Schlagwort-Archive: Konservatismus & Reaktion

„Das Deutsche Reich ist 1945 nicht untergegangen und besteht unverändert fort.“

„Das Deutsche Reich ist 1945 nicht untergegangen und besteht unverändert fort.“

„Klar“, sagste, „Reichsbürger. Isolierte Einzelgänger und so.“
„Ne,“ sag ich, „Deutsche Burschenschaft – Hans Peter Uhl, Peter Ramsauer und so. Biste baff..“
„Und so einer soll Geheimdienste überwachen?“
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Demo in Rosenheim: Überall ist Taksim, überall ist Widerstand

Trotz Regen demonstrierten heute in Rosenheim rund 100 Menschen lautstark ihre Solidarität mit den Protesten in der Türkei. Nach einer Rede des Alevitischen Kulturvereins am Rosenheimer Bahnhof zogen die Teilnehmer*innen mit Sprechchören wie „Her yer Taksim, her yer direnis“  („Überall ist Taksim, überall ist Widerstand“), „Faşizme Karşı Omuz Omuza!“ (Schulter an Schulter, gegen den Faschismus!) sowie „Hoch die Internationale Solidarität“ zum Max-Josefs-Platz. Auf der dortigen Zwischenkundgebung kritisiere ein Sprecher der SDAJ die  autoritäre Politik Erdogans  und wertete die Rosenheimer Demonstration als „klares Zeichen gegen Unterdrückung,Polizeigewalt und Faschismus“. Von der Bundesregierung wurde gefordert, die Lieferungen von Gas und Kampfstoffen an die türkische Polizei einzustellen. Gegen 19:00 Uhr wurde die Demonstration auf der Loretowiese beendet.
Im Rosenheimer Z, dem Linken Zentrum in Selbstverwaltung, hatten bereits am Sonntag Teilnehmer einer internationalen Solidaritätsdelegation von ihren Eindrücken der Proteste in Istanbul referiert.

Hier einige Bilder: Demo in Rosenheim: Überall ist Taksim, überall ist Widerstand weiterlesen

Veranstaltungsreihe „Das Problem heißt Rassismus“

Das Problem heißt Rassismus – Zwanzig Jahre nach den Morden von Solingen, nach der Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, wenige Wochen nach Prozessauftakt gegen Mitglieder und Unterstützer_innen des NSU sollte das klar sein.
In einer dreiteiligen Veranstaltungsreihe vom Sa, 15.06. bis Mo, 17.06., wollen wir aber auch weniger beachtete Facetten beleuchten (lassen): Rechte Einstellungsmuster erstrecken sich in Deutschland längst nicht mehr alleine auf die Mehrheitsgesellschaft. Alia Sembol zeigt dies am Beispiel türkischer Ultranationalist_innen, die sich auch und gerade in Rosenheim organisieren.
Nicht erst seit dem massiven Auftreten von Kräften wie „Pro-NRW“ oder „Die Freiheit“ (München) stellt sich aber auch die Frage, ob gängigen Islambildern ein „außergewöhnliches Maß an Missverständnissen“ zu Grunde liegt oder ob es sich dabei schon um einen Rassismus in neuen Gewändern handelt. Rudolf Krux‘ neu erschienenes Buchs „Der Islam der Anderen: Zur Rolle der Religion in deutschen Migrationsdebatten“ könnte hier die Diskussion anregen.
So problematisch Rassismus, der von Migrant_innen ausgeht, ist – virulent ist vor allem der der Mehrheitsgesellschaft. Und im Falle des NSU hat sich das menschenverachtende Potenzial neunfach mörderisch entladen. Die Betroffenen und Hinterbliebenen der Anschläge sahen und sehen sich zugleich Diffamierung durch Ermittlungsbehörden, Medien und Stammtischen ausgesetzt – auch hier ist das Problem kein wesentlich verschiedenes: Es heißt Rassismus.

Alle Veranstaltungen beginnen um 19.00 Uhr im Linken Zentrum in Selbstverwaltung, Z (Innstraße 45a).

„Türkische” Ultranationalist_innen in Rosenheim – Organisation, Struktur und Aktivitäten

Antifaschistische Debatte in Bayern erstreckt sich mittlerweile auch in die sogenannte „Migrationsgesellschaft“. In Bayern und auch in Rosenheim gibt es eine vielfältige Vereinslandschaft von “Migrant_innen”. In diesem Vortrag jedoch sollen die Vereine im Fokus, die ein völkisch, rassistisches Türkentum als Ziel formulieren, stehen. Ein Türkentum, das mit Großreichphantasien, Militarismus, Feindbildern versetzt ist und mit vielseitigen Angeboten für alle Altersgruppen eine vermeintliche “türkische Identität in der Fremde” erzeugt.

