericht im RNF http://www.rnf.de/vorlaeufiges-aus-xavier-naidoo-nicht-mehr-an-popakademie-56734/ Abgerufen am 14. Januar 2017.

7In der Begründung dazu heißt es: „Der Eurovision Song Contest ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben. Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten“ https://www.ndr.de/der_ndr/presse/mitteilungen/Xavier-Naidoo-faehrt-nicht-zum-ESC-nach-Stockholm,pressemeldungndr16524.html Abgerufen am 14. Januar 2017.

10Das Faktenblatt zur Reichsbürgerbewegung gibt es seit Ende Dezember 2016 zum Download auf der Homepage des Deutschen Städte-und Gemeindebundes: http://www.dstgb.de/dstgb/Homepage/Aktuelles/2016/Faktenblatt%20zur%20Reichsb%C3%BCrgerbewegung/

Jagdszenen in Niederbayern trotz juristischer Schläge gegen die Reaktion

So unterschiedlich können Entwicklungen sein: Während gleichgeschlechtliche Paare Adoptionsrechte vor den höchsten Gerichten der BRD und der EU erstreiten kommt es in Niederbayern zu Jagdszenen gegen einen HIV-infizierten Gastronom. Ein US-Fußball-Profi gibt mit 25 Jahren Coming-Out und Karriereende zugleich bekannt.
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Allein unter Heteros

Jedes Jahr im August (dieses Jahr 24.-26.08.12) findet in Übersee das Chiemsee Reggae Summer Festival statt. Der Chiemsee Reggae Summer (CRS) machte in der Vergangenheit schon öfter durch die Einladung homophober „Künstler“ unrühmliche Schlagzeilen. Trotz Protesten aus zivilbürgerlichen und linksradikalen Spektren in den letzten Jahren, haben die Veranstalter_innen des CRS nichts dazu gelernt. In diesem Jahr soll unter anderem Beenie Man („Ich träume von einem neuen Jamaika, wo sämtliche Schwulen hingerichtet werden“) auftreten. Ob es auch in diesem Jahr Proteste geben wird, erfahrt ihr in Kürze auf http://rabatz-buendnis.org.

Vorab (am So., 05.08.12, 19:00 Uhr) zeigt die infogruppe einen Film, welcher sich in keinster Weise mit der Reggaeszene auseinandersetzt, sich aber mit Homosexualität in der Provinz beschäftigt. „Ich kenn‘ keinen – Allein unter Heteros“ ist ein Dokumentarfilm über Homosexuelle (2003, 99 Min), die auf dem Land leben, fernab von Städten mit homosexueller Szene und Infrastruktur. Filmemacher Jochen Hick reiste für diesen sehr unterhaltsamen und preisgekrönten Film ins ländliche Schwaben. Doch seine Frage „Kennen Sie einen Schwulen?“ wird nur allzu häufig mit „Ich kenn‘ keinen“ beantwortet. Auf dem Lande lebt „der“ Schwule meist allein unter Heteros. Amüsant, hintergründig und neugierig spürt der Regisseur dem heterosexuellen Urteil über schwule Lebenswelten nach. Natürlich gibt es sie die Schwulen auf dem Land. Der Film folgt vier schwulen Männern unterschiedlicher Generation. Sie zeigen ihren schwäbischen Alltag selbstironisch und ernst zugleich – schwules Leben mit witzigen Situationen und Gesprächen. Zwischen Kirche und Stammtisch, bei Eltern und Kollegen. Der Film erzählt aber auch von kleinen und großen erotischen Fluchten in die weite Welt – nach Zürich, Berlin und nach Thailand.

Die Filmvorführung beginnt um 19:00 Uhr, der Eintritt ist frei. Das Z ist ab 18 Uhr als Infoladen geöffnet. Ab 18:30 organisiert die „Rote Zora Rosenheim“ (eine neue linke Politgruppe) eine VoKü (veganes Essen gegen Spende).

 

Chiemsee Reggae Summer: Selbstverpflichtung für’n Arsch

Nach einem Bericht von Radio Lora ist für 2012 Beenie Man, bürgerlich Anthony Moses Davis, für das Chiemsee Reggae Summer (CRS) vorgesehen. Beenie Man fordert unter anderem, dass allen schwulen Männern die Kehle durchgeschnitten werden soll. Im vergangenen Jahr hatte sich der CRS darauf verpflichtet, keine homophoben „Künster_innen“ mehr einzuladen – jetzt passiert dieses zum dritten Mal in Folge.

„Homophobie ist ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem, dem sich auch ein Festival wie das Chiemsee Reggae Summer stellen muss. Wir erwarten eine Absage des Auftritts von Beenie Man und weitere Maßnahmen, um schwulenfeindlichen Tendenzen entgegenzuwirken,“ erklärt Florian Wilsch für die Grüne Jugend Bayern. Radio Lora hat dazu ein Interview geführt, das bei Freie Radios heruntergeladen werden kann.

Den WKR Ball 2012 unmöglich machen!

2012 haben sich Burschen und Alte Herren der völkischen Korporationen sowie ihre Schleifchendamen am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung in der Wiener Hofburg zum Ball verabredet. Dieses alljährliche Treffen wird vom Wiener Korporationsring (WKR) organisiert und ist Stelldichein der selbsternannten nationalen Elite und Meet and Greet der europäischen Rechten.

Die Proteste gegen den WKR-Ball wurden in den letzten Jahren systematisch von der Staatsmacht kriminalisiert und unterdrückt – und dennoch haben sie Wirkung gezeigt: 2012 wird der WKR-Ball zum letzten Mal in Wiener Hofburg stattfinden und Angehörigen des österreichischen Heeres wird immerhin das Tragen ihrer Uniform untersagt.

Wenn – ja wenn – das Treffen überhaupt stattfinden kann – Denn das Ums-Ganze-Bündnis ruft gemeinsam mit Wiener Genoss_innen auf, sich selbst zu den Feierlichkeiten einzuladen und den WKR Ball unmöglich zu machen. Es gibt Busse aus NRW, Potsdam und Frankfurt, die auch über München verkehren.

Wir dokumentieren den Aufruf „Vienna Calling – Den WKR-Ball crashen“ des Ums-Ganze-Bündnisses. Den WKR Ball 2012 unmöglich machen! weiterlesen

VERDAMMT (,) NOCHMAL!

VERDAMMT (,) NOCHMAL!
An dieser Stelle möchten wir auf die Veranstaltungsreihe „VERDAMMT (,) NOCHMAL!“ des aka_muc hinweisen und zitieren aus der Ankündigung:

Donnerstag, 17.11. – 20:00Uhr
Christine K.
+Workshop „Kontingente Höhepunkte“
Samstag, 19.11. – 18:30Uhr
[ANA]‚Autonome Neuköllner Antifa‘
+Workshop „Sexismus? Gibts bei uns nicht!?“
Sookee
+Workshop„Männlichkeitsentwürfen und (Hetero-)Sexismus im deutschsprachigen Rap.
Der Input gibt einen Einblick in die Entstehung, Potentiale und Aspekte von Rap.“
+Konzert (nach den Workshops)

Samstag, 26.11. – 14:00Uhr
asab_m ‚antisexistisches aktionsbündnis münchen‘
+Workshop„Definitionsmacht & Zustimmungskonzept“ VERDAMMT (,) NOCHMAL! weiterlesen

antihomophobe Aktionen während des CRS

Am Freitag 26.08.11 soll auf dem Chiemsee Reggae Summer  der homophobe Hasssänger  Capleton auftreten.Das RABATZ-Bündnis ruft zu  dezentralen, kreativen Aktionen während des Festivals und besonders beim Auftritt von Capleton auf. Hier der Aufruf:

Erneut homphober Musiker auf Chiemsee Reggae Summer

Aufruf zu dezentralen, kreativen Aktionen während des Festivals

Der Chiemsee Reggae Summer machte in der Vergangenheit schon öfter durch die Einladung homophober „Künstler“ unrühmliche Schlagzeilen1. Trotz Protesten aus zivilbürgerlichen und linksradikalen Spektren, die im letzten Jahr anlässlich des ankündigten Auftritts von Sizzla ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten, haben die Veranstalter_innen des Chiemsee Reggae Summer nichts dazu gelernt.

Erneut soll mit Capleton, der schon 2007 Gast des CRS war, ein homophober “Künstler”, der für seine antihomosexuelle Propaganda bekannt ist, auftreten. Weder der Forderung nach einer anderen Bookingpraxis ohne homophobe Acts noch der nach einer Auseinandersetzung mit häufigen sexualisierten Übergriffen wurde damit seitens der Veranstalter_innen nachgekommen.