Zum jetzigen Zeitpunkt können auch in Rosenheim türkische Vereine eindeutig in dieser Kategorie gefasst werden. Die hierarchisch aufgebaute Organisationsstruktur auf drei Ebenen (Türkei = Partei; Europa = Vereinigungen der Auslandsorganisationen und Deutschland = Auslandsorganisation auf der Länder Ebene, in denen die jeweiligen Vereine aus den Städten und Bezirken zusammengeschlossen sind) ermöglicht eine professionelle und vernetzte Arbeit der Vereine. Eine Arbeit, die antidemokratisch, antisemitisch und vor allem auf Diskriminierung aufgebaut ist. Diese Vereine haben sich besonders der Pflege der Kultur, Religion, Bildung und Sport verschrieben, um ihren Größenwahn in der türkischen Community zu erweitern und Kinder und Jugendliche an eine ultranationalistische Ideologie zu binden.

Die Recherche zum türkischen Ultranationalismus und der Umgang mit dem Thema stehen in Bayern noch am Anfang. Doch diese Auseinandersetzung ist notwendig, sie kann allerdings nicht ohne einen Diskurs über alltäglichen Rassismus und Ausgrenzung geführt werden. Nationalismus, Antisemitismus, Rassismus und Sexismus sind Denk-, und Handlungssysteme, die sich in allen Teilen der heutigen Gesellschaften finden, so auch in den deutschen-, und zugewanderten-Communities.

Vortrag von und mit Alia Sembol.

Der Vortrag wird von der infogruppe rosenheim in Kooperation dem Kurt Eisner Verein organisiert. Die Veranstaltung beginnt um 19:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Islam der Anderen: Zur Rolle der Religion in deutschen Migrationsdebatten (Referent:Rudolf Krux)

19.00 Uhr | Der Islam der Anderen: Zur Rolle der Religion in deutschen Migrationsdebatten | Rudolf Krux

Reine Glaubenssache, jenseits aller Politik? Für die meisten Deutschen bedeutet der Islam weit mehr als das. Vor allem weil die Religion als Teil einer ausländischen Kultur wahrgenommen wird, kann man Islam sagen und dabei vielmehr Außenpolitik, kulturelle Identität oder auch die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes meinen. Es entsteht eine Situation, die ein außergewöhnliches Maß an Missverständnissen provoziert und zugleich prägend für die gängigen Islambilder ist.

Rudolf Krux bringt mit seinem vorliegenden Buch mehr Klarheit in die Debatten um den Islam, indem er eine der wichtigsten Bedingungen für den deutschen Islamdiskurs in den Blick nimmt, nämlich dessen Einbindung in den Migrationsdiskurs. Exemplarisch untersucht er diese in den Debatten zum seinerzeit hoch umstrittenen „Gesinnungstest“ für Einbürgerungsgespräche.

Der Autor stellt Kernthesen seines Buches vor und steht zur Diskussion zur Verfügung.

Der Vortrag beginnt ab 19.00 Uhr im Linken Zentrum in Selbstverwaltung, Z. Das Z hat ab 18:00 Uhr als Infoladen geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

Jagdszenen in Niederbayern trotz juristischer Schläge gegen die Reaktion

So unterschiedlich können Entwicklungen sein: Während gleichgeschlechtliche Paare Adoptionsrechte vor den höchsten Gerichten der BRD und der EU erstreiten kommt es in Niederbayern zu Jagdszenen gegen einen HIV-infizierten Gastronom. Ein US-Fußball-Profi gibt mit 25 Jahren Coming-Out und Karriereende zugleich bekannt.
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Wie wird so einer Faschist? [abgesagt]

Leider muss die Veranstaltung entfallen. Es wird trotzdem zur themenbezogenen Diskussion eingeladen.

An dieser Stelle möchten wir folgende „externe“, sehr empfehlenswerte Veranstaltung bewerben. Wir zitieren aus dem Ankündigungstext:

Zu dem Thema: “Wie wird so einer Faschist?”referiert ab 20:00 Uhr Prof. Dr. Klaus Weber. Dass Neofaschisten gefährlich für den Bestand der Demokratie sind, ist keine Frage. Allerdings wird wissenschaftlich nach wie vor darum gestritten, wieso Menschen völkische, rassistische und nationalistische Ideologien attraktiv finden können. Diesen Fragen soll im Vortrag von Klaus Weber nachgegangen werden. Klaus Weber ist Professor in München und Gastprofessor in Innsbruck und hat seine Doktorarbeit zu “rechten Männern” geschrieben.
Wie jeden Montag hat das Z bereits ab 19:00 Uhr als  Open Mondy geöffnet.