Im Gegenteil. Laut soulrebells.org2 hat Capleton zwischen 1991 und 2005 mindestens 22 Songs, in denen offen zur Gewalt und zum Mord an Schwulen aufgerufen wird veröffentlicht. Auch nach der Unterschrift des Reggae Compassionate Act (RCA) im Mai 2007 hetzte Capleton (“Battyman fi dead di yuth em right bout that”) weiter. Aufgrund neuer Hass-Videos 3wurde unter anderem die USA Tour 2010 abgesagt.

Positiv hervorheben möchten wir das Statement der Band Frittenbude,die ihren Auftritt am Chiemsee Reggae wegen Capleton abgesagt hat. Auf der Bandhomepageist zu lesen: “Solange Capleton oder irgend ein anderer homophober ‘Künstler’ auf dem Chiemsee Reggae Summer spielt, ist unser Auftritt dort gecancelled. Wir haben unseren Gig explizit nur unter der Bedingung zugesagt, das auf dem kompletten Festival kein Battymantues-Sänger seine idiotische Propaganda verbreiten wird…”4 Wir würden uns wünschen, dass mehr Künstler_innen diesem Beispiel folgen. Als RABATZ-Bündnis fordern wir die Veranstalter_innen erneut auf, homophobe Acts keine  Bühne zu bieten und endlich aktive Maßnahmen gegen sexualisierte Übergriffe auf dem Chiemsee Reggae Summer zu ergreifen. Sollte Capleton auf dem CRS 2011 auftreten dürfen, so rufen wir dieses Jahr zu dezentralen, kreativen Aktionen während des Festivals und besonders beim Auftritt von Capleton auf.

Pro Homo – Für eine befreite Gesellschaft

Rabatz-Bündnis, 17.05.2011

 

1 2008 und 2000 war das beispielsweise Beeny Man (I‘m dreaming of a new Jamaica, come to execute all the gays“), 2007 Capleton („Fire bun batty bwoy!“ „Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“), 2000 und 2004 Buju Banton, der im Juli 2004 auf Jamaika an einem schwulenfeindlichen Übergriff persönlich beteiligt war und 2009 t.o.k. („from dem a par inna chi chi man car Blaze di fire mek we bun dem!!!! [Bun dem!!!!] From dem a drink inna chi chi man bar Blaze di fire mek we dun dem!!!! (Dun dem!!!!)“ „Sollten sie zusammen in einem Schwulen­Auto sitzen, Entfesselt das Feuer, lasst sie uns verbrennen! [verbrennt sie!] Sollten sie zusammen in einer Schwulen Bar trinken Entfesselt das Feuer – lasst sie uns fertig machen! [fertig machen]“)4.

2 Quelle: soulrebels.org/dancehall.htm

3 (http://www.reitschule.ch/reitschule/stopmurdermusic/Texte/08­11­01­capletonviolatesRCA.html)

4 http://frittenbude.blogsport.de/2011/05/03/chiemseereggaesummer­2011/#comments

Burschigate! Unzählige Interna veröffentlicht

Der Burschentag in Eisenach ist noch vor der Demo am Samstag ein einziges Desaster für die Deutsche Burschenschaft. Zwar haben die Raczeks zu Bonn ihren Antrag zum Ausschluss der Hansea Mannheim wohl zurückgezogen – das Rechtsgutachten von Hans Merkel (Arminia-Rhenania München) und Nazi-Verteidiger Stefan Böhmer (Frankonia Erlangen) bleibt. Und – was der Spiegel und alle anderen bislang übersehen haben – ist folgender Absatz:

Der VR beschließt, der B! Alemannia Köln seine Missbilligung für das öffentliche Chargieren im Rahmen einer Segnungsfeier von Gleichgeschlechtlichen auszusprechen.

Im Gegensatz zu dem Rechtsgutachten, dessen Inhalt sich schon längst aus dem Handbuch der Deutschen Burschenschaft ableitet und damit als Schulungsmaterial für Neumitglieder fungiert, ist dieses explizit homophobe Bekenntnis wirklich neu.

Woher das Zitat entnommen ist? Ganz einfach: Bei indymedia linksunten sind weit über hundert interne Dokumente der Deutschen Burschenschaft veröffentlicht worden. Darunter auch das jetzt diskutierte Nachrichtenblatt 311. Viel Spaß beim Schmökern